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Rückzug der Männer des KSC ASAHI Spremberg aus der Regionalliga

Die Spremberger haben nur noch acht Spieler zur Verfügung - zu wenig, um die Saison durchzustehen / Antrag des Absteigers SV Prieros auf Klassenverbleib wurde gemäß der BSO abgelehnt

Aktualisierte Fassung: Freitag, 18. August 2017

Fünf Wochen vor dem Start in die neue Saison 2017/2018 in der Regionalliga Nordost sorgten die Männer des KSC ASAHI Spremberg für einen Paukenschlag – leider in negativer Hinsicht. Wie Sprembergs Co-Trainer Andreas Funke den Regionalspielwart Uwe Näthler informierte, zieht sich die Mannschaft, die letzte Saison immerhin einen fünften Rang belegt hatte, aus der vierthöchsten deutschen Spielklasse zurück. Die Spremberger, die als Neuling erstmals in der Saison 2012/2013 in der Regionalliga spielten und gleich auf Anhieb einen beachtlichen dritten Platz belegten, waren nach der Regionalligapremiere Achter (2013/2014), dann Vierter (2014/2015) und schließlich Zehnter in der 2015/2016 geworden und hatten sich als Direktabsteiger nur über die Relegation in dieser Spielklasse behaupten können. Der fünfte Rang in der zurückliegenden Saison sah wie ein Hinweis darauf aus, dass sich die Spremberger wieder auf einem guten Weg befinden würden.

Doch das erwies sich als ein folgenschwerer Irrtum. „Es hatte sich schon zum Saisonende angedeutet, dass zwei Spieler ihre Laufbahn beenden würden. So kam es denn auch“, schildert Sprembergs Co-Trainer Andreas Funke die Situation. „Damit standen wir vor dem Problem, nur noch acht Spieler zur Verfügung zu haben. Das ist einfach zu wenig, um 22 Spieltage in der Regionalliga durchzustehen. Wir können in unserer Region nicht auf andere Vereine oder andere Spieler zurückgreifen. Deshalb mussten wir nun die Reißleine ziehen und definitiv den Rückzug aus der Regionalliga antreten.“

Ist das der Untergang des Volleyballs in Spremberg? Andreas Funke verneint die Frage: „Wir haben im Verein noch eine zweite Männermannschaft mit fast durchweg 18-jährigen Spielern. Diese Mannschaft ist mit Abschluss der letzten Saison in die Landesliga, der zweithöchsten Spielklasse nach der Brandenburgliga, aufgestiegen. Hätten wir von dort etwa zwei, drei Spieler ins Regionalligateam geholt, wäre diese Mannschaft aufgeflogen. Das wollten wir einer gerade aufgestiegenen Mannschaft nicht antun.“

Nach Lage der Dinge beginnt die Regionalligasaison der Männer am 17./18. September 2017 nunmehr mit folgenden 11 Mannschaften:

USC Magdeburg (Absteiger DL Nord)

Berliner VV (Absteiger DL Nord)

SC Potsdam (vormals VC Potsdam-Waldstadt/2.)

VfK Berlin-Südwest (3.)

SV Energie Cottbus (4.)

CV Mitteldeutschland II (6.)

USV Potsdam (7.)

MTV Mariendorf (Aufsteiger/Zweiter Berlinliga)

TSGL Schöneiche II (Aufsteiger/Meister Brandenburgliga)

PSV 90 Dessau/Dessau Volleys (Aufsteiger/Meister Landesoberliga Sachsen-Anhalt)

VC Olympia Berlin II (mit Sonderspielrecht)

Nach einer Information des Regionalspielwarts bleibt es bei dem bereits vorliegenden Spielplan. Der jeweilige Gegner der Spremberger hat demzufolge spielfrei.

Klassenverbleib des Absteigers

SV Prieros nach BSO nicht möglich

Nach Bekanntwerden des Rückzugs des KSC ASAHI Spremberg stellten der Vereinsvorsitzende des Absteigers SV Prieros, Frank Hüselitz, und der Trainer der Männermannschaft, Björn Langner, mit Schreiben vom 16. August 2017 den Antrag an den Regionalspielwart auf Wiedereinsetzung in die Regionalliga. Durch das Zurückziehen der Mannschaft KSC ASAHI Spremberg sei der (zusätzliche) Abstieg am Ende der Saison 2016/2017 nicht mehr erforderlich. „Wir würden gern diese Saison 2017/2018 weiterhin in der Regionalliga Nordost spielen. Wir halten unseren Spielrechtsantrag vom April 2017 für die Regionalliga Nordost aufrecht. Wir bitten um eine Entscheidung zugunsten der sportlichen Leistungen der Mannschaft“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Der Vorsitzende der Regionalspielausschusses (RSA) Nordost und Regionalspielwart Uwe Näthler wies den Antrag als unbegründet zurück. Ausschlaggebend hierfür ist die Bundesspielordnung (BSO). Entsprechend 5.4.4 a) BSO wird ein „frei gewordener Platz“ nach dem 31. Mai durch keine andere Mannschaft neu besetzt. Die Abmeldung des KSC ASAHI Spremberg erfolgte am 12. August 2017. Damit sind die Bestimmungen aus 5.4.4 a) BSO zu diesem Zeitpunkt maßgebend. Eine anderslautende, die BSO ergänzende, Festlegung ist in der Regionalspielordnung Nordost nicht vorhanden. Somit muss der Antrag des SV Prieros als unbegründet zurückgewiesen werden.

Als Konsequenz aus der Abmeldung des KSC ASAHI Spremberg bleibt die Reduzierung der Regionalliga Nordost für die Saison 2017/2018 auf 10 Mannschaften plus VC Olympia Berlin II (Sonderspielrecht).

Jürgen Holz, Regionalpressewart