Es geht endlich los! Die Frauen starten am Wochenende in die neue Regionalliga-Saison 2020/2021

Auf diesen Augenblick haben die Volleyballerinnen und Volleyballer sehnsuchtsvoll gewartet! Endlich geht die Regionalligasaison 2020/2021 los! Bekanntlich hatte die Coronavirus-Pandemie quer durch das Land zum vorzeitigen Abbruch der Saison 2019/2020 am 12. März geführt. Eine Wertung über die Meister bei den Männern und Frauen wurde nicht vorgenommen. Stattdessen gab es aufgrund der Tabellensituation bei Saisonabbruch in beiden Staffeln mehr Aufsteiger als normalerweise üblich. In den Wochen danach dominierte überall die Ungewissheit, wann und ob überhaupt der Spielbetrieb von oben bis unten wieder aufgenommen werden kann. Ein vager Termin jagte den anderen, weil es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche regionale Bestimmungen gab. Gleich war überall: Nur unter strengen Sicherheits- und Hygienebestimmungen kann es überhaupt wieder losgehen – ob mit oder ohne Zuschauer.

Schließlich war Anfang September die Entscheidung gefallen, dass die Regionalliga Nordost mit den Mannschaften aus den Landesverbänden Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt ab dem 1. Oktober die neue Saison 2020/2021 aufnehmen kann. Damit war zugleich klar, dass die ersten drei Spieltage des ursprünglich geplanten Saisonstarts im September entfallen. Sie werden nach Lage der Dinge im April 2020 nachgeholt, so dass sich das eigentliche Saisonende – geplant am 28. März 2020 – bis in den April verschiebt. Wie auch immer: Es wird eine höchst ungewöhnliche Saison, bei der zur Stunde die große Ungewissheit mitschwingt, ob sie tatsächlich bis zum Ende gespielt werden kann.

Frauen mit 13 Teams, Männer mit 12 Teams

Bei einem Blick auf das Starterfeld fällt auf, dass bei den Frauen gleich 13 Mannschaften vertreten sind, darunter mit dem Berliner VV der Absteiger aus der Dritten Liga Nord sowie mit TSV Berlin-Wedding, VT Rudow-Altglienicke und VfK Berlin-Südwestgleich gleich drei Aufsteiger aus Berlinliga und mit dem KSC ASAHI Spremberg ein Aufsteiger aus der Brandenburgliga.

Frauenstaffel

(in Klammern die Platzierung bei Abbruch der Saison 2019/2020)

SV Braunsbedra (1.)

SC Potsdam II (2.)

SG Rotation Prenzlauer Berg II (3.)

WSG Reform Magdeburg (7.)

VC Blau-Weiß Brandenburg (8.)

Marzahner VC (9.)

VC Bitterfeld-Wolfen (10.)

BBSC Berlin III (11.)

Berliner VV (Absteiger Dritte Liga Nord)

KSC ASAHI Spremberg (Aufsteiger Brandenburgliga)

TSV Berlin Wedding (Aufsteiger Berlinliga)

VT Rudow-Altglienicke (Aufsteiger Berlinliga)

VfK Berlin-Südwest (Aufsteiger Berlinliga)

Die Männer spielen mit 12 Mannschaften, darunter der TKC Wriezen, der sich aus der Dritten Liga Nord zurückgezogen hat, und der VfK Berlin-Südwest als Absteiger aus Dritten Liga Nord. Unter den vier Aufsteigern ist der Cottbuser VV aus der Brandenburgliga nach Spielrechtsübertragung vom HSV Cottbus.

Männerstaffel

(in Klammern die Platzierung bei Abbruch der Saison 2019/2020)

TSGL Schöneiche II (1.)

SG Prieros / KW (4.)

SG Rotation Prenzlauer Berg (7.)

DJK Westen 23 Berlin (8.)

USV Halle Volleys (9.)

MSV Zossen 07 (10.)

TKC Wriezen (Rückzug Dritte Liga Nord)

VfK Berlin-Südwest (Absteiger Dritte Liga Nord)

Berliner TSC (Aufsteiger Berlinliga)

Burger VC 99 (Aufsteiger Landesoberliga Sachsen-Anhalt)

Cottbuser VV (Aufsteiger Brandenburgliga)

Elsterwerdaer SV 94 (Aufsteiger Brandenburgliga)

 

Start mit vier Spielen bei den Frauen

An diesem Wochenende nehmen die Frauen mit vier Begegnungen die Saison auf: am Sonnabend mit SC Potsdam II gegen SV Braunsbedra und am Sonntag mit SG Rotation Prenzlauer Berg II gegen VC Bitterfeld-Wolfen, VT Rudow-Altglienicke gegen VfK Berlin-Südwest und KSC ASAHI Spremberg gegen WSG Reform Magdeburg. Wir haben vor dem Auftakt die Trainer der acht in die Saison startenden Mannschaften befragt:

1. Wie hat sich die Mannschaft unter der Corona-Pandemie auf die neue Saison vorbereitet?

2. Welche personellen Veränderungen gibt es im Vergleich zur vorigen Saison?

3. Mit welchen Zielen geht die Mannschaft ins neue Spieljahr?

Leider haben bis zur Stunde nur vier Trainer geantwortet. Sollten noch weitere Antworten eintreffen, wird dieser Vorbericht natürlich ergänzt.

 

Isabell Harbrecht, Trainerin der SG Rotation Prenzlauer Berg II

1. Zu Beginn der Pandemie haben wir uns zweimal wöchentlich zu einem gemeinsamen Skype-Workout in den eigenen vier Wänden getroffen und vor allem an individuellen Schwächen und einer allgemeinen körperlichen Grundlage gearbeitet. Da in Berlin relativ frühzeitig Pandemie-Lockerungen eingeführt wurden, haben wir im Sommer in zwei voneinander getrennten Kleingruppen im Sand trainiert und dort das Ballgefühl wiederhergestellt. Seit Anfang Juli wurde erst einmal, dann zweimal wöchentlich wieder in der Heimhalle trainiert. Diese Vorbereitungsphase wurde leider durch Coronaverdachtsfälle im Umfeld der Mannschaft teilweise unterbrochen. Aufgrund negativer Befunde waren diese Unterbrechungen sehr kurz. Einer erfolgreichen Saison unter besonderen Herausforderungen steht also aktuell nichts im Wege.

2. Durch zwei Ausfälle auf der Zuspielposition haben wir eine neue Zuspielerin für diese Saison. Des Weiteren wird das Team durch eine neue Mittelblockerin ergänzt.

3. Das Hauptziel für diese Saison liegt in der individuellen Weiterentwicklung jeder Spielerin und der gemeinsamen Entwicklung des gesamten Teams. Eine gute Platzierung spielt dabei eine hintergründige Rolle, der sichere Klassenerhalt ist aber dennoch ein Etappenziel.

Noch ein Wort zur Trainerin Isabell Harbrecht. Sie hat ihre Spielerkarriere beim BBSC Berlin in der Jugend begonnen und später ab der 7. Klasse bis zum Abitur das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin besucht. Sie war Spielerin im Talentezentrum VCO Berlin, erst in der Halle, dann vier Jahre lang im Sand. Aufgrund einer Verletzung tauschte sie aber nun die Rollen. Dabei entdeckte sie ihre Leidenschaft als Trainerin. Seit 2018 betreut sie das Team aus Prenzlauer Berg. „Ich freue mich mit den Spielerinnen den Schritt in die Regionalliga zu gehen und viel Erfahrung zu sammeln“, sagt sie.

 

Trainer Thoralf Riederer vom VfK Berlin-Südwest

1. Mit Schulbeginn konnten wir unsere gewohnten Hallenzeiten nutzen. Daher bin ich mit unserer Vorbereitung zufrieden. Wir hätten gern das eine oder andere Turnier gespielt, was leider nicht möglich war.

2. Einige meiner Spielerinnen spielen seit 15 Jahren in diesem Team. Wir sind sehr froh, dass sich in dieser Saison mehrere junge Spielerinnen für uns entschieden haben. Wir erwarten einen neuen Konkurrenzkampf und hoffen, dass die Mannschaft schnell zusammenwachsen wird.

3. Zunächst möchten wir unsere neuen Spielerinnen optimal integrieren und an den Spieltagen gemeinsam Spaß haben. Natürlich wollen wir die Klasse halten.

 

Trainerin Anja Looke vom KSC ASAHI Spremberg

1. Leider war individuelles Training für die Spielerinnen bis in den September hinein nicht möglich. Dafür wurden Ausdauer- und Athletikeinheiten im Freien notgedrungen genutzt. Das Hallentraining war in den letzten drei Wochen sehr intensiv und die Spielerinnen auch entsprechend motiviert. Wir profitieren von den Erfahrungen einiger Stammspielerinnen, Routine und eine gute Volleyballausbildung in den vergangenen Jahren hilft in dieser Situation sehr. Wir sind neu in der Regionalliga und nehmen offen die anstehenden Herausforderungen an.

2. Aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie konnten wir unseren Brandenburger Landesmeistertitel mit den Fans und Freunden nicht feiern. Daher wurden wir in den modernen Medien wie Facebook und Instagram sehr aktiv. Auch über persönliche Kontakte versuchten wir, neue Spielerinnen zu akquirieren. Aufgrund der schwachen Bevölkerungsdichte gibt es nicht viele konkurrierende Vereine. Unsere Spielerinnen haben auch lange Anfahrtswege zum Training. Dennoch haben wir drei Neuzugänge mit Christin Hennig (USV Potsdam), Madlen Schenker und Romy Crüger aus Cottbus. Beide sind nach einer Babypause wieder in den aktiven Volleyballsport zurückgekehrt.

3. Es ist für viele Spielerinnen die erste Saison in einer Regionalliga. Die Motivation und der Ehrgeiz sehr hoch. In den letzten zwei Jahren haben wir die Mannschaft neu ausgerichtet und zielgerichtet trainiert. Das wurde durch zwei Aufstiege in die jeweils höhere Liga belohnt. Wir möchten uns nun in der Regionalliga etablieren. Das neue Kapitel ist für unsere Frauen und dem weiblichen Nachwuchs soll unbedingt eine konstante Fortschreibung erfahren.

 

Teammanager Ralph Torge vom VT Rudow-Altglienicke

1. Das Team ist - zwar unter Corona-Beschränkungen - nach der Hallensaison den Sommer über beachen gegangen. Zeitlich passend zum ursprünglich geplanten ersten Spieltag im September begann dann das Hallentraining und die Bildung des neuen Kaders. Die durch den verschobenen Saisonbeginn lange Wartezeit wurde unter anderem mit Test- und Trainingsspielen überbrückt.

2. Den höheren körperlichen, aber auch zeitlichen Anforderungen in der Regionalliga geschuldet, hat es natürlich einige personelle Veränderungen gegeben. Neben einigen wenigen Abgängen konnten wir uns auf fast allen Positionen verstärken. Auch die Trainerposition wurde mit Sven Richter neu besetzt.

3. Als Aufsteiger aus der Berlinliga wollen wir primär um den Verbleib in der Regionalliga kämpfen. Ziel ist es, sich im oberen Drittel der Regionalliga Nordost zu etablieren.

Jürgen Holz, ehemaliger Regionalpressewart

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