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Regionalpokale 2017 an Zweitbundesligisten: Frauen des BBSC Berlin und Männer des SV Lindow-Gransee siegreich

Aktualisierte Fassung - Mittwoch, 11. Oktober 2017

Der Pokalgewinner der Frauen trifft am 11. November in der 1. Hauptrunde des DVV-Pokal als Gastgeber auf den Dresdner SC / Der Pokalsieger der Männer empfängt am 21. Oktober in der Qualifikation zur 1. Hauptrunde des DVV-Pokals den Regionalpokalsieger von Nordwest, den TSV Grizzlys Giesen

Der Regionalpokal Nordost 2017 wurde am Sonnabend bei den Frauen beim VSV Havel Oranienburg und am Sonntag bei den Männern beim VC Bitterfeld-Wolfen ausgespielt. Cupverteidiger waren die Frauen des Köpenicker SC Berlin II, die seit dieser Saison in der Dritten Liga als Berlin-Brandenburger SC II spielen, und bei den Männern der Zweitbundesligist CV Mitteldeutschland.

Beide Teams hatten bereits im Halbfinale schwere Hürden zu überwinden: die Frauen des BBSC II gegen die inzwischen in der 2. Bundesliga Nord spielende erste Mannschaft des BBSC als Pokalsieger aus Berlin und die Männer des CV Mitteldeutschland im Zweitligaduell gegen den Lokalrivalen VC Bitterfeld-Wolfen, den Landespokalgewinner von Sachsen-Anhalt. Am Ende konnten beide vorjährigen Cupgewinner ihre Trophäe nicht verteidigen. Regionalpokalgewinner Nordost 2017 wurden mit den Frauen des BBSC Berlin I und den Männern des SV Lindow-Gransee zwei Zweitbundesligisten.

Der Nordost-Pokalgewinner der Frauen trifft nun am 11. November 2017 in der 1. Hauptrunde des DVV-Pokal als Gastgeber auf den Erstbundesligisten und mehrfachen deutschen Meister und Pokalsieger Dresdner SC. Der nordostdeutsche Pokalsieger der Männer empfängt zuvor am 21. Oktober 2017 in der Qualifikation zur 1. Hauptrunde des DVV-Pokals den Regionalpokalsieger von Nordwest, den TSV Grizzlys Giesen.

Der souveräne BBSC Berlin

nun gegen den Dresdner SC

In den Frauen-Halbfinals dominierten im Duell der Drittligisten der gastgebende VSV Havel Oranienburg (Pokalsieger Brandenburg) gegen den Drittliga-Neuling SV Braunsbedra (Pokalsieger Sachsen-Anhalt) mit 3:0 (25:18, 25:20, 25:22), und der Zweitbundesligist Berlin-Brandenburger SC I (Pokalsieger Berlin) setzte sich über den Cupverteidiger BBSC II (vormals Köpenicker SC Berlin II) unerwartet knapp mit 3:2 (20:25, 25:16, 25:16, 17:25, 15:12) hinweg. Im Finale war erwartungsgemäß der BBSC Berlin I gegen Oranienburg mit 3:0 (25:17, 25:20, 25:20) erfolgreich. Es war der erste Pokaltriumph in der BBSC-Vereinsgeschichte.

Beim Verlierer Oranienburg hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. „Wir haben im Halbfinale gegen unseren neuen Drittliga-Konkurrenten aus Braunsbedra ein ordentliches Spiel gemacht. Ein guter Test für das Punktspielduell gegen Braunsbedra in drei Wochen“, meinte Oranienburgs Libera Josefine Peschel. „Im Finale gegen den BBSC waren wir eigentlich chancenlos, obwohl unsere Annahme diesmal weitaus besser war als vor einer Woche zum Saisonstart mit dem 3:2-Heimieg gegen den SC Alstertal-Langenhorn.“

Annette Klatt, stellvertretende Vorsitzende des BBSC Berlin und ein Urgestein dieses Vereins, kommentierte den Pokalauftritt so: „Im Spiel des BBSC I gegen den BBSC II entwickelte sich ein wahrer Krimi. Unsere neu formierte zweite Mannschaft spielte vollkommen ohne Druck und zudem auch nicht in voller Besetzung. Sie wuchs total über sich hinaus und forderte unsere erste Mannschaft in fünf Sätzen heraus. Es war ein sehr emotionales Spiel mit einem knappen 3:2-Sieg der Favoritinnen. Aber die neue Drittliga-Mannschaft dürfte sich viel Selbstvertrauen in das eigene Leistungsvermögen geholt haben. Im Finale gegen Oranienburg zeigte unser erstes Team Charakter und ließ nie einen Zweifel daran aufkommen, wer das Feld als Sieger verlässt. Dabei wechselte unser Trainer Robert Pultke viel und probierte einige Varianten aus. Ein rundum gelungener Pokaltag. Nun haben wir in der 1. DVV-Pokalrunde die Chance gegen den Erstbundesligisten Dresdner SC zu Hause zu spielen. Das wird eine besondere Herausforderung, auf die wir uns freuen.“

Frauen, 1. Halbfinale: VSV Havel Oranienburg - SV Braunsbedra 3:0 (25:18, 25:20, 25:22). 2. Halbfinale: BBSC Berlin 1 - BBSC Berlin II 3:2 (20:25, 25:16, 25:16, 17:25, 15:12). Finale: VSV Havel Oranienburg - BBSC Berlin I 0:3 (17:25, 20:25, 20:25).

SV Lindow-Gransee zum

dritten Mal Regionalpokalgewinner

Zum Auftakt der Männer-Halbfinals gab es mit dem Cupverteidiger CV Mitteldeutschland und dem gastgebenden VC Bitterfeld-Wolfen (Pokalsieger Sachsen-Anhalt) gleich ein brisantes Duell zweier Zweitbundesligisten aus Sachsen-Anhalt, das Bitterfeld-Wolfen knapp mit 3:2 (25:20, 19:25, 25:21, 20:25, 15:10) für sich entschied. Damit gelang Bitterfeld-Wolfen der erste Saisonsieg und die Revanche für die 1:3-Niederlage vor einer Woche im Zweitligaspiel. Allerdings hatte Mitteldeutschland vielen Ersatzspielern eine Chance gegeben.

Im zweiten Halbfinale unterlag der Regionalligist Berliner Volleyballverein Vorwärts (Pokalsieger Berlin) dem favorisierten Zweitbundesligisten SV Lindow-Gransee (Pokalsieger Brandenburg) mit 0:3 (22:25, 14:25, 13:25). Ole Schwerin, Kapitän beim SV Lindow-Gransee, räumte ein: „Wir haben nicht unsere beste Leistung abgeliefert, aber es war auch schwer, sich gegen den Regionalligisten richtig zu motivieren.“

Im Finale standen sich mit VC Bitterfeld-Wolfen und SV Lindow-Gransee erneut zwei Zweitbundesligisten gegenüber. Der Gastgeber, der mit Paul Eisel auf der Liberoposition anstelle des beruflich verhinderten Stammliberos Hassmann spielte, unterlag in einem total ausgeglichenen ersten Satz knapp mit 25:27 und schien danach einzubrechen. Eine Serie von Sprungaufgaben von Christian Guß sorgte vom 10:12 auf 10:19 für die Entscheidung im zweiten Satz. Aber Bitterfeld-Wolfen bäumte sich nach dem 0:2-Satzrückstand auf und schaffte mit 25:23 das 1:2. Auch der vierte Durchgang war völlig ausgeglichen, aber am Ende machten die gefährlichen Sprungaufgaben von Felix Göbert und Christian Guß sowie die Flatteraufgaben von Ole Schwerin den Unterschied. Somit sicherte sich der SV Lindow-Gransee mit 3:1 (27:25, 25:17, 23:25, 25:23) zum dritten Mal seit 2012 den Regionalpokal.

„Das ist sehr geil“, jubelte Kapitän Ole Schwerin. „Nach dem 1:2-Satzanschluss von Bitterfeld-Wolfen war der vierte Satz eine Frage der Nerven. Wir hatten das Glück auf unserer Seite, spielten wieder konzentrierter und souveräner.“

Nun hat der SV Lindow-Gransee alle Chancen auf den Einzug in die DVV-Hauptrunde. Dort würde es am 8. November ein Heimspiel gegen den Erstligisten Volleyball Bisons Bühl geben. Voraussetzung dafür ist natürlich ein Sieg im Ausscheidungsspiel gegen den Regionalpokalsieger Nordwest, den TSV Giesen Grizzlys, der sich am 21. Oktober in der Dreifelderhalle in Gransee vorstellt. Eine Woche später steigt dann an gleicher Stelle das Punktspiel zwischen beiden Teams in der 2. Bundesliga. „Das ist natürlich ungünstig“, so Ole Schwerin, „aber das ändert nichts daran, dass wir die letzte Hürde auf dem Weg in die DVV-Hauptrunde nehmen wollen. Das ist unser Ziel. Ich habe echt Bock darauf, gegen einen Erstbundesligisten zu spielen.“ Er hat übrigens schon einmal gegen Bühl gespielt, damals noch mit Leipzig. Da habe gegen das Team aus Baden-Württemberg beim 2:3 eine Sensation in der Luft gelegen, wie sich Ole Schwerin erinnert.

Männer, 1. Halbfinale: CV Mitteldeutschland - VC Bitterfeld-Wolfen 2:3 (20:25, 25:19, 21:25, 25:20, 10:15). 2. Halbfinale: Berliner Volleyballverein Vorwärts - SV Lindow-Gransee 0:3 (22:25, 14:25, 13:25). Finale: VC Bitterfeld-Wolfen - SV Lindow-Gransee 1:3 (25:27, 17:25, 25:23, 23:25).

Jürgen Holz, Regionalpressewart