Beide Cupverteidiger wieder Regionalpokalsieger Nordost: SV Lindow-Gransee und BBSC Berlin

Die Nordost-Cupgewinner treffen nunmehr in der Qualifikation zur 1. Hauptrunde im DVV-Pokal in Heimspielen am 27. Oktober auf die Pokalsieger Nord

Eingebettet zwischen dem vierten Spieltag der Regionalliga Nordost an diesem Wochenende stand auch der Regionalpokal Nordost auf dem Programm. Ausrichter waren bei den Männern der Drittligist TSV Spandau 1860 als Landespokalsieger aus Berlin und bei den Frauen der Regionalligist SV Braunsbedra als Landespokalgewinner von Sachsen-Anhalt.

Bei den Männern hatten sich neben Spandau noch die Landespokalgewinner aus Brandenburg, der Drittligist TSGL Schöneiche, und Sachsen-Anhalt, der Regionalligist PSV 90 Dessau Volleys, für die Finalrunde qualifiziert. Vierter im Bunde war der Cupverteidiger SV Lindow-Gransee, der als Zweitbundesligist auch favorisiert war.

Hier gab auf dem Weg zur erfolgreichen Pokalverteidigung Lindow-Gransee beim 3:1 (24, -23, 11, 23) im zweiten Halbfinalspiel gegen die TSGL Schöneiche nur einen Satz ab. Denn im Finale war der Außenseiter PSV 90 Dessau Volleys, der zuvor im ersten Halbfinale den Gastgeber TSV Spandau 1860 klar mit 3:0 (19, 18, 20) beherrscht hatte, gegen Lindow-Gransee mit 0:3 (-19, -16, -20) chancenlos. Die Pokalehrung nahm der RSA-Vorsitzende Uwe Näthler vor.

Bei den Frauen waren neben Braunsbedra noch die Landespokalgewinner aus Berlin und Brandenburg, die beiden Drittligisten BBSC Berlin II und VSV Havel Oranienburg, dabei. Cupverteidiger war der Zweitbundesligist BBSC Berlin I, der sich erwartungsgemäß auch die Trophäe 2019 sicherte.

Dr. Albrecht Pfefferkorn, stellvertretender RSA-Vorsitzender, der auch die Pokalehrung vornahm, informierte über das Pokalgeschehen: Im ersten Halbfinale setzte sich im Drittligistenduell der VSV Oranienburg gegen den BBSC Berlin II mit 3:2 (-23, -17, 15, 23, 10) durch. Torsten Tilgner, Trainer des BBSC Berlin II, verwies auf das personelle Handicap mit nur acht Spielerinnen und einem schweren fast Zweistundenspiel am Samstag in der Dritten Liga Nord (1:3 gegen Eimsbüttel). "Dennoch hat die Mannschaft gut gekämpft und das Beste aus dieser Situation gemacht. Am Ende fehlte etwas die Zuspiel- und Angriffspräzision,da die Zuspielerin die einzige Auswechseloption war." Auf der Gegenseite meinte Oranienburgs Trainer Peter Schwarz: "Zwei lange Fahrten am Wochenende sind ein Problem. Denn am Sonnabend mussten wir in Schwerin, wo wir 3:0 gewannen, antreten. Wir sind daher etwas schwer in Tritt gekommen und haben im zweiten Satz das Spiel fast eingestellt. Danach lief alles besser durch verstärkten Aufschlagdruck und einer konsequenteren Chancenverwertung, insbesondere durch Anika Zülow."

Im zweiten Halbfinale unterlag Braunsbedra dem Cupverteidiger BBSC Berlin I mit 0:3 (-12, -19, -17). Der Gastgeber konnte den Schwung aus dem mit 3:1 gewonnenen Vortagsspiel in der Regionalliga beim Spitzenreiter Marzahner VC nicht nutzen, begann übernervös und hatte zu großen Respekt vor der Zweitligamannschaft, vor allem aber Annahmeprobleme. Das Aufbäumen im zweiten Satz nach zeitweiliger 15:10-Führung durch gute Aufschläge und einsatzstarke Feldabwehr blieb unbelohnt. Mit einem 7:1-Lauf wendete der BBSC das Spiel zum 16:17 und blieb danach unbedrängt. Julia Mandry, Kapitänin von Braunsbedra führte das auf "die fehlende Kommunikation in der Feldabwehr in dieser Spielphase" zurück. "Bei etwas mehr Ordnung wäre mehr drin gewesen in diesem Satz."

Das Finale zwischen Oranienburg und dem BBSC I beherrschte der Favorit aus der 2. Bundesliga nach verlorenem ersten Satz mit 3:1 (-13, 13, 14, 14). Oranienburg hatte unerschrocken losgelegt, mutig aufgeschlagen, Punktchancen konsequent genutzt und den BBSC beim 6:4 zur ersten und 13:6 zur zweiten Auszeit veranlasst. Auch Doppelwechsel beim BBSC führten nicht mehr zur Wende in Satz eins. Die Überraschung blieb dennoch aus, denn nach einer eindringlichen Ansprache von BBSC-Trainer Robert Hinz in der Satzpause besann sich der Zweitligist auf seine Tugenden: starke Aufschläge und eine sehr effiziente Blockarbeit. Das setzte sich konsequent auch in Satz drei und vier fort, wobei bei Oranienburg ein zunehmender Kräfteverschleiß mit dem dritten Spiel innerhalb von 24 Stunden sichtbar wurde.

Unisono fanden alle Trainer die Doppelbelastung (Dritte Liga/Regionalliga und Pokal) als unangenehm und unglücklich terminisiert. Außerdem wurde am gleichen Wochenende der Bundespokal Nord ausgespielt. Letzteres hatte auch für die Schiedsrichter Auswirkungen. Das Team war bereits Freitags und Samstag beim Bundespokal im Einsatz und war daher ebenso belastet wie die Spielerinnen.

Die beiden Pokalsieger Nordost treffen in der Qualifikation zur 1. Runde des DVV-Pokals am 27. September jeweils in Heimspielen auf die Regionalpokalgewinner Nord. Die Gewinner dieser Qualifikation spielen dann am 2./3. November gegen die die Erstbundesligisten aus Bühl (Männer) und Aachen (Frauen).

Jürgen Holz, Regionalpressewart

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