Ligageschehen Regionalliga Nordost 2017-2018

Wochenumschau nach dem 12. Spieltag: Beim Rückrundenstart stürmen die Männer des SC Potsdam an die Spitze

Aktualisierte Fassung mit weiteren Trainerstimmen – Stand: Montag, 8. Januar 2018 um 18 Uhr

Nach einer vierwöchigen Pause wurde am ersten Januar-Wochenende mit dem 12. Spieltag die Rückrunde der Saison 2017/2018 gestartet, was für manche favorisierten Teams nicht ohne Probleme war. So wurde bei den Männern der Spitzenreiter Dessau Volleys gestürzt, und der SC Potsdam stürmte an die Tabellenspitze. Doch dazu später.

Punktabzüge für die Männer

von CV Mitteldeutschland II

Noch vor Jahresultimo hatte es eine im Abstiegskampf nicht unerhebliche Entscheidung bei den Männern gegeben: Das Team von CV Mitteldeutschland II akzeptierte die aufgrund eines Regelverstoßes am 9. Spieltag im Heimspiel gegen MTV Mariendorf ausgesprochene Entscheidung des Regionalspielwarts Uwe Näthler und legte keinen Einspruch ein. Somit ist die Entscheidung mit der Spielwertung von 0:3 (0, 0, 0) – statt 3:0 (12, 24, 19) – rechtskräftig. Damit änderte sich vor dem Rückrundenstart auch die Platzierung am Tabellenende: Der USC Magdeburg rückte auf den neunten Platz (8 Punkte) vor, dahinter folgen als Zehnter Mitteldeutschland II (6 Punkte) und als Schlusslicht der MTV Mariendorf (5 Punkte). Da beim Start ins neue Jahr aus diesem abstiegsbedrohten Kreis sowohl Magdeburg als auch Mitteldeutschland II spielfrei waren und Mariendorf auswärts gegen den VfK Berlin-Südwest mit 0:3 (-14, -21, -20) den Kürzeren zog, änderte sich an dieser Tabellensituation nichts.

2:3-Verlierer Dessau am Ende

mit einem Punkt unzufrieden

Im Fokus des Rückrundenstarts standen bei den Männern zwei Begegnungen, die man von dem Tabellenbild her durchaus als Spitzenpaarungen bezeichnen konnte. Denn es trafen der SV Energie Cottbus (Tabellendritter/21 Punkte) und der Spitzenreiter Dessau Volleys (23 Punkte) sowie die TSGL Schöneiche II (Tabellensechster/17 Punkte) und der SC Potsdam (Tabellenzweiter/22 Punkte) aufeinander. Gerade hinsichtlich der Paarung Cottbus kontra Dessau drängte sich die Frage auf: Würde sich Dessau einen Ausrutscher leisten und damit Potsdam oder Cottbus unfreiwillig die Chance bieten, an die Tabellenspitze zu stürmen? Die Dessauer waren übrigens noch vor Weihnachten in der 3. Runde des VVSA-Pokals gescheitert. Im Halbfinale hatten sie unerwartet gegen den USC Magdeburg mit 1:3 verloren. Die Magdeburger unterlagen schließlich im Finale dem Zweitbundesligisten CV Mitteldeutschland mit 0:3.

Die Lausitzer, die in der Hinrunde am 3. Spieltag zu einem 3:0-Sieg in Dessau gelangt waren, taten sich lange Zeit schwer. Nach einer 2:0-Satzführung schienen sie auf dem Weg zum sicheren Heimerfolg. Doch dann kippte die Begegnung, und die Dessauer glichen zum 2:2-Satzstand aus. Erst das knappe 15:13 im Tiebreak sicherte Cottbus den umkämpften 3:2 (20, 20, -12, -16, 13)-Erfolg.

Der 34-jährige Cottbuser Zuspieler Mario Zimmer schilderte die Situation so: „Es war ein typisches Jahresauftaktspiel. Wir hatten drei Wochen mit dem Training pausiert und erst in der ersten Woche des neuen Jahres das Training wieder aufgenommen. Nach unseren ersten beiden Satzgewinnen wurden die Leistungen des Gegners immer stabiler, während bei uns der Spielfaden riss. So mussten wir in den Tiebreak. Hier wechselten wir bei eigener 8:6-Führung die Seiten. Aber es blieb bis zum Schluss eng. 15:13 im fünften Satz – das hätte genauso gut umgekehrt ausgehen können. Entscheiden war, dass wir in diesem Entscheidungssatz wieder zur spielerischen Konzentration zurückgefunden haben. Ein für die Zuschauer langes und spannendes Spiel, aber eben kein besonders schönes Spiel.“

Auf der Gegenseite kommentierte der Dessauer Trainer Ingo Häntschel das Geschehen so: „In den ersten beiden Sätzen entwickelte sich ein Spiel auf sehr hohem Niveau. Leichte Vorteile auf unserer Seite mit zwei, drei Punkten führend, konterte Cottbus vor allem durch ihre sehr guten Außen- bzw. Diagonalangreifer René Andörfer und David Roy. Im letzten Drittel der ersten beiden Sätze kontrollierten die Gastgeber das Geschehen und gewannen die Sätze auch. Im dritten und vierten Satz konnten wir die kleinen Schwächephasen ausmerzen und die Sätze überraschend deutlich mit 25:12 und 25:16 gewinnen. Dabei entwickelten wir sehr viel Druck mit unserem Aufschlag und hatten somit leichtere Bedingungen beim Block und in der Feldabwehr. Im Tiebreak startete Cottbus besser (8:6 zum Seitenwechsel). Beim 9:9 waren wir ran und hatten beim Stand von 13:12 die Chance auf den Sieg. Da wir unsere letzten Angriffe jedoch nicht gut ausspielten, konnte letztendlich Cottbus jubeln. Aufgrund der schwierigen personellen Bedingungen - wir waren zu acht in Cottbus - hätte ich vor dem Spiel einen Punkt gern angenommen. Nach dem Spielverlauf und der Endphase haben wir jedoch einen Punkt liegengelassen. Dabei lasse ich nicht außer Acht, dass Cottbus ein würdiger Sieger dieses sehr guten Spiels ist.“

Verdiente Niederlage des

Gastgebers TSGL Schöneiche II

Die zwei Punkte für die siegreichen Cottbuser waren schließlich zu wenig, um in der Tabelle einen Schritt nach vorn zu tun. Das blieb dem Tabellenzweiten SC Potsdam vorbehalten, der mit einem topsicheren 3:0 (17, 15, 19) gegen Gastgeber TSGL Schöneiche II an die Tabellenspitze stürmte. Potsdam (25 Punkte) führt nunmehr das Feld vor Dessau (24), Cottbus (23) und VfK Berlin-Südwest (20) an. Schon in der Hinrunde hatten sich am 3. Spieltag die Potsdamer zu Hause gegen Schöneiche II durchgesetzt. Damals ging das Spiel über fünf Sätze. Davon war man diesmal weit entfernt.

„Das Ergebnis ist für Potsdam vollkommen verdient, auch in dieser Deutlichkeit“, meinte denn auch Schöneiches Kapitän Robert Brandt ohne Umschweife. „Potsdam bestimmte fast immer – sieht man vom Anfang des dritten Satzes ab – das Geschehen und spielte äußerst effektiv, clever und mit vollem Einsatz. Auch mit drei sehr jungen Spielern auf dem Feld eine klasse Leistung. Hut ab! Bei uns hatte die lange Trainingspause ihre Spuren hinterlassen. Dazu kam eine schlechte Annahme, die uns es unmöglich machte, ein ordentliches Spiel aufzubauen. Wir waren heute leider nicht in der Lage, unser Potenzial abzurufen gegen eine Potsdamer Mannschaft, die einfach fast gar keine Fehler machte. Für uns heißt es jetzt: Hart zu trainieren und es nächste Woche gegen den BVV besser zu machen. Unser Ziel bleibt unverändert, einen guten Platz im Mittelfeld weiter sichern.“

USV Potsdam sammelt weiter

Punkte für den Klassenerhalt

Punkte gegen den Abstieg sammeln – das war die Devise des USV Potsdam, der letzte Saison lange Zeit im Abstiegskampf verstrickt war. Als Tabellenachter (12 Punkte) stehen sie nun etwas komfortabler da und hatten vor diesem Spieltag bereits ein 6-Punkte-Polster gegenüber einem Abstiegsrang. Das sollte gegen den Tabellennachbarn Berliner Volleyballverein Vorwärts (7./15 Punkte) weiter ausgebaut werden, was mit dem 3:0 (20, 18, 19) auch gelang. Der Lohn: Beide Teams wechselten die Plätze. Potsdam ist nun Siebenter vor dem punktgleichen BVV (je 15). Thomas Schulze vom USV-Team war denn auch zufrieden: „Es war ein ungefährdeter 3:0-Erfolg. Der BVV konnte lediglich im dritten Satz mithalten. Wir haben mit diesen drei Punkten den Anschluss an das Mittelfeld endgültig hergestellt und werden in den kommenden Spielen versuchen, uns weiter nach oben zu arbeiten.“ Lobend hob er Mittelblocker Robert Müller, der für eine stabile Annahme sorgte und als wertvollster Spieler ausgezeichnet wurde, und auch Richard Dalbock hervor, der im Zuspiel überzeugte.

Frauen: Im Gleichschritt an der Spitze

und Platzwechsel im Tabellenkeller

Bei den Frauen war das Spitzenduo mit dem Halbserienmeister SG Rotation Prenzlauer Berg II (29 Punkte) auswärts gegen den SV Energie Cottbus (5./16 Punkte) und der USV Potsdam (2./28 Punkte) zu Hause gegen den Berliner Volleyballverein Vorwärts (7./12 Punkte) eindeutig favorisiert, wobei die Prenzelbergerinnen mit den Lausitzerinnen nach der Papierform auf den schwereren Gegner trafen. Cottbus hatte sich eine Woche vor Weihnachten im Nachholspiel vom 1. Spieltag mit einem mühsamen 3:2 (21, -19, -16, 21, 14)-Auswärtssieg gegen den BVV punktemäßig dichter an das führende Quartett herangeschoben. Prenzlauer Berg war also gewarnt.

Tatsächlich mussten die Prenzelbergerinnen gleich den ersten Satz mit 13:25 abgeben – es war der erst vierte Satzverlust in dieser Saison! Doch danach drehte Prenzlauer Berg in gewohnter Manier auf und gelangte zum sicheren 3:1 (-13, 8, 11, 16)-Auswärtssieg.

Auch der unmittelbare Verfolger USV Potsdam musste auf eigenem Parkett gegen den Berliner Volleyballverein Vorwärts einen Satz abgeben, ließ sich aber unterm Strich beim 3:1 (16, -24, 21, 15) nicht außer Tritt bringen. USV-Trainer Thomas Schulze bemängelte schließlich: „Wir haben gegen den BVV einen Satz verschenkt. Vor allem ein mangelhaftes Aufschlagspiel sorgte im zweiten Abschnitt für den 24:26-Satzverlust, denn neun Aufschlagfehler konnte die Mannschaft um Kapitänin Martina Gast nicht kompensieren. Danach erarbeitete sich das Team den dritten Satz, im vierten Abschnitt war dann der Widerstand des BVV gebrochen.“

Nach der gegenwärtigen Tabellensituation an der Spitze mit dem Fast-Gleichschritt von Prenzlauer Berg II (32 Punkte) und Potsdam (31), die also nach wie vor nur ein Punkt trennt, könnte am nächsten 13. Spieltag mit der Begegnung Prenzlauer Berg kontra Potsdam vermutlich eine Titel-Vorentscheidung fallen. In der Hinrunde hatten die Potsdamerinnen nach einer 2:1-Satzführung denkbar knapp mit 2:3 (-26, 18, 25, -21, -9) verloren. Es kann also durchaus noch recht spannend werden.

Halles Trainer lobt: „Konstant

und konsequent durchgespielt

Zwei Teams, die mit 18 Zählern punktgleich hinter dem führenden Duo auf der Lauer lagen, trafen gleich zu Jahresbeginn direkt aufeinander: USV Halle (4.) kontra TSV Spandau 1860 (3.). Die Hallenserinnen setzten sich zu Hause mit 3:0 (20, 10, 13) sicher durch und schoben sich mit 21 Punkten vor Spandau (18) auf den dritten Tabellenplatz vor. Die Kluft zum Führungsduo ist mit mindestens 10 Punkten aber gewaltig!

Halles Trainer Axel Göbel fasste seine Eindrücke vom Spiel Dritter gegen Vierter folgendermaßen zusammen: „Überschreiben möchte ich den Abend: konstant und konsequent durchgespielt. Nach nur zwei Trainingseinheiten im neuen Jahr war nicht so ganz klar, wo wir stehen. Der erste Satz war umkämpft. Beide Teams nahmen gut an und wehrten gut ab, nur im Angriff wollte keiner so richtig eine Lösung finden. Erst zum Ende des Satzes wurden unsere Angriffsaktionen genauer und bescherten uns den ersten Satzgewinn im neuen Jahr. Die Sätze zwei und drei sind schnell erzählt: Bei Spandau ging so ziemlich nichts mehr. Die im ersten Satz noch so stabile gegnerische Annahme bekam nur noch wenige Bälle nach vorn, dazu fielen einfachste Bälle zu Boden, und im Angriff wurden sehr viele Geschenke verteilt. Mit der Sicherheit des ersten gewonnen Satzes spielten wir mit viel Spaß und vor allem mit ordentlichem Tempo. Die Annahme und die Abwehr funktionierten durchweg. Das gab noch mehr Mut. So konnten wir mit engagiertem Angriffsspiel und druckvollen Aufschlägen einen zu jeder Zeit ungefährdetem 3:0-Sieg einfahren. Nach dem Spiel verstand ich meinen Trainerkollegen, der mir vor dem Spiel schon sein Leid über seine große Verletztenliste geklagt hatte. Wir dürfen an den kommenden beiden Wochenenden wieder in Berlin spielen: zuerst beim BVV, gegen den wir im Hinspiel nichts zu bestellen hatten, und dann in Altglienicke. Wir sind motiviert und voller Tatendrang. Der dritte Tabellenplatz sollte unser Selbstvertrauen ordentlich festigen.“

Brandenburgerinnen geben

ein Lebenszeichen von sich

Im Abstiegskampf gab Schlusslicht SF Brandenburg 94 ein Lebenszeichen von sich. Aufsteiger SG Einheit Zepernick wurde mit 3:0 (25, 17, 20) geschlagen. Der dritte Saisonsieg änderte allerdings an der Tabellenposition nichts. Doch mit nunmehr acht Punkten sind die Brandenburgerinnen dichter an die unmittelbaren Abstiegskandidaten herangerückt. Neuer Tabellenvorletzter ist der Neuling TSV Wedding (9 Punkte), der gegen den bisherigen Vorletzten VfK Berlin-Südwest keinen Punkt gewann, obwohl die Partie durchaus dramatisch verlief. Aber am Ende setzten sich die Südwestlerinnen mit 3:0 (22, 26, 22) durch und rückten auf den achten Rang (11 Punkte).

Neuer Drittletzter ist die diesmal spielfreie VSG Altglienicke (10 Punkte). Eine enge Kiste also im Kampf gegen den Abstieg, der am Ende drei Teams trifft. Da zwischen dem Drittletzten und dem Tabellensechsten SG Einheit Zepernick lediglich eine 2-Punkte-Differenz besteht, ist nach augenblicklicher Lage die halbe Frauen-Staffel vom Abstieg bedroht!

Der Spieltag im Überblick

Männer, 12. Spieltag am 6. Januar 2018: VfK Berlin-Südwest – MTV Mariendorf 3:0. Am 7. Januar 2017: USV Potsdam – Berliner Volleyballverein Vorwärts 3:0, SV Energie Cottbus – Dessau Volleys 3:2, TSGL Schöneiche II – SC Potsdam 0:3.

Frauen, Nachholspiel am 17. Dezember 2017 (vom 1. Spieltag): Berliner Volleyballverein Vorwärts – SV Energie Cottbus 2:3. 12. Spieltag am 6. Januar 2018: SF Brandenburg 94 – SG Einheit Zepernick 3:0, VfK Berlin-Südwest – TSV Wedding 3:0, USV Halle – TSV Spandau 1860 3:0. Am 7. Januar 2018: USV Potsdam – Berliner Volleyballverein Vorwärts 3:1, SV Energie Cottbus – SG Rotation Prenzlauer Berg II 1:3.

Die nächsten Spiele

Männer, 13. Spieltag am 13. Januar 2018: MTV Mariendorf – SV Energie Cottbus. Am 14. Januar 2018: Berliner Volleyballverein Vorwärts – TGL Schöneiche, Dessau Volleys – USV Potsdam.

Männer, 14. Spieltag am 20. Januar 2018: Dessau Volleys – Berliner Volleyballverein Vorwärts, VC Olympia Berlin II – SC Potsdam, VfK Berlin-Südwest – CV Mitteldeutschland II. Am 21. Januar 2018: SV Energie Cottbus – USC Magdeburg, USV Potsdam – MTV Mariendorf.

Frauen, 13. Spieltag am 13. Januar 2018: SG Einheit Zepernick – VfK Berlin-Südwest, SG Rotation Prenzlauer Berg – USV Potsdam. Am 14. Januar 2018: TSV Spandau 1860 – VSG Altglienicke, Berliner Volleyballverein Vorwärts – USV Halle, TSV Wedding – SV Energie Cottbus.

Frauen, 14. Spieltag am 20. Januar 2018: SG Rotation Prenzlauer Berg II – Berliner Volleyballverein Vorwärts, SF Brandenburg 94 – TSV Spandau 1860. Am 21. Januar 2018: SV Energie Cottbus – SG Einheit Zepernick, USV Potsdam – TSV Wedding, VSG Altglienicke – USV Halle.

Die nächste Wochenumschau erscheint mit einer Zusammenfassung vom 13. und 14. Spieltag am Dienstag, 23. Januar 2018. Vereine und Mannschaften können Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

10.12.2017

Wochenumschau nach dem 11. Spieltag: Prenzelbergerinnen erwartungsgemäß inoffizieller Halbzeitmeister

Mit dem 11. Spieltag ist die erste Halbserie der Regionalliga Nordost beendet. Zugleich ist damit das Spieljahr 2017 so gut wie abgeschlossen. Die 27. Nordostdeutsche Regionalligasaison wird nach einer vierwöchigen Pause am 6./7. Januar 2018 mit dem 12. Spieltag fortgesetzt. Das Saisonfinale steht dann am 21. April 2018 für die Frauen und am 22. April 2018 für die Männer an. Bis dahin ist es aber noch ein Stück des Weges, bis die beiden Regionalmeister und die Direktabsteiger – zwei bei den Männern und drei bei den Frauen – feststehen.

In diesem Zusammenhang sei daran erinnert: Auf Beschluss des Regionalspielausschusses (RSA) umfassen beide Staffeln jeweils 11 Mannschaften plus gegebenenfalls die Talenteteams des VC Olympia Berlin II. Bei den Frauen ist die 11er Quote ohne VCO-Teilnahme erfüllt, so dass es hier drei direkte Ab- und dementsprechend drei direkte Aufsteiger gibt. Bei den Männern sind hingegen nur 10 Mannschaften plus VCO Berlin II in die Saison 2017/2018 gegangen, weil der KSC ASAHI Spremberg seine Mannschaft kurzfristig zurückgezogen hat. Somit gibt es hier zwar drei Direktaufsteiger, aber eben nur zwei direkte Absteiger, sofern nicht aus der Dritten Liga Nord Mannschaften aus dem Nordost-Regionalbereich absteigen.

Mit dem zurückliegenden 11. Spieltag ist nunmehr das zumeist verschobene Tabellenbild in beiden Staffeln einigermaßen im Lot, weil die meisten Mannschaften 10 Spiele ausgetragen haben. Mit der Ausnahme: Bei den Frauen haben der SV Energie Cottbus und der Berliner Volleyballverein Vorwärts zur Stunde lediglich neun Spiele absolviert. Hier gibt es ein Nachholspiel vom 1. Spieltag mit BVV gegen Cottbus am 17. Dezember 2017. Danach gibt es auch in der Frauenstaffel einen absoluten Gleichstand nach Spielen.

Männer: Mit Dessau und SC Potsdam

ein unerwartetes Duo an der Spitze

Das Fazit der ersten Halbserie bei den Männern: Mit dem Aufsteiger Dessau Volleys (23 Punkte), der sich schon vor einer Woche die inoffizielle Halbzeitmeisterschaft gesichert hatte (der gewohnheitsmäßige Begriff „Herbstmeister“ verbietet sich, weil inzwischen der kalendarische Winteranfang Einzug gehalten hat) und dem SC Potsdam (22 Punkte), letzte Saison noch als VC Potsdam-Waldstadt spielend, liegen zwei Mannschaften an der Tabellenspitze und damit auf Titelkurs, die man vor Saisonbeginn dort nicht unbedingt erwartet hatte. Nach Lage der Dinge peilen beide Teams jedoch nicht unbedingt den Aufstieg in die Dritte Liga Nord an. Zum Fazit gehört auch die negative Überraschung, dass der Ex-Drittligist USC Magdeburg als Tabellenvorletzter um den Klassenerhalt ringt. Es wäre ein Desaster, wenn die Magdeburger tatsächlich Schritt für Schritt von der 2. Bundesliga Nord bis in die Landesoberliga von Sachsen-Anhalt abstürzen würden.

Die bislang so beeindruckend aufspielenden Dessauer waren an diesem letzten Spieltag im alten Jahr spielfrei. Dafür mussten die beiden unmittelbaren Verfolger aufs Parkett: der Tabellenzweite SV Energie Cottbus und der Tabellendritte SC Potsdam, die mit jeweils 19 Punkten gleichauf lagen. Für sie ging es also darum, den Dessauern dicht auf den Fersen zu bleiben. Die Cottbuser trafen im Auswärtsspiel auf den VfK Berlin-Südwest. Beide Mannschaften waren 3:2-Gewinner des vorherigen Spieltages. Die Lausitzer knüpften an den schwer erkämpften 5-Satz-Heimsieg vor einer Woche gegen die Jungen des VC Olympia Berlin II an. Auch diesmal mussten sie über fünf Sätze gehen, ehe nach einem 1:2-Satzrückstand der umkämpfte 3:2 (20, -21, -22, 22, 19)-Erfolg feststand. Die im Mittelfeld liegenden Südwestler waren dem Spielgewinn greifbar nahe, denn im wiederholt verlängerten Tiebreak hatte sie am Ende unglücklich mit 19:21 (!) das Nachsehen. Immerhin wurden sie mit einem Punkt belohnt.

Potsdam als Tabellenzweiter

im ungebremsten Höhenflug

Für die Cottbuser hatte der Punktverlust die Folge, dass sie vom zweiten auf den dritten Rang zurückfielen und dem SC Potsdam den Vortritt lassen mussten. Die zuletzt erfolgreichen Potsdamer (3:0 gegen den Aufsteiger und Tabellenletzten MTV Mariendorf) ließen zu Hause gegen Magdeburg nichts anbrennen, schlugen die Elbestädter erwartungsgemäß mit 3:1 (23, 22, -29, 12) und sicherten sich damit weitere drei Punkte. Dabei wollten sich die Magdeburger, die vor eine Woche im Sachsen-Anhalt-Derby gegen CV Mitteldeutschland II ihren ersten Auswärtspunkt erkämpft hatten, in Potsdam so teuer wie möglich verkaufen. Sie hatten eigens in einem Testspiel unter der Woche gegen den unterklassigen Burger VC 99 an ihren Schwächen gearbeitet und alle Hoffnungen darauf gesetzt, dafür wenigsten mit einem weiteren Auswärtspunkt belohnt zu werden. Doch mehr als der spektakuläre Gewinn des dritten Satzes mit 31:29 sprang für die Schützlinge um Trainer Marko Schulz nicht heraus.

„Der zweite Platz zum Ende der ersten Halbserie übertrifft unsere Erwartungen“, räumte Potsdams 30-jähriger Außen-Annahme-Spieler Jakob Violet ein. „Zwar ist die Mannschaft gegenüber der Vorsaison weitgehend zusammengeblieben, sie ist auch reifer und abgeklärter geworden, doch acht Siege in zehn Spielen – das ist einigermaßen überraschend.“ Violet verwies aber darauf, dass es im Team um Trainer Gregor Steinke doch einige Verunsicherungen gegeben hatte. „Unser etatmäßiger Zuspieler stand uns von Anbeginn nicht zur Verfügung. So musste praktisch über Nacht der erst 16-jährige Kai Wieser in diese wichtige Rolle hineinwachsen. Dass er inzwischen viermal zum wertvollsten Spieler gewählt wurde, zuletzt auch gegen Magdeburg, verdeutlicht, wie stark er seine neue Rolle in unserer Mannschaft angenommen hat und ausübt.“ Noch einen Vorteil hebt Jakob Violet hervor: „Wir haben auch gegen Magdeburg mehrfach in der Endphase mit zwei Punkten zurückgelegen. Doch im Gegensatz zu früher haben wir uns gerade im Endkampfverhalten steigern und solche Sätze noch gewinnen können.“

Im dritten Männer-Spiel vor dem Jahreskehraus ging es in der vom 20. Spieltag vorgezogenen Begegnung zwischen dem Berliner Volleyballverein Vorwärts (Viertletzter mit 12 Punkten) und CV Mitteldeutschland II (Drittletzter mit 9 Punkten) um wertvolle Punkte für den Klassenerhalt. Der BVV nutzte seinen Heimvorteil perfekt und fertigte die Anhaltiner mit 3:0 (16, 15, 21) deutlich ab und rückte auf den siebenten Rang vor.

Somit überwintern in der Abstiegszone Aufsteiger MTV Mariendorf als Schlusslicht (2 Punkte), Magdeburg als Vorletzter (8 Punkte) und Mitteldeutschland als Drittletzter (9 Punkte). Wenn die Mitteldeutschen wegen eines Regelverstoßes sogar noch drei Punkte aus dem eigentlich gewonnenen Spiel gegen Mariendorf abgesprochen bekommen, wird deren Lage noch schwieriger. Man muss kein Prophet sein: Aus diesem Trio dürften die zwei potenziellen Direktabsteiger kommen.

Frauen: Prenzlauer Berg hat

allen Grund zum Feiern

Im Gegensatz zu den Männern stand bei den Frauen an diesem letzten Spieltag vor der Jahreswende ein volles Programm mit fünf Partien an. Dabei gab es keine Zweifel daran, dass sich der Spitzenreiter SG Rotation Prenzlauer Berg II in seinem zehnten Saisonspiel auswärts gegen den Neuling VSG Altglienicke die nötigen Punkte zum Halbzeitmeistertitel holen würde. Mit einem 3:0 (23, 14, 13)-Auswärtssieg machten die Prenzelbergerinnen die Halbzeitmeisterschaft perfekt. Gratulation an das Team um die Trainer Klaus und Heike Helmke!

„Nun werden wir am kommenden Dienstag in einem Berliner Bowlingcenter die Halbserie sportlich ausklingen lassen und den Herbstmeistertitel gebührend feiern“, so Klaus Helmke. Für Prenzlauer Berg war es der zehnte Sieg im zehnten Saisonspiel. Beinahe drohte jedoch die Topbilanz mit 30:3 Sätzen geschwächt zu werden. Denn der erste Satz wurde mit Ach und Krach mit 25:23 gewonnen. „Dafür gibt es eine einfache Erklärung“, so Klaus Helmke. „Zum einen haben wir zwei starke Spielerinnen an unsere erste Mannschaft, die in der Dritten Liga Nord im Spitzenfeld liegt, abgegeben. Zum anderen und das ganz besonders: Unsere beiden auf der Liberoposition spielenden Frauen standen uns krankheitsbedingt nicht zur Verfügung. So musste ich gegen Altglienicke die schon 31-jährige Jennifer Schermacher sozusagen reaktivieren. Sie brauchte natürlich ein bisschen Zeit, um sich als Libera ins Spiel reinzufinden. Folglich lief unser Spiel nicht wie gewohnt von Anbeginn reibungslos, so dass wir etliche Punkte abgaben und beinahe noch in Bedrängnis geraten wären. Aber am Ende hat es zum 25:23-Satzgewinn gereicht. Der Rest war nur noch Formsache. Nun wird gefeiert!“

Neben Prenzlauer Berg ist auch der nur einen Punkt hinter dem Spitzenreiter liegende USV Potsdam (28 Punkte) auf Titelkurs. Potsdam war eindeutiger Favorit gegen das gastgebende Schlusslicht SF Brandenburg 94 und wurde dieser Rolle beim 3:0 (12, 16, 15) auch gerecht. Mit diesem Sieg bereits am Sonnabend rückten die Potsdamerinnen zumindest über Nacht an die Tabellenspitze, ehe sie tags darauf wieder von Prenzlauer Berg verdrängt wurden.

Die Aufstiegsfrage völlig offen,

dafür halbe Staffel abstiegsbedroht

Die hinter dem Spitzenduo liegenden Verfolgern TSV Spandau 1860 und USV Halle trafen auf Neulinge: Spandau zu Hause auf die SG Einheit Zepernick und Halle auf den TSV Wedding. Die Rollenverteilung schien also klar. Doch während sich die Hallenserinnen beim 3:1 (-23, 20, 13, 12) gegen Wedding erwartungsgemäß drei Punkte sicherten, ließen die Spandauerinnen beim 0:3 (-21, -23, -19) gegen Zepernick (siehe Foto oben) Federn. Nunmehr sind Spandau als Tabellendritter und Halle als Tabellenvierter mit jeweils 18 Punkten gleichauf, haben aber schon 10 bzw. 11 Punkte Rückstand zum führenden Duo. Was das für die mögliche Aufstiegsanwartschaft in die Dritte Liga Nord bedeutet, lässt sich zur Stunde nicht absehen. Prenzlauer Berg, Potsdam und auch Halle wollen aus unterschiedlichen Gründen nicht nach oben. Ob Spandau das Risiko eingeht, ist ungewiss.

Seinen fünften Tabellenplatz festigte der SV Energie Cottbus (14 Punkte). Allerdings mussten die Lausitzerinnen mit dem 3:2 (22, -25, -17, 25, 6) beim Tabellenvorletzten VfK Berlin-Südwest einen Punkt abgeben. Für die Südwestlerinnen, denen offensichtlich im Tiebreak (6:15) die Luft ausgegangen war, am Ende aber ein wertvoller Zähler im Kampf um den Klassenerhalt.

In dem 11er-Feld haben Brandenburg (11./5 Punkte), Berlin-Südwest (10./8 Punkte) und Wedding (9./9 Punkte) die schlechtesten Karten, um am Saisonende nicht zu den drei Direktabsteigern zu gehören. Nur geringfügig besser stehen Altglienicke (8./10 Punkte), der BVV (7./11 Punkte) und Zepernick (6./12 Punkte) da. Kurzum: Die Hälfte der Frauenstaffel ist abstiegsbedroht. Das ist Zündstoff für die zweite Halbserie!

Der Spieltag im Überblick

Männer 11. Spieltag am 9. Dezember 2017: VfK Berlin-Südwest – SV Energie Cottbus 2:3, SC Potsdam – USC Magdeburg 3:1. Vorgezogenes Spiel am 9. Dezember 2017 (vom 20. Spieltag): Berliner Volleyballverein Vorwärts – CV Mitteldeutschland II 3:0.

Frauen, 11. Spieltag am 9. Dezember 2017: VfK Berlin-Südwest – SV Energie Cottbus 2:3, SF Brandenburg 94 – USV Potsdam 0:3, USV Halle – TSV Wedding 3:1, TSV Spandau 1860 – SG Einheit Zepernick 0:3. Am 10. Dezember 2017: VSG Altglienicke – SG Rotation Prenzlauer Berg II 3:0.

Die nächsten Spiele

Männer, 12. Spieltag am 6. Januar 2018: VfK Berlin-Südwest – MTV Mariendorf. Am 7. Januar 2017: USV Potsdam – Berliner Volleyballverein Vorwärts, SV Energie Cottbus – Dessau Volleys, TSGL Schöneiche II – SC Potsdam.

Frauen, Nachholspiel am 17. Dezember 2017 (vom 1. Spieltag): Berliner Volleyballverein Vorwärts – SV Energie Cottbus. 12. Spieltag am 6. Januar 2018: SF Brandenburg 94 – SG Einheit Zepernick, VfK Berlin-Südwest – TSV Wedding, USV Halle – TSV Spandau 1860. Am 7. Januar 2018: USV Potsdam – Berliner Volleyballverein Vorwärts, SV Energie Cottbus – SG Rotation Prenzlauer Berg II.

Die nächste Wochenumschau erscheint nach dem Start in die zweite Halbserie mit dem 12. Spieltag voraussichtlich am Montag, 8. Januar 2018. Vereine und Mannschaften können Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

04.12.2017

Wochenumschau nach dem 10. Spieltag: Aufsteiger Dessau Volleys bei den Männern inoffizieller Halbzeitmeister

Korrigierte Fassung zu Dessau Volleys - Stand Dienstag, 5. Dezember 2017 um 20.30 Uhr

Was für ein Paukenschlag am 10. Spieltag der Regionalliga Nordost bei den Männern: Die Dessau Volleys, die drei direkte Aufstiege (Landesliga, Landesoberliga, Regionalliga) hinter sich haben und die vor einer Woche an die Tabellenspitze gestürmt sind, sind nicht aufzuhalten. Mit dem 3:1 (15, 19, -27, 23)-Heimsieg über den Ex-Spitzenreiter TSGL Schöneiche II behaupteten die Dessauer nicht nur die Tabellenführung, sondern sind damit auch inoffizieller Halbzeitmeister! Gratulation an die tollen jungen Burschen in Dessau!

Ihr Trainer Ingo Häntschel ist auch ziemlich überrascht: „Als Neuling nun Halbzeitmeister – das übertrifft alle Erwartungen und war keinesfalls vorauszusehen. Aber die Mannschaft hat sich in dieser ersten Spielserie in der für sie neuen Spielklasse toll entwickelt. Aber ich sage auch: Es ist erst die erste Hälfte der Saison gespielt und ein schöner Zwischenstand. Es steht uns noch ein schwerer Weg bevor.“ Klar scheint zumindest nach dem aktuellen Erkenntnisstand: Einen vierten Aufstieg in Folge schließen die Dessauer aus. Die Mannschaft, deren ursprüngliches Ziel der Klassenerhalt war und ist, soll sich in der vierthöchsten deutschen Spielklasse festigen und möglichst etablieren. Danach, so hört man aus Dessau, werde man weiter sehen.

Im Spitzenspiel auf heimischem Parkett gegen Schöneiches zweite Mannschaft haben die Volleys nach den Worten ihres Trainer „nahtlos an die Leistung vor einer Woche beim 3:0 auswärts gegen den SC Potsdam angeknüpft, gekämpft und gut gespielt und vor allem gegen die Schöneicher Angriffe sehr gut geblockt. In den ersten beiden Sätzen waren wir dem Gegner in allen Elementen überlegen.“ Beim 27:29-Verlust des dritten Satzes hatte Dessau schon 24:21 geführt, aber es dann bei den Matchbällen übertrieben, wie Ingo Häntschel ergänzte. Das sei ein bisschen wie Harakiri gewesen, so dass es statt 3:0 „nur“ 2:1 stand. Im vierten Satz habe sich die Mannschaft wieder auf ihr konstantes spielerisches Vermögen besonnen, ist aber in der Endphase noch ein wenig ins Schlingern geraten. Doch mit dem knappen 25:23-Satzgewinn wurde der achte Saisonsieg perfekt gemacht. Der Coach lobte insbesondere die Abwehrleistung seiner Mannschaft und hob dabei besonders den erfahrenen 30-jährigen Libero Tommy Dunke hervor.

Mit nunmehr 23 Punkten aus zehn Spielen und acht Siegen können die Dessauer auch am nächsten 11. und damit letzten Spieltag in diesem Jahr, an dem sie selbst spielfrei sind, von den drei punktgleichen Verfolgern SV Energie Cottbus und SC Potsdam (jeweils 19 Punkte aus 9 Spielen/7 Siege) sowie vom VC Olympia Berlin II (19 Punkte aus 10 Spielen/6 Siege) nicht mehr überflügelt werden.

Cottbuser behaupteten sich mit 3:2

gegen die bärenstarken VCO-Jungen

Mit der Begegnung des SV Energie Cottbus gegen den VC Olympia Berlin II gab es ein weiteres Spitzenspiel zwischen dem bis dato Tabellenzweiten (VCO/18 Punkte) und Tabellendritten (Cottbus/17 Punkte), das mit einem 3:2 (-22, 14, -24, 10, 18)-Heimerfolg der Lausitzer endete. Damit rückte Cottbus auf den zweiten Rang vor, die VCO-Talente fielen auf den vierten Rang zurück.

Der Cottbuser Trainer Javor Takev kommentierte das Geschehen so: „Der VCO ist in dieser Saison eine bärenstarke Truppe, die schon sehr zeitig auf sehr hohem Niveau spielt. Wir haben das zu spüren bekommen. Nach den letzten Ergebnissen der Berliner war ich zunächst einigermaßen zufrieden, wie gut wir im ersten Satz mitgehalten haben. Kleine Unkonzentriertheiten unsererseits erst zum Satzende nutzten die Berliner gnadenlos aus und entschieden den Satz mit 25:22 für sich. Wie deutlich wir die Sätze 2 und 4 gestaltet haben, hat mich dann doch überrascht, zumal wir wegen Verletzungen und familiärer Verpflichtungen auf eine ganze Reihe von Spielern verzichten mussten. Zwei Spieler nahmen zudem angeschlagen auf der Reservebank Platz. Insofern sollten wir nicht dem knapp verlorenen dritten Satz und damit den drei Punkten nachtrauern, sondern uns über die zwei gewonnen Punkte freuen. Dass es im fünften Satz mit 20:18 und sechs Matchbällen für uns noch so dramatisch und spannend wurde, mochte zwar für die Zuschauer schön sein. Mir wäre es lieber gewesen, wir hätten den zwischenzeitlichen 6:3-Vorsprung sicher ins Ziel gebracht. Tragisch für die Berliner: Ihr Diagonalangreifer knallte uns den Ball bei 18:19 zwar sehenswert aus dem Rückraum ins Feld, übertrat dabei aber hauchdünn die Angriffslinie. Da hatten wir Glück. Doch wie ich schon eingangs sagte: Von diesen Jungs werden wir noch eine Menge hören, da bin ich mir sicher.“

Magdeburgs erster Auswärtspunkt

gegen CV Mitteldeutschland II

Im Sachsen-Anhalt-Derby standen sich in der vom 19. Spieltag vorgezogenen Partie mit CV Mitteldeutschland II und dem USC Magdeburg in der Jahrhunderthalle in Spergau zwei punktgleiche Abstiegskandidaten (je 7 Punkte) gegenüber. Die Magdeburger wollten als Vorletzter gegen den Drittletzten endlich wieder Punkte holen. Magdeburgs Trainer Marko Schulz setzte dabei auf das Prinzip Hoffnung: „Nachdem wir uns zuletzt gegen den Berliner VV mehr schlecht als recht verkauft haben, wird es nun neben dem Umsetzen der taktischen Vorgaben und der Vermeidung von Eigenfehlern vor allem darum gehen, dass die Jungs den Willen und die Motivation aufbringen, zu gewinnen. Das fehlte zuletzt gegen den BVV über zweieinhalb Sätze.“ Aber die Mitteldeutschen sind vor allem zu Hause nicht zu unterschätzen. Mit 3:2 (-25, -22, 25, 22, 11) feierten sie schließlich auch einen Heimerfolg. Die Magdeburger mussten sich nach einer 2:0-Satzführung mit einem Punkt begnügen. Es war der erste Auswärtspunkt für den Drittliga-Absteiger in dieser Saison!

Aus der 0:3-Pleite zuletzt beim Berliner VV zog das Magdeburger Team nicht nur im Training, sondern auch am Spieltag selbst Konsequenzen. So reisten die Elbestädter früher an und gönnten sich nach zweistündiger Fahrt einen Spaziergang, um locker und entspannt in die Partie zu starten. Diese Methode schien Erfolg zubringen, denn in den ersten beiden Durchgängen wurde der Gastgeber ordentlich geärgert. Dabei zeichnete sich insbesondere Kapitän Lorenz Teege aus, der es nicht nur spielerisch, sondern auch emotional verstand, sein Team zu führen. Auch Friedemann Steinwerth fand in beiden Sätzen zur gewohnten Stärke und platzierte ein ums andere Mal den Ball auf dem gegnerischen Parkett. Große Stärke bis hierhin war das eigene Aufschlagspiel, mit dem es immer wieder gelang, die Gastgeber unter Druck zu setzen, so dass die Sätze mit 27:25 und 25:22 an die Magdeburger gingen. Auch im dritten Durchgang schien das Konzept lange aufzugehen. Zur Satzmitte lagen die Magdeburger sogar mit fünf Punkten in Führung (15:10). Den Spielgewinn bereits vor Augen, schlichen sich dann aber immer mehr Eigenfehler ein, so dass der komfortable Vorsprung schmolz. Zum Satzende hin entwickelte sich ein wahrer Krimi, den die Gastgeber mit 27:25 für sich entscheiden konnten. Einen ähnlichen Verlauf gab es auch im vierten Satz, der lange Zeit hart umkämpft war und nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit 25:22 an den Gastgeber ging. Mit dem 2:2-Satzgleichstanbd nach fast zwei Stunden Spieldauer musste der fünfte Satz die Entscheidung bringen. Hier setzte Trainer Marko Schulz auf ein anderes Spielkonzept. Leider nur mit mäßigem Erfolg, denn seine Mannschaft konnte dem andauernden Druck des Gegners nicht standhalten. Mit 15:11 sicherten sich die Mitteldeutschen den 3:2-Erfolg. „Einerseits ist der erste Auswärtspunkt natürlich ein Grund zur Freude, allerdings schmerzt es doch, dass wir drei sichere Punkte verschenkt haben“, so Magdeburgs Coach. „Erfreulich ist, dass wir uns deutlich gegenüber dem letzten Auswärtsspiel steigern konnten. Wenn wir das am nächsten Spiel beim SC Potsdam auch schaffen, ist da vielleicht auch etwas Zählbares drin.“

Am Tabellenende wechselten beide Mannschaften die Plätze. Aber die Lage ist für Mitteldeutschland II als Drittletzter (9 Punkte) und Magdeburg als Vorletzter (8 Punkte) weiterhin bedrohlich. Schlusslicht bleibt der Neuling MTV Mariendorf (2 Punkte), der zu Hause gegen den SC Potsdam mit 1:3 (-16, 19, -21, -22) den Kürzeren zog.

Vor diesem Schlusstrio liegt unverändert der Berliner Volleyballverein Vorwärts (12 Punkte), der zu Hause gegen den VfK Berlin-Südwest knapp mit 2:3 (22, 23, -21, -19, -12) scheiterte, aber wenigstens mit einem Punkt belohnt wurde.

Mitteldeutschland droht

Spielverlust gegen Mariendorf

Ein Nachtrag zum Spiel vor einer Woche CV Mitteldeutschland II gegen MTV Mariendorf, das der Gastgeber mit 3:0 gewonnen hatte, ist noch nötig. Durch die Heimmannschaft wurde das Spiel eigenmächtig, ohne Information und ohne Zustimmung der spielleitenden Stellen (Staffelleiter bzw. Spielleiter) aus der angesetzten (zugelassenen) „Jahrhunderthalle Spergau“ in die Sporthalle der Johann-Gottfried-Borlach-Sekundarschule in Bad Dürrenberg verlegt. Diese Spielhalle ist dem Staffelleiter bzw. Spielleiter betreffs der Hallenbeschaffenheit und der Hallenmaße gemäß der internationalen Volleyballregeln nicht bekannt und gilt demnach als „nicht zugelassen“ für den Spielbetrieb der Regionalliga Nordost. Eine Meldung bzw. Antrag auf Zulassung gemäß 2.2.7 RSO Nordost durch den gastgebenden Verein erfolgte nicht. Der MTV Mariendorf hatte vor dem Spiel seine Nichtzustimmung für diese Spielhalle erklärt. Dem CV Mitteldeutschland II droht aufgrund des Regelverstoßes ein „Spielverlust“ mit der Wertung 0 Punkte, 0:3 Sätze und 0:75 Bälle. Die Entscheidung des Regionalspielwarts Uwe Näthler ist noch nicht rechtskräftig, weil dagegen innerhalb einer Frist von 14 Tagen Einspruch eingelegt werden kann.

Prenzelbergerinnen dicht vor

dem Halbzeitmeistertitel

Ganz so weit wie die Dessau Volleys bei den Männern sind die Frauen der SG Rotation Prenzlauer Berg II noch nicht. Sie haben nach neun Spielen aber schon eine Hand am Halbzeitmeistertitel. Nach dem 3:0 (15, 22, 19)-Heimsieg über den leistungsstarken Aufsteiger USV Halle liegen die Prenzelbergerinnen mit 26 Punkten einen Punkt vor dem Verfolger USV Potsdam, der Neuling VSG Altglienicke mit 3:0 (15, 18, 15) abfertigte. Tabellendritter ist der TSV Spandau 1860, der ebenfalls gegen einen Aufsteiger, nämlich TSV Wedding, mit 3:0 (14, 24, 23) die Oberhand behielt. Nach Lage der Dinge ist nicht davon auszugehen, dass Prenzlauer Berg im letzten Spiel dieses Jahres auswärts gegen VSG Altglienicke Punkte abgibt.

Prenzlauer Berg ist als einzige Mannschaft noch ungeschlagen und weist einen imponierenden Satzstand von 27:3 auf. Die einzigen Satzverluste stammen aus den beiden siegreichen Auswärtsspielen gegen den BVV (3:1) und den USV Potsdam (3:2). Dabei war sich Trainer Klaus Helmke vor der Begegnung gegen den starken USV Halle nicht so sicher, ob es einen 3:0-„Durchmarsch“ geben würde. „Die Hallenserinnen haben sehr gut gespielt. Sie waren der bislang stärkste Gegner, auf den wir in dieser Saison getroffen sind. Halle ist nach meinem Dafürhalten sogar noch stärker als Potsdam. Wir haben uns auch speziell auf dieses Spiel vorbereitet und ein zusätzliches Training absolviert. Doch mit einer sehr konzentrierten Leistung haben wir dem Gegner kaum eine Chance gelassen.“

Angesichts der sportlichen Dominanz der Prenzelbergerinnen stellt sich nach dem vierten 3:0 in Folge die Frage: Was motiviert diese Mannschaft, die praktisch um die „goldene Ananas“ spielt? Denn nach Aussage von Klaus Helmke bleibt es bei der unverrückbaren Position, dass die zweite Mannschaft nicht in die Dritte Liga aufsteigen wird, selbst wenn die dort spielende erste Mannschaft am Ende der Saison den Sprung in die 2. Bundesliga Nord wagt. „Die Motivation“, so sagt Helmke, „schöpft die Mannschaft aus dem Ziel, Regionalmeister zu werden. Diesen Titel haben wir in der letzten Saison als Vizemeister hinter dem TSV Tempelhof-Mariendorf verspielt, dem wir in beiden Spielen mit 2:3 unterlegen waren. Das soll uns diese Saison nicht wieder passieren. Aber wir nehmen unsere Tabellenführung nicht auf die leichte Schulter. Ich denke, dass die Rückrundenspiele zu Hause gegen den USV Potsdam am 13. Spieltag am 13. Januar und beim USV Halle am 19. Spieltag am 10. März die Entscheidung bringen.“

Was zeichnet die Mannschaft neben der Motivation, wieder mal Meister zu werden, aus? In der Regionalliga war Prenzlauer Berg zuletzt in den Jahren 2013 bis 2015 zu Titelehren gekommen. „Wir haben einen 19 Spielerinnen umfassenden Kader und eine gute Mischung aus Alt und Jung. Drei Spielerinnen sind 17 Jahre und jünger. Trotz der unterschiedlichen Altersstruktur treiben sich die Spielerinnen gegenseitig immer wieder an. Und es ist dabei eine Freude anzusehen, wie sie im Training und beim Spiel mit viel Spaß bei der Sache sind. Das ist vielleicht unser größter Trumpf“, so Klaus Helmke weiter.

Für Brandenburg wird die

Lage immer bedrohlicher

Die Mannschaft von SF Brandenburg 94, die zuletzt zu Hause beim 3:1 gegen den VfK Berlin-Südwest den ersten Saisonsieg einfuhr und vorübergehend die „rote Laterne“ an die Südwestlerinnen abgab, konnte beim SV Energie Cottbus den Bock nicht erneut umstoßen, obwohl die Lausitzerinnen beim 3:1 (21, -24, 23, 22) alle Hände voll zu tun hatten, als Siegerinnen vom Parkett zu gehen. Brandenburg rückte damit wieder ans Tabellenende (5 Punkte) und musste den VfK Berlin-Südwest (7 Punkte) vorbei ziehen lassen, der beim Berliner Volleyballverein Vorwärts mit 3:1 (-22, 15, 15, 21) den zweiten Saisonerfolg landete.

Der Spieltag im Überblick

Männer, 10. Spieltag am 2. Dezember 2017: MTV Mariendorf – SC Potsdam 1:3, SV Energie Cottbus – VC Olympia Berlin II 3:2. Vorgezogenes Spiel (vom 19. Spieltag): VC Mitteldeutschland II – USC Magdeburg 3:2. Am 3. Dezember 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – VfK Berlin-Südwest 2:3, Dessau Volleys – TSGL Schöneiche II 3:1.

Frauen, 10. Spieltag am 2. Dezember 2017: SG Rotation Prenzlauer Berg II – USV Halle 3:0, SV Energie Cottbus – SF Brandenburg 94 3:1. Am 3. Dezember 2017: Berliner Volleyballverband Vorwärts – VfK Berlin-Südwest 1:3, TSV Wedding – TSV Spandau 1860 0:3, USV Potsdam – VSG Altglienicke 3:0.

Die nächsten Spiele

Männer 11. Spieltag am 9. Dezember 2017: VfK Berlin-Südwest – SV Energie Cottbus, SC Potsdam – USC Magdeburg. Vorgezogenes Spiel am 9. Dezember 2017 (vom 20. Spieltag): Berliner Volleyballverein Vorwärts – CV Mitteldeutschland II.

Frauen, 11. Spieltag am 9. Dezember 2017: VfK Berlin-Südwest – SV Energie Cottbus, SF Brandenburg 94 – USV Potsdam, USV Halle – TSV Wedding, TSV Spandau 1860 – SG Einheit Zepernick. Am 10. Dezember 2017: SG Altglienicke – SG Rotation Prenzlauer Berg II. Nachholspiel am 17. Dezember 2017 (vom 1. Spieltag): Berliner Volleyballverein Vorwärts – SV Energie Cottbus.

Die nächste Wochenumschau erscheint nach dem 11. Spieltag voraussichtlich am Montag, 11. Dezember 2017. Vereine und Mannschaften können Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

26.11.2017

Wochenumschau nach dem 9. Spieltag: Mit den Dessau Volleys wieder ein neuer Spitzenreiter

In der zweiwöchigen Pause zwischen dem 8. und 9. Spieltag der Regionalliga Nordost lag ein Reservespieltag mit insgesamt fünf Begegnungen – vier bei den Männern und eine bei den Frauen. Bei den Männern sorgte der SC Potsdam für eine Überraschung mit seinem 3:1 (23, 14, -19, 18)-Heimsieg über den Spitzenreiter SV Energie Cottbus. Da zum gleichen Zeitpunkt die TSGL Schöneiche II erwartungsgemäß das Heimspiel gegen das Schlusslicht MTV Mariendorf souverän mit 3:0 (16, 21, 17) für sich entscheiden konnte, rückte das Feld im oberen Tabellendrittel wieder enger zusammen: Cottbus vor Dessau und Schöneiche (alle 17 Punkte), gefolgt vom SC Potsdam (16 Punkte) und dem VC Olympia Berlin II (15 Punkte), der am Reservespieltag gleich zweimal aufs Parkett müsste und beide Partien gewann: erst das Heimspiel gegen den USV Potsdam mit 3:1 (-19, 22, 26, 18), dann tags darauf das Auswärtsspiel gegen CV Mitteldeutschland II mit 3:0 (-19,-21, -22). Hinter diesem Quintett lag der VfK Berlin-Südwest (14 Punkte) auf der Lauer.

Männer des SC Potsdam

erlitten einen Dämpfer

Angesichts der Tabellenlage war am 9. Spieltag die Begegnung zwischen dem aufstrebenden SC Potsdam und den Dessau Volleys von besonderem Interesse. Beide Teams lagen nur einen Punkt voneinander getrennt und wiesen die gleiche Quote mit sechs Siegen auf. Beide hatten also die Chance, den spielfreien Spitzenreiter SV Energie Cottbus zu überflügeln. Allerdings besaß auch die TSGL Schöneiche II diese Möglichkeit im Falle eines Heimsieges über den USV Potsdam.

Der große Gewinner dieses turbulenten 9. Spieltages waren eindeutig die Dessau Volleys, die großen Verlierer hingegen der SC Potsdam und Schöneiche II. Die junge Dessauer Mannschaft, die zuletzt zweimal in Folge aufgestiegen war und nun erstmals in der vierthöchsten deutschen Spielklasse spielt, brachte als Neuling tatsächlich das Kunststück fertig, in gegnerischer Halle den Regionalliga-erprobten Potsdamern den Durchmarsch an die Tabellenspitze zu verderben. Mit 3:0 (16, 12, 23) fiel der Dessauer Sieg zudem reichlich souverän aus. Der Lohn: Die Dessau Volleys übernahmen mit 20 Punkten erstmals die Tabellenführung. Nach SV Energie Cottbus, VfK Berlin-Südwest und TSGL Schöneiche II sind sie die vierte Mannschaft, die sich in dieser Saison an der Tabellenspitze etablieren konnte. Der SC Potsdam rutschte durch diese Heimniederlage vom vierten auf den sechsten Rang ab.

Aber auch die TSGL Schöneiche II vermochte im Heimspiel gegen den USV Potsdam die Gunst der Stunde nicht zu nutzen und scheiterte mit 0:3 (-16, -12, -23) und ist nunmehr Tabellenvierter. Überflügelt wurde das Feld hinter den Dessau Volleys noch vom VC Olympia Berlin II. Das Talenteteam feierte mit dem 3:0 (21, 26, 18)-Heimerfolg den vierten Sieg in Folge und rückte mit 18 Zählern hinter Dessau (20 Punkte) auf den zweiten Rang vor. Ein solches Tabellenbild hatte es noch nicht gegeben. Hinter diesem neuen Spitzenduo folgten Cottbus, Schöneiche (beide 17 Punkte), der SC Potsdam (16 Punkte) sowie der enttäuschende VfK Berlin-Südwest (14 Punkte), der insgeheim die Dritte Liga Nord anpeilt, und der USV Potsdam (12 Punkte), der sich ein Stückchen aus der Abstiegsgefahr gespielt hat.

Beim Blick auf den 10. Spieltag (2./3. Dezember 2017) wird deutlich, dass sich diese Tabellenkonstellation wieder ändern kann, denn es treffen der SV Energie Cottbus und der VC Olympia Berlin II sowie die Dessau Volleys und die TSGL Schöneiche II aufeinander.

Befreiungsschlag des BVV und

maßlose Enttäuschung bei Magdeburg

In der Abstiegszone standen sich mit dem CV Mitteldeutschland II (4 Punkte) und dem Aufsteiger MTV Mariendorf (2 Punkte) die beiden am Tabellenende liegenden Teams gegenüber. Beide hatten ihre Spiele am Reservespieltag verloren, so dass sich ihre abstiegsbedrohte Situation um keinen Deut verbesserte. Und auch in der Begegnung des Berliner Volleyballvereins Vorwärts (8 Punkte) gegen den USC Magdeburg (7 Punkte) gab es ein Duell zweier vom Abstieg bedrohter Mannschaften.

Dabei gelang vor allem dem BVV ein Befreiungsschlag mit 3:0 (14, 19, 23) gegen Magdeburg. Dabei wollten die Gäste um Trainer Marko Schulz an den letzten Sieg gegen MTV Mariendorf anknüpfen. Denn wenn man die Spielklasse halten will, muss beim BVV gepunktet werden, lautete die Devise. In den vergangenen Wochen wurde der Fokus nochmals auf das Spielsystem gelegt. Dabei ging es darum, die Chancen aus der eigenen Block-Feldabwehr stärker zu nutzen, als dies im ersten Saisondrittel der Fall war. Dafür testeten die Magdeburger gegen zwei Teams aus der Landesoberliga, um die Vorgaben auch im Wettkampf umzusetzen. „In den beiden Trainingswochen nach dem letzten Spiel, sind wir immer wieder die taktischen Vorgaben durchgegangen und haben an der Minimierung der Eigenfehler gearbeitet. Ich hoffe, dass sich die Jungs beim BVV endlich auf ihrer Stärken besinnen“, meinte Magdeburgs Coach.

Doch genau diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Das Fazit: Ohne Leistung keine Punkte. Beim direkten Tabellennachbarn waren lediglich 56 eigene kleine Punkte drin – mit einer schwachen Leistung und wenig „Good will“ fielen die Magdeburger auf den vorletzten Tabellenplatz zurück. Die druckvollen gegnerischen Angriffe konnten angesichts mangelnder Block-Feldabwehr nicht entschärft werden. Auch die taktischen Vorgaben wurden nur ansatzweise befolgt. Der USC war weit entfernt von der konsequenten Spielweise, die gegen Mariendorf zum Erfolg geführt hatte. Trainer Marko Schulz: „Verlieren ist nicht schlimm. Am meisten stört mich aber die Mentalität, der fehlende Wille, sich in das Spiel hinein zu kämpfen.“

Der CV Mitteldeutschland II ließ hingegen im Heimspiel gegen den sieglosen Tabellenletzten MTV Mariendorf nichts anbrennen und setzten sich mit 3:0 (12, 24, 19) durch. Es war der dritte Sieg im achten Saisonspiel. Während Mariendorf (2 Punkte) abgeschlagenes Schlusslicht ist, positionieren sich davor der USC Magdeburg und CV Mitteldeutschland II (je 7 Punkte).

Aufsteiger USV Halle vom

USV Potsdam ausgebremst

Bei den Frauen war man gespannt, ob der Aufsteiger, der viertplatzierte USV Halle, der am Reservespieltag zu Hause gegen den abstiegsgefährdeten Berliner Volleyballverein Vorwärts überraschend mit 0:3 (-21, -23, -21) verloren hatte, wieder in die Erfolgsspur zurückfinden würde. Allerdings war das ein schweres Unterfangen, denn auf heimischem Parkett wurde immerhin der Tabellenzweite USV Potsdam empfangen. Und der erlaubte sich in dieser dramatischen Partie beim 3:1 (25, -24, 23, 23) keinen Ausrutscher, so dass beim 1-Punkt-Rückstand auf den Spitzenreiter SG Rotation Prenzlauer Berg II bleibt.

Die Prenzelbergerinnen marschieren weiter ungebremst durch die Saison. Beim drittplatzierten TSV Spandau 1860 gelang mit dem 3:0 (10, 15, 19) im achten Spiel der achte Sieg. Auch das Satzverhältnis von 24:3 unterstreicht die Dominanz der Prenzelbergerinnen. Das ist umso bemerkenswerter, weil die Mannschaft um die Trainer Klaus und Heike Helmke praktisch um die „goldene Ananas“ spielt. Denn ein Aufstieg in die Dritte Liga Nord wird so gut wie ausgeschlossen, selbst wenn die gegenwärtig in der Dritten Liga spielende erste Mannschaft nächste Saison in die 2. Bundesliga Nord wechseln würde. Reicht als Motivation der Meistertitel, der letzte Saison an den TSV Tempelhof-Mariendorf verspielt wurde?

Konnte der Berliner Volleyballverein Vorwärts (8 Punkte), der sich mit seinem Überraschungssieg am Reservespieltag in Halle ein wenig Luft im Abstiegskampf verschafft hatte, im Heimspiel gegen den Aufsteiger SG Einheit Zepernick (9 Punkte) erneut punkten? Mit dem sicheren 3:0 (15, 14, 20)-Heimsieg (siehe Foto oben) gelang hinter Prenzlauer Berg (23 Punkte), Potsdam (22 Punkte), Spandau und Halle (je 15 Punkte) sogar der Sprung auf den fünften Tabellenrang (11 Punkte). Dahinter folgen der Aufsteiger VSG Altglienicke (10 Punkte) und der SV Energie Cottbus (8 Punkte), der dank des 3:1 (-23, 20, 21, 20)-Auswärtssieges über Altglienicke soweit vorgerückt ist.

Abstiegskampf pur – so ließ sich die Begegnung von Schlusslicht SF Brandenburg 94 (2 Punkte) gegen den Tabellenvorletzten VfK Berlin-Südwest (4 Punkte) am treffendsten beschreiben. Beide hatten bislang nur einen einzigen Sieg mit 3:2 errungen. Am Ende feierten die Brandenburgerinnen mit 3:1 (22, -17, 17, 15) den erhofften zweiten Saisonsieg. Damit gab Brandenburg (5 Punkte) die „rote Laterne“ an die Südwestlerinnen (4 Punkte) ab. Aber beide Teams sind noch weit entfernt vom Klassenverbleib, zumal die Konkurrenz davor (Zepernick, Wedding und Cottbus) auf mehr Siege und einen 4-Punkte-Vorsprung verweisen kann. Am Ende müssen bekanntlich drei Mannschaften direkt absteigen.

Die Spieltage im Überblick

Reservespieltag: Männer, vorgezogene Spiele am 18. November 2017 (vom 13. Spieltag): CV Mitteldeutschland II – VC Olympia Berlin II 0:3. Am 19. November 2017 (vom 11. Spieltag): VC Olympia Berlin II – USV Potsdam 3:1, TSGL Schöneiche II – MTV Mariendorf 3:0. Nachholspiel am 18. November 2017 (vom 7. Spieltag): SC Potsdam - SV Energie Cottbus 3:1.

Reservespieltag: Frauen, Nachholspiel am 19. November 2017 (vom 4. Spieltag): USV Halle – Berliner Volleyballverein Vorwärts 0:3.

Männer, 9. Spieltag am 25. November 2017: VC Olympia Berlin II – VfK Berlin-Südwest 3:0, SC Potsdam – Dessau Volleys 0:3, CV Mitteldeutschland II – MTV Mariendorf 3:0. Am 26. November 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – USC Magdeburg 3:0, TSGL Schöneiche II – USV Potsdam 0:3.

Frauen, 9. Spieltag am 25. November 2017: SF Brandenburg 94 – VfK Berlin-Südwest 3:1, VSG Altglienicke – SV Energie Cottbus 1:3, USV Halle – USV Potsdam 1:3, TSV Spandau 1860 - SG Rotation Prenzlauer Berg II 0:3. Am 26. November 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – SG Einheit Zepernick 3:0.

Die nächsten Spiele

Männer, 10. Spieltag am 2. Dezember 2017: MTV Mariendorf – SC Potsdam, CV Mitteldeutschland II - USC Magdeburg (vorgezogen vom 19. Spieltag), SV Energie Cottbus – VC Olympia Berlin.Am 3. Dezember 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – VfK Berlin-Südwest, Dessau Volleys – TSGL Schöneiche II.

Frauen, 10. Spieltag am 2. Dezember 2017: SG Rotation Prenzlauer Berg II – USV Halle, SV Energie Cottbus – SF Brandenburg 94. Am 3. Dezember 2017: Berliner Volleyballverband Vorwärts – VfK Berlin-Südwest, TSV Wedding – TSV Spandau 1860, USV Potsdam – VSG Altglienicke.

Die nächste Wochenumschau erscheint nach dem 10. Spieltag voraussichtlich am Montag, 4. Dezember 2017. Vereine und Mannschaften können wie gewohnt Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

12.11.2017

Wochenumschau nach dem 8. Spieltag: Schöneiches Männer konnten Cottbus kein Bein stellen

Aktualisierte Fassung - Montag, 13. November 2017 um 19 Uhr mit Ergänzungen zum Spitzenspiel Cottbus gegen Schöneiche

Der 8. Spieltag der Regionalliga Nordost bot bei den Männern gleich vier brisante Duelle. Da gab es zum einen im einzigen Sonntagspiel die Spitzenpaarung mit dem Tabellenführer SV Energie Cottbus und dem Tabellendritten TSGL Schöneiche II. Beide Teams lagen seit dem Spieltag vor einer Woche mit 14 Punkten gleichauf, hatten aber unterschiedliche Siegquoten: Cottbus 5 und Schöneiche 4. Da trafen zum anderen in der vom 17. Spieltag vorgezogenen Partie die „Kellerkinder“ USC Magdeburg (Vorletzter mit 4 Punkten) und MTV Mariendorf (Letzter mit 2 Punkten) aufeinander. Da standen sich im Sachsen-Anhalt-Derby der CV Mitteldeutschland II als Drittletzter (4 Punkte) und der gastgebende Aufsteiger Dessau Volleys als Drittplatzierter gegenüber. Und nicht zuletzt war da das stets prestigeträchtige Stadtderby USV Potsdam kontra SC Potsdam.

Cottbuser Coach sprach vorm

Anpfiff von „gemischten Gefühlen“

Der Cottbuser Trainer Javor Takev vermied es im Vorfeld der Partie, von einem Spitzenspiel zu sprechen. „Da muss ich erst alle Teams gesehen haben, um das richtig beurteilen zu können. Auf jeden Fall sehe ich dem Spiel gegen Schöneiche mit ziemlich gemischten Gefühlen entgegen. Bei uns fallen zwei Spieler wegen Verletzung auf jeden Fall aus, und eine ganze Reihe von Spielern ist angeschlagen. Wir werden uns etwas einfallen lassen müssen, um den starken Schöneichern Paroli bieten zu können.“

In dieser – zumindest von der Platzierung her – Spitzenpaarung setzten die Cottbuser auf den Heimvorteil, schließlich waren sie zu Hause noch ungeschlagen. Diese Serie hielt auch gegen Schöneiche beim sicheren 3:0 (19, 23, 18) und dem insgesamt sechsten Sieg im siebenten Saisonspiel. Damit wurde die Tabellenspitze (14 Punkte) – gleichauf mit dem Aufsteiger Dessau Volleys – behauptet.

Schöneiches Trainer René Jerratsch räumte hinterher ein, dass seine Mannschaft "schon zu Beginn der Partie nicht recht in ihr Spiel fand. Cottbus nutzte die Unaufmerksamkeit aus und erspielte sich einen souveränen Vorsprung, der bis zum Ende des Durchgangs nicht mehr eingeholt werden konnte, so dass der erste Satz mit 19:25 verloren wurde. Im zweiten Satz glückte unser Start deutlich besser. Mit guten Angriffen konnten wir uns ein kleines Polster von sechs Punkten erarbeiten. Schon den Satzgewinn vor Augen, schlichen sich aber kleine Fehler ein, so dass der Vorsprung schrumpfte. Bei 23:23 glichen die Cottbusser aus und gewannen den zweiten Durchgang mit 25:23. Im dritten Satz hatten wir uns nicht vom Ausgang des zweiten Durchgangs erholt und lagen gleich 2:6 in Rückstand. Der Gastgeber spielte sein Spiel mit Druck und ließ uns keine Chance, das eigene Spiel aufzubauen. Vor allem der Cottbusser Block stand wie eine Wand, an der nur wenige Bälle vorbei kamen. Zu wenig, um den 18:25-Satzvwerlust zu verhindern. Das 0:3 ist eine bittere Niederlage. Nichtdestotrotz sehen wir dem kommenden Spiel in eigener Halle gegen Mariendorf positiv entgegen."

Trotz Niederlage: In Schöneiche

tut sich Bemerkenswertes

Auch wenn die Schöneicher dem Favoriten kein Bein stellen konnten - die dritte Niederlage im siebenten Spielt ändert nichts an der gegenwärtigen positiven Einschätzung des Aufsteigers, der zwar auf den vierten Rang (14 Punkte) zurückgefallen ist, aber gleichauf mit dem VfK Berlin-Südwest liegt. Die TSGL Schöneiche spielt mit ihrer zweiten Mannschaft, die zu Saisonbeginn als Landesmeister von Brandenburg in die Regionalliga aufgestiegen ist, eine anerkennenswerte Rolle in der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Fast möchte man die Worte ihres Trainers René Jerratsch, der das Saisonziel mit „Klassenerhalt“ definiert hat, als Tiefstapelei abtun. Doch der Coach verbreitet auch viel Lob: „Die zweite Mannschaft hat einen sehr gelungenen Saisonstart hingelegt. Die vorherigen beiden Niederlagen waren vor allem dadurch bedingt, dass wichtige Spieler gefehlt haben. Aber damit können die Jungs umgehen. Sie kennen sich alle seit ihrer Jugend, sind eingespielt und lassen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen, auch wenn da und dort mal etwas nicht gelingt. Diese Stärke zeigt sich mittlerweile immer öfter. Es macht Spaß, mit den Jungs zu trainieren und zu spielen.“

Schon vor der Saison habe er seinen Männern eingeschärft, „dass es durchaus sehr schwer werden wird. Die Liga ist stark geworden und die Erinnerungen aus der vorletzten Saison ist noch in den Köpfen. Zudem haben wir eine echt lange Spielsaison. Das wird alle Reserven kosten. Deshalb wurde das Team schon in der letzten Saison erheblich verjüngt und mit ihr der Aufstieg in die Regionalliga erspielt.“ Jerratsch möchte auch weniger über Schwächen des Teams sprechen: „Eine nennenswerte Schwäche kann ich kaum definieren.“, Stattdessen hebt er den Teamgeist hervor: „Wir freuen uns auf unsere gemeinsame Zeit in der Halle und im Wettkampf. Wir freuen uns auf unsere gemeinsame Zeit auch neben dem Feld. Das Team ist zu einer echten Mannschaft erstarkt.“

Neben dem schon genannten Saisonziel „Klassenerhalt“ führt René Jerratsch noch zwei weitere bemerkenswerte Ziele an, die die Volleyballarbeit in Schöneiche prägen: die Unterstützung für die erste Mannschaft im Training und Wettkampf sowie die weitere Ausbildung der Jugendspieler und deren Einsatz, womit sein Blick über die Regionalliga hinausgeht. „Wir brauchen frische, junge und hoch motivierte Spieler, die auch in der Lage sind, in unserer ebenfalls sehr jungen ersten Mannschaft in der Dritten Liga auszuhelfen. Hinzu kommt im Laufe dieser Saison generell ein erhöhter Einsatz von Jugendspielern, weshalb die Nachwuchsausbildung im Verein vorangetrieben wird. Jeder Jugendspieler, der den Geist, die Athletik und den Willen hat, sich einzubringen, wird seine Chance bekommen. Nur diese Art und Weise ermöglicht es uns, auch in den kommenden Jahren nach vorn zu blicken.“ Die Mannschaft kenne diese Herangehensweise, den jungen Spielern gleiche Chancen einzuräumen. Dabei sei toll, ergänzt Jerratsch, „wie die Männer die Jüngeren aufnehmen und ihnen helfen, sportlich weiter voranzukommen“.

Das Fazit: Am Berliner Stadtrand tut sich Einiges, so dass man gespannt sein darf, welche Früchte die Schöneicher am Saisonende mit ihrer ersten und zweiten Mannschaft ernten. Angesichts dieser erfreulichen Entwicklung dürfte die Niederlage in Cottbus die Spieler nicht so leicht umwerfen. Und das ist durchaus ein Lichtblick für die Regionalliga Nordost!

Dessau bleibt in der Verfolgerrolle

und Magdeburg schöpft neuen Mut

Das Heimspiel des Verfolgers Dessau Volleys gegen das abstiegsbedrohte Team von CV Mitteldeutschland II wurde erwartungsgemäß zu einer klaren Angelegenheit der Dessauer, die sich mit 3:0 (15, 23, 17) behaupteten und damit sogar vorübergehend die Tabellenspitze (17 Punkte) vor den Cottbusern übernommen hatten, was sich einen Tag später aber wieder änderte. Die erst zu Saisonbeginn aufgestiegenen Dessauer bleiben damit in der Verfolgerrolle. Für die Mitteldeutschen allerdings wird die Situation mit der vierten Saisonniederlage und dem Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz (4 Punkte) immer kritischer.

Einige Kilometer weiter stand eine weitere Mannschaft aus Sachsen-Anhalt im Blickpunkt – allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Bei der vom 17. Spieltag vorgezogenen Partie der beiden Abstiegskandidaten USC Magdeburg und MTV Mariendorf stand viel auf dem Spiel. Im Vorfeld der Begegnung war man auf Magdeburger Seite nach der Leistungssteigerung vor einer Woche beim 1:3 gegen die Dessau Volleys vorsichtig optimistisch. „Aber das allein reicht noch nicht. Die Jungs spielen zeitweise auf hohem Niveau, aber das reicht nicht, um die Liga zu halten. Wir müssen auch Spiele gewinnen“, forderte Magdeburgs Trainer Marko Schulz. „Um die Partie für uns zu entscheiden, muss sich die Mannschaft konsequent an ihr Spielsystem halten und die taktischen Vorgaben befolgen. Nur mit diszipliniertem Auftreten und mutigem Agieren kann das realisiert werden. Die Jungs gehen manchmal mit dem Kopf durch die Wand und vergessen dabei, was wir vorher besprochen haben. Mit mehr Konzentration und der Vermeidung von Eigenfehlern ist gegen Mariendorf mehr drin als eben nur eine Leistungssteigerung.“

Würden die kritischen Worte des Magdeburger Trainers auf fruchtbaren Boden fallen? Die Botschaft jedenfalls war erhört worden: Die Magdeburger feierten mit dem 3:1 (-20, 16, 16, 12) den erlösenden zweiten Saisonsieg und rückten damit auf den drittletzten Rang vor. Hinterher war von einem „hohen Pflichtsieg“ die Rede. Für den Verlust des ersten Satzes mit 20:25 hatte der Coach eine simple Erklärung: „Im ersten Satz waren wir einfach dem Druck, gewinnen zu müssen, nicht gewachsen.“ Doch danach sei ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, wie Anja Bechmann, die Presseverantwortliche beim USC Magdeburg, das Geschehen beschrieb. Die Spieler um Kapitän Lorenz Teege schworen sich noch einmal ein und veränderten die Taktik ein wenig. Insbesondere im Aufschlag wurde nun wesentlich druckvoller agiert, allen voran Lukas Pockrandt. Und in der Folgezeit waren es die Spielelemente Block und Aufschlag, die den Erfolg brachten.

Erleichtert resümierte Trainer Marko Schulz nach dem Spiel: „Erstmals hatten wir es heute mit einer Situation zu tun, in der wir gewinnen müssen. Das war im ersten Satz deutlich zu sehen. Den Pflichtsieg haben die Jungs nach dem ersten Durchgang souverän eingefahren.“ Nun folgt eine Reihe von drei Auswärtsspielen in Serie: gegen die beiden im Abstiegskampf mitgefährdeten Teams des Berliner Volleyballvereins Vorwärts und des CV Mitteldeutschland II sowie gegen den SC Potsdam.

Für den Neuling aus Mariendorf als Schlusslicht (2 Punkte) dürfte der Kampf um den Klassenerhalt fast zu einem Kampf gegen Windmühlen werden. Mit anderen Worten: ziemlich aussichtslos. Denn nach den Regularien müssten die Mariendorfer am Ende mindestens auf dem neunten Platz einkommen, um nicht zu den beiden Direktabsteigern zu gehören. Durch den Rückzug von Spremberg gibt es bekanntlich nur zwei Absteiger. Den Nichtabstiegsplatz nimmt gegenwärtig der USC Magdeburg ein. Und dazwischen liegen fünf Punkte! Und: Mariendorfs nächster Gegner am Wochenende ist auswärts Schöneiche...

Stadtderby in Potsdam

mit toller Stimmung

Das vierte brisante Duell dieses 8. Spieltages war schließlich das Stadtderby USV Potsdam kontra SC Potsdam (vormals VC Potsdam-Waldstadt). Thomas Schulze, Trainer des USV Potsdam, fasste das Spiel (siehe Foto oben) nach dem 1:3 (-27, -25, 22, -20) kurz und knapp so zusammen: „Ein gutes Derby, teilweise spektakuläre Aktionen auf beiden Seiten, tolle Stimmung unter den rund 300 Fans in der Sporthalle in der Heinrich-Mann-Allee. Doch leider am Ende nicht mit dem von uns erwünschten Resultat. Unsere Außenangreifer erwischten nicht ihren besten Tag, so dass der SC Potsdam aus einer stabilen Feldabwehr heraus immer wieder zu Punkten kam. Alles in allem sind wir mit der spielerischen Leistung aber zufrieden. Darauf kann man aufbauen. Ein Lob an den besten Mann der Gäste; den erst 16-jährige Zuspieler Kai Wieser.“

Auf beiden Seiten bot man das Maximalkontingent von 12 Spielern auf. Ein Hinweis, dass keiner die Sache auf die leichte Schulter nahm. Und es ging von Anbeginn auch dramatisch zu, wie die ersten beiden spektakulären Satzgewinne des SC Potsdam mit 29:27 und 27:25 zeigen. Dabei führte im ersten Satz der Gastgeber zwischenzeitlich mit 12:6 und schließlich mit 24:22. Im zweiten Satz sahen die Gäste beim 23:19 und 24:20 schon wie der sichere Sieger aus, doch erzwang der Gastgeber den 24:24-Ausgleich. Am Ende waren es nur Nuancen, die den Ausschlag für den 27:25-Satzerfolg der Ex-Waldstädter gaben. Im dritten Abschnitt ersetzte Spielertrainer Thomas Schulze Richard Dalbock im Zuspiel. Über 4:4, 12:9, 15:11 und 18:15 wirkte die Mannschaft nun stabiler und hatte nach einer 24:20-Führung keine Probleme, den Satz mit 25:22 nach Hause zu holen und den Anschluss zum 1:2-Satzstand herzustellen. Würde es nun noch eine Wende geben? Am Anfang des vierten Satzes ging es ausgeglichen (6:6) zu, doch dann setzte sich der SC Potsdam mit viel Aufschlagdruck auf 12:9 ab. Der Knackpunkt war beim 16:19-Stand, als Gäste-Mittelblocker Steffen Schäperkötter mit einem Slam-Dunk regelwidrig zum 20:16 abschloss. Leider erkannte der erste Schiedsrichter seinen Fehler erst nach der Partie. Zwar kam der USV noch einmal auf 20:22 heran, doch ein Aufschlag- und zwei Angriffsfehler entschieden die Partie für den SC Potsdam.

Am nächsten Sonntag gastiert der USV Potsdam beim VC Olympia Berlin II, der am 8. Spieltag sein Heimspiel gegen den Berliner Volleyballverein Vorwärts mit 3:1 (20, -22, 2, 17) gewinnen konnte. Dort kommt es zum Familienduell zwischen USV-Zuspieler Piet Karohs und seinem Sohn Max, der in der Kaderschmiede in Berlin aktiv ist.

Bei den Frauen büßen zwei

Verfolger an Boden ein

Bei den Frauen pausierte Spitzenreiter Prenzlauer Berg, was der Konkurrenz eigentlich ermöglichte, den Punkteabstand zu den Prenzelbergerinnen wieder zu verringern. Diese Gelegenheit ließ sich der unmittelbare Verfolger USV Potsdam mit einem 3:0 (17, 13, 13)-Heimerfolg gegen den Tabellenvierten TSV Spandau 1860 nicht entgehen. Somit sind die Potsdamerinnen mit einem Punkt Rückstand wieder auf Tuchfühlung zu Prenzlauer Berg, während Spandau leer ausging und seine gute Position nicht weiter verbessern konnte.

Einen Tag später wollte es der Neuling USV Halle beim abstiegsbedrohten SV Energie Cottbus den Potsdamerinnen gleichtun. Doch das Vorhaben misslang gründlich. Mit 3:1 (-18, 25, 21, 15) behaupteten sich die Lausitzerinnen und machten damit Boden im Abstiegskampf gut. Die Hallenserinnen haben als Tabellendritter nunmehr schon einen Rückstand von vier Punkten auf Potsdam.

Unter besonderen Vorzeichen stand die Begegnung des Tabellenvorletzten SF Brandenburg 94 gegen den Tabellenletzten Berliner Volleyballverein Vorwärts. Beide Teams lagen mit lediglich zwei Punkten ganz hinten. Wer indes auf den Heimvorteil der Brandenburgerinnen gesetzt hatte, wurde eines Besseren belehrt. Den verspielten die Gastgeberinnen beim 0:3 (-19, -15, -24). Nun steht die „rote Laterne“ in Brandenburg, während sich der BVV auf den achten Tabellenplatz verbesserte. Aber das dürfte auch nur ein kurzes Atemholen sein. Denn die Abstiegsgefahr ist noch längst nicht gebannt. Das gilt auch für den auf den vorletzten Platz zurückgefallenen VfK Berlin-Südwest, der gegen den Neuling VSG Altglienicke ebenfalls zu Hause den Kürzeren zog, aber beim 2:3 (-21, 21, -20, 19, -11) wenigsten einen Punkt einkassierte. Das Schluss-Quartett liegt eng beieinander: 8. Cottbus 8 Punkte, 9. BVV 5 Punkte, 10. Berlin-Südwest 4 Punkte, 11. Brandenburg 2 Punkte

Im Aufeinandertreffen zweier Aufsteiger hatte der TSV Wedding in eigener Halle gegen SG Einheit Zepernick mit 2:3 (-23, 21, -18, 21, -7) das Nachsehen. Beide Neulinge liegen mit jeweils 9 Punkten am Ende des Mittelfeldes und genießen „noch“ ein 4-Punkte-Polster auf einen Abstiegsrang.

Die reguläre Saison wird nunmehr erst in zwei Wochen mit dem 9. Spieltag am 25./26. November 2017 fortgesetzt. Dazwischen liegt ein Reservespieltag mit fünf Spielen, darunter bei den Männern drei vorgezogene Begegnungen, wobei der VC Olympia Berlin II gleich im Doppelpack gefordert ist, und ein Nachholspiel mit SC Potsdam gegen Spitzenreiter Cottbus.

Der Spieltag im Überblick

Männer, 8. Spieltag am 11. November 2017: VC Olympia Berlin II – Berliner Volleyballverein Vorwärts 3:1, Dessau Volleys – CV Mitteldeutschland II 3:0, USV Potsdam – SC Potsdam 1:3. Am 12. November 2017: SV Energie Cottbus – TSGL Schöneiche II 3:0. Vorgezogenes Spiel vom 17. Spieltag am 11. November 2017: USC Magdeburg – MTV Mariendorf 3:1.

Frauen, 8. Spieltag am 11. November 2017: VfK Berlin-Südwest – VSG Altglienicke 2:3, SF Brandenburg 94 – Berliner Volleyballverein Vorwärts 0:3, USV Potsdam – TSV Spandau 1860 3:0. Am 12. November 2017: TSV Wedding – SG Einheit Zepernick 2:3, SV Energie Cottbus – USV Halle 3:1.

Die nächsten Spiele

Männer, vorgezogene Spiele am 18. November 2017 (vom 13. Spieltag): CV Mitteldeutschland II – VC Olympia Berlin II (15 Uhr). Am 19. November 2017 (vom 11. Spieltag): VC Olympia Berlin II – USV Potsdam (15 Uhr), TSGL Schöneiche II – MTV Mariendorf (14 Uhr). Nachholspiel am 18. November 2017 (vom 7. Spieltag): SC Potsdam - SV Energie Cottbus (19 Uhr).

Frauen, Nachholspiel am 19. November 2017 (vom 4. Spieltag): USV Halle – Berliner Volleyballverein Vorwärts (12 Uhr).

Männer, 9. Spieltag am 25. November 2017: VC Olympia Berlin II – VfK Berlin-Südwest (15 Uhr), SC Potsdam – Dessau Volleys (19 Uhr), CV Mitteldeutschland II – MTV Mariendorf (15 Uhr). Am 26. November 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – USC Magdeburg (15 Uhr), TSGL Schöneiche II – USV Potsdam (14 Uhr).

Frauen, 9. Spieltag am 25. November 2017: SF Brandenburg 94 – VfK Berlin-Südwest (18 Uhr), VSG Altglienicke - SV Energie Cottbus, USV Halle – USV Potsdam (16 Uhr), TSV Spandau 1860 – SG Rotation Prenzlauer Berg II (15 Uhr). Am 26. November 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – SG Einheit Zepernick (12 Uhr).

Die nächste Wochenumschau erscheint nach dem 9- Spieltag voraussichtlich am Montag, 27. November 2017. Vereine und Mannschaften können wie gewohnt Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

05.11.2017

Wochenumschau nach dem 7. Spieltag: Wann biegen Magdeburgs Männer endlich in die Erfolgskurve ein?

Aktualisierte Fassung - Montag, 6. November 2017 um 10 Uhr mit Ergänzungen zu den Dessau Volleys

Würde es am 7. Spieltag der Regionalliga Nordost bei den Männern eine Fortsetzung des munteren Wechselspiels an der Tabellenspitze geben? Bekanntlich folgten nach der TSGL Schöneiche II als Spitzenreiter der SV Energie Cottbus (4. Spieltag) und der VfK Berlin-Südwest (5. Spieltag) sowie zuletzt wieder Cottbus (6. Spieltag). Da die Cottbuser an diesem Wochenende pausierten, bot sich für die Konkurrenz dahinter die Gelegenheit, mit den Lausitzern nach Punkten gleichzuziehen. Von allen hatte es der unmittelbare Verfolger VfK Berlin-Südwest, der mit Cottbus mit 14 Zählern punktgleich war, sogar in der Hand, mit einem Auswärtssieg gegen die TSGL Schöneiche II wieder an Cottbus vorbeizuziehen. Die Südwestler hatten vor einer Woche zu Hause gegen den SC Potsdam knapp mit 2:3 verloren und damit den „Platz an der Sonne“ abgeben müssen. Aber die zuletzt pausierenden Schöneicher, die drei Punkte hinter dem Spitzenduo lagen, waren natürlich bestrebt, den Kontakt zu den führenden Mannschaften nicht abreißen zu lassen.

VfK-Trainer Sören Damerius hatte nach der 2:3-Niederlage vor eine Woche gegen Potsdam beklagt, dass es seine Mannschaft nach einem starken Start nicht geschafft habe, ihre Leistung über drei Sätze aufrechtzuerhalten. Der Coach kündigte schließlich an: „Das Team will an dieser Schwäche arbeiten und sich weiterentwickeln, so dass so etwas nicht wieder vorkommt." War das gegen die Schöneicher schon zu sehen? Die Antwort dürfte nach dem 1:3 (-25, -20, 23, -17) unbefriedigend ausfallen (Szene aus dem Spiel siehe oben). Nunmehr sind bei unterschiedlicher Spielanzahl und Siegquote die ersten vier Teams mit jeweils 14 Punkten gleichauf: Cottbus (6 Spiele, 5 Siege) vor Dessau (7 Spiele, 5 Siege), Schöneiche II (6 Spiele, 4 Siege) und Berlin-Südwest (7 Spiele, 4 Siege). Nicht uninteressant ist in diesem Zusammenhang, dass am nächsten Spieltag Cottbus und Schöneiche II aufeinandertreffen. Die Dessau Volleys empfangen CV Mitteldeutschland II, während die Südwestler spielfrei sind. Turbulenzen ohne Ende?

Magdeburgs Auftritt gegen Dessau

macht Mut, bringt aber keine Punkte

Unter ganz besonderen Vorzeichen stand das Sachsen-Anhalt-Derby USC Magdeburg kontra Dessau Volleys. Die im Abstiegskampf verwickelten Magdeburger wollten gerade auf heimischem Parkett endlich den zweiten Saisonsieg feiern und im Kampf um den Klassenerhalt punkten. Die aufgestiegenen Dessauer wollten ihre Top-Platzierung als Tabellendritter ausbauen.

Die Geschichte der Dessau Volleys ist zwar noch recht jung, weist aber bereits jetzt schon Einiges vor. Mit drei Aufstiegen in Folge gelang dem Team der gewünschte Effekt, nämlich die Sportstadt Dessau-Roßlau zurück aufs Tapet zu bringen. Bislang hatten die Dessauer als Regionalliga-Neuling vier Siege und 11 Punkte erspielt und sich damit auf die Medaillenränge positioniert. Die Magdeburger hingegen hatten es bisher lediglich auf einen Sieg in fünf Spielen gebracht und sind als Drittletzter Abstiegskandidat. Die Dessauer waren also eine ziemlich harte Nuss für die Elbestädter.

Spätestens an dieser Stelle muss ein Wort darüber verloren werden, dass die Magdeburger so etwas wie die „Wundertüte“ im deutschen Volleyball sind. Das Team hat nämlich einen ungewöhnlichen Wandel hinter sich - von der unaufhaltsamen Aufstiegs- zur ungebremsten Abstiegsmannschaft. Nach dem imponierenden Durchmarsch Magdeburgs jeweils als Meister von der Landesoberliga Sachsen-Anhalt bis in die 2. Bundesliga Nord in den Jahren 2013 bis 2015 folgte postwendend ein Abstieg nach dem anderen - aus der zweithöchsten deutschen Spielklasse über die Dritte Liga Nord bis in die Regionalliga Nordost. Droht nun das nächste böse Erwachen mit dem dritten Abstieg in Folge zurück in die Landesoberliga Sachsen-Anhalt? Das wäre einfach unglaublich!

Die Preisfrage also: Wann kriegen die Magdeburger endlich die Kurve? Gegen die Dessauer jedenfalls nicht! Die Dessauer setzten sich auf gegnerischem Parkett mit 3:1 (23, 23, -17, 31) durch, so dass das Abstiegsgespenst weiter in Magdeburg umgeht. Geplatzt sind mit dem 1:3 Magdeburgs Hoffnung, vor eigenem Publikum nicht nur befreiter aufzuspielen, sondern vor allem zu punkten. Dabei fehlte auch ein Quäntchen Glück. Denn die ersten beiden knappen Satzverluste nach einem Spiel lange Zeit auf Augenhöhe wurden vor allem durch die letzten Aktionen in der Crunch-Time entschieden. Hier erwiesen sich die Gäste nervenstark. Nach den zwei 23:25-Satzverlusten wollten es die hochmotivierten Magdeburger im dritten Satz wissen und wurden auch mit 25:17 belohnt. Doch die Wende danach blieb aus. Zwar starteten sie auch im vierten Durchgang souverän, aber ein Annahmetief beendete die Hoffnungen und sicherte im Gegenzug den Dessauern beim 11:6 einen vorentscheidenden Vorsprung, der lange Zeit nicht aufgeholt werden konnten. Erst zum Satzende gab es einen offenen Schlagabtausch (29:29, 30:30, 31:31), den wiederum die Gäste mit 33:31 knapp für sich entschieden.

Magdeburgs Mannschaftsleiter Hendrik Oelze, der in früheren Jahren die Erfolgsmannschaft trainiert hatte, konstatierte nach der fünften Niederlage im sechsten Saisonspiel, die das Team auf den vorletzten Tabellenplatz zurückfallen ließ: „Es war ein spannender Abend, der aber leider für uns nicht von Erfolg gekrönt war. Die Jungs haben es verpasst, in den entscheidenden Situationen die Chancen, die ausreichend da waren, zu nutzen. Insbesondere wurden aus dem K II zu wenig Punkte gemacht. Besonders weh tat dabei der Verlust des vierten Satzes, als wir einen 17:21-Rückstand in einen 23:21-Vorteil umwandelten, in der Folge aber diesen Durchgang, der zum 2:2-Gleichstand hätte führen können, noch mit 31:33 verspielten. Dabei wurde mindestens ein Aus-Ball des Gegners durch die Schiedsrichterin übersehen.“

Hinsichtlich der Ursachen für den permanenten Negativlauf in der Regionalliga fällt immer wieder das Stichwort „Jugend“. „Die erneute Niederlage“, so Oelze, „ist ganz sicher auch der Jugend geschuldet.“ Auch Trainer Marko Schulz führt die „Unzulänglichkeiten, sich an die taktischen Vorgaben zu halten“, auf die „Unerfahrenheit der Jugend“ zurück. Dieses Manko verhindere den konkreten Erfolg. Einig sind sich aber beide darin: „Der Auftritt gegen Dessau macht gerade nach dem desolaten 0:3 vor einer Woche beim USV Potsdam Mut und sollte den Spielern Auftrieb geben. Aber unterm Strich bringt uns das keine Punkte. Das Motto für die Jungs heißt also nach wie vor: Arbeiten, arbeiten, arbeiten und die Trainingsmöglichkeiten zu nutzen.“ Der Coach fügte zum „Spiel der verpassten Chancen“ schließlich noch kritisch hinzu: „Letztlich ist dies ein Spiegelbild unserer zum Teil nachlässigen Trainingsleistung.“ Nun gelte es, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und auf den kommenden Gegner, den Aufsteiger und Tabellenletzten MTV Mariendorf, zu fokussieren, der sich am nächsten Sonnabend in Magdeburg vorstellt.

Dessau Volleys weiter im

Aufwind, aber ohne Träumerei

Dessaus Trainer Ingo Häntschel kommentierte das Spiel gegen Magdeburg so: "Wir mussten krankheits- und berufsbedingt etwas improvisieren und trafen auf eine sehr couragiert spielende und technisch gut ausgebildete junge Magdeburger Mannschaft. In den ersten beiden Sätzen hatten wir Vorteile im Block und entschieden zumeist die längeren Ballwechsel mit jeweils 25:23 für uns. Eine weitere Umstellung auf unserer Außenangriffsposition ging daneben und Magdeburg nutzte das aus. Im vierten Satz ging es Kopf an Kopf bis zum Satzende. Unser 16-jähriger Diagonalspieler Marvin Müller beendete das Spiel mit einem Angriff zum 33:31. Unsere drei Punkte waren hart erkämpft, aber auch glücklich. Mit dem Magdeburger Team sollte man noch rechnen in dieser Saison."

Den bisherigen Saisonverlauf des imponierenden Aufsteigers beurteilte der Coach, der die Mannschaft erst seit dieser Saison betreut, so: "Wir können mit den bisher erreichten 14 Punkten aus sieben Spielen sowie fünf Siegen sehr gut leben. Wir haben kein Überfliegerteam, aber es ist bisher unsere Stärke, in engen Spielsituationen gute Lösungen zu finden. Eine weitere Stärke ist das unglaublich gute Binnenklima im Team. Die Jungs haben große Lust, gemeinsam erfolgreich Volleyball zu spielen und scheuen sich nicht davor, wenn nötig, konstruktiv zu kritisieren. In der Mannschaft hat sich in den letzten beiden Jahren seit der Landesliga personell nicht sehr viel verändert. Neu im Team ist lediglich Mittelblocker Tom Rennert vom VC Bitterfeld-Wolfen II. Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Vor allem für die Jugendspieler, die von unserem Jugendtrainer Hartmut Urban sehr gut ausgebildet wurden, ist das Regionalliganiveau für ihre Weiterentwicklung ungemein wertvoll."

Hinsichtlich des Saisonziels sagt Ingo Häntschel: "Das Team ist in den letzten beiden Jahren von der Landesliga über die Landesoberliga in die Regionalliga aufgestiegen. Die Entwicklung war also recht rasant. Ein weiterer Aufstieg ist unrealistische Träumerei. Wir haben das klare Ziel: Klassenerhalt. Der gute Saisonstart lässt uns ruhiger arbeiten, aber es bedarf noch vieler weiterer Punkte, um in der nächsten Saison sicher in der Regionalliga dabei zu sein. Um dies zu realisieren, setzen wir uns Teilziele in Spielblöcken, in denen wir eine bestimmte Punkteausbeute erzielen wollen."

Weitere Abstiegskandidaten

auf dem Prüfstand

In den übrigen Begegnungen der Männer standen Abstiegskandidaten auf dem Prüfstand: Der Tabellenletzte und Aufsteiger MTV Mariendorf trat auswärts gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten Berliner Volleyballverein Vorwärts an, und der Tabellenvorletzte CV Mitteldeutschland II empfing den USV Potsdam, der nach schwachem Saisonstart zuletzt dreimal in Folge siegreich war. Die Potsdamer Erfolgsserie wurde vom Team aus Mitteldeutschland in einem 5-Satz-Spiel mit 3:2 (23, -17, 14, -25, 9) gestoppt. Mit dem 2-Punkte-Gewinn rückten die Mitteldeutschen – mit Magdeburg gleichauf (je 4 Punkte) – auf den drittletzten Tabellenrang vor. Schlusslicht bleibt unverändert der Aufsteiger MTV Mariendorf (2 Punkte), der beim Berliner Volleyballverein Vorwärts mit 1:3 (23, -19, 16, -15) das Nachsehen hatte. Mit diesem Heimerfolg löste sich der BVV (8 Punkte) aus der unmittelbaren Abstiegszone und rückte ins Mittelfeld vor.

Prenzlauer Bergs Zweite ist

und bleibt das Maß der Dinge

Bei den Frauen enteilt Spitzenreiter SG Rotation Prenzlauer Berg II dem Feld. Mit dem 3:0 (12, 17, 14) auswärts gegen Aufsteiger SG Einheit Zepernick vergrößerte sich der Vorsprung gegenüber dem spielfreien Verfolger USV Potsdam auf vier Zähler. Prenzlauer Berg ist und bleibt das Maß der Dinge in der Regionalliga. Hinter dem Vizemeister der letzten Saison und dem Meisterschaftsdritten aus Potsdam festigten in Heimspielen der imponierende Aufsteiger USV Halle mit einem 3:1 (16, -28, 23, 21)-Sieg gegen den in Abstiegsnöte steckenden VfK Berlin-Südwest und der TSV Spandau 1860 mit einem 3:1 (21, -21, 13, 18) gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten SV Energie Cottbus ihre guten Tabellenpositionen und rückten mit jeweils 15 Punkten bis auf einen Zähler an den Tabellenzweiten USV Potsdam heran. Hinter diesem Spitzenquartett klafft aber schon eine deutliche Lücke von sieben Punkte und mehr.

Aus dem unteren Tabellendrittel standen zwei weitere Abstiegskandidaten auf dem Prüfstand: Schlusslicht SF Brandenburg 94 auswärts gegen Aufsteiger VSG Altglienicke und der Tabellenvorletzte Berliner Volleyballverein Vorwärts zu Hause gegen den Neuling TSV Wedding. Der BVV stand mit bislang einem Punkt aus vier Spielen da, Brandenburg mit null Punkten aus fünf Begegnungen. Höchste Zeit also für beide Teams, das Punktekonto ein wenig aufzubessern. Beide Spiele gingen über fünf Sätze und wurden von den Gästen gewonnen. Brandenburg feierte gegen Altglienicke nach einem 1:2-Satzrückstand mit 3:2 (17, -23, -21, 22, 12) den ersten Saisonsieg, und Wedding schlug nach einem 0:2-Satzrückstand den BVV mit 3:2 (-15, -21, 21, 24, 9). Nunmehr ist der BVV neues Schlusslicht hinter Brandenburg (beide je 2 Punkte), Cottbus und Berlin-Südwest (je 3 Punkte).

Am nächsten Spieltag kommt es im Tabellenvorderfeld zum aufschlussreichen Duell USV Potsdam gegen TSV Spandau 1860. Da Spitzenreiter Prenzlauer Berg II spielfrei ist, können die Verfolger wieder dichter an die Prenzelbergerinnen heranrücken. In der Abstiegszone stehen sich die Kellerkinder SF Brandenburg 94 und Berliner Volleyballverein Vorwärts gegenüber. Der Verlierer dürfte für den weiteren Saisonverlauf die schlechtesten Karten haben, um nicht zu den drei Direktabsteigern zu gehören.

Der Spieltag im Überblick

Männer, 7. Spieltag am 4. November 2017: USC Magdeburg – Dessau Volleys 1:3, CV Mitteldeutschland II – USV Potsdam 3:2. Am 5. November 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – MTV Mariendorf 3:1, TSGL Schöneiche II – VfK Berlin-Südwest 3:1.

Frauen, 7. Spieltag am 4. November 2017: SG Einheit Zepernick – SG Rotation Prenzlauer Berg II 0:3, USV Halle – VfK Berlin-Südwest 3:1, TSV Spandau 1860 – SV Energie Cottbus 3:1. Am 5. November 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – TSV Wedding 2:3, VSG Altglienicke – SF Brandenburg 94 2:3.

Die nächsten Spiele

Männer, 8. Spieltag am 11. November 2017: VC Olympia Berlin II – Berliner Volleyballverein Vorwärts (15 Uhr), Dessau Volleys – CV Mitteldeutschland II (15 Uhr), USV Potsdam – SC Potsdam (19 Uhr). Am 12. November 2017: SV Energie Cottbus – TSGL Schöneiche II (16 Uhr). Vorgezogenes Spiel vom 17. Spieltag am 11. November 2017: USC Magdeburg – MTV Mariendorf (18 Uhr).

Frauen, 8. Spieltag am 11. November 2017: VfK Berlin-Südwest – VSG Altglienicke (16 Uhr), SF Brandenburg 94 – Berliner Volleyballverein Vorwärts (18 Uhr), USV Potsdam – TSV Spandau 1860 (16 Uhr). Am 12. November 2017: TSV Wedding – SG Einheit Zepernick (15 Uhr), SV Energie Cottbus – USV Halle (15 Uhr).

Die nächste Wochenumschau erscheint nach dem 8. Spieltag voraussichtlich am Montag, 13. November 2017. Vereine und Mannschaften können wie gewohnt Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

28.10.2017

Wochenumschau nach dem 6. Spieltag: Männer des SC Potsdam die „Mannschaft der Stunde“

Aktualisierte Fassung - Mittwoch, 1. November 2017, um 10 Uhr

Auch der 6. Spieltag der Regionalliga Nordost war bei den Männern wieder nicht ohne Turbulenzen um den Spitzenreiter. Nachdem vor einer Woche der Tabellenführer SV Energie Cottbus und davor die TSGL Schöneiche II gestürzt worden waren, kam diesmal der neue Spitzenreiter VfK Berlin-Südwest nicht ungeschoren davon. Denn die Südwestler büßten durch ihre 2:3 (17, 13, -24, -14, -12)-Heimniederlage gegen den aufstrebenden SC Potsdam ebenfalls ihren „Platz an der Sonne“ ein, den wieder Cottbus einnimmt. Allerdings liegen beide Teams mit 14 Punkten gleichauf und sind nur durch einen Sieg getrennt: Cottbus 5, Südwest 4. Dahinter folgen mit einem 3-Punkt-Abstand die beiden Aufsteiger Dessau Volleys und TSGL Schöneiche II.

Bei einem Blick auf den kommenden 7. Spieltag, an dem Spitzenreiter Cottbus spielfrei ist, lässt sich ablesen, dass es auch weiterhin turbulent zugehen wird. Denn am nächsten Sonntag treffen der am 4. Spieltag gestürzte Tabellenführer Schöneiche II, der diesmal wieder spielfrei war, und der VfK Berlin-Südwest aufeinander.

Männer: Unter fünf Sätzen

machen es die Potsdamer nicht

Der SC Potsdam – in der vorigen Saison als Vizemeister noch als VC Potsdam-Waldstadt spielend – ist so etwas wie die „Mannschaft der Stunde“. Das 3:2 bei den Südwestlern war im fünften Saisonspiel das fünfte Match, das für die Potsdamer über fünf Sätze ging. Unter einem Fünf-Satz-Spiel machen sie es wohl nicht. Dabei wurden die letzten vier Begegnungen gegen Berlin-Südwest (auswärts) sowie gegen VC Olympia Berlin II, Schöneiche II und Berliner Volleyballverein Vorwärts allesamt zu Hause mit 3:2 gewonnen. Lediglich am ersten Spieltag erlitten die Potsdamer eine 2:3-Niederlage auswärts gegen CV Mitteldeutschland II.

Potsdams Trainer Gregor Steinke, der seit sieben Jahren die Mannschaft trainiert, relativierte die Fünf-Satz-Auftritte seiner Männer ein wenig: „Wenn ich mal von dem 3:2 zuletzt beim VfK Südwest absehe, so waren die anderen Siege eher unserer fehlenden Konstanz zuzuschreiben gewesen. Denn eigentlich hätten diese Spiele nicht über fünf Sätze gehen, sondern längst schon vorher für uns entschieden sein müssen.“ Und der Unterschied zum VfK-Spiel? „Hier wurden wir voll über fünf Sätze herausgefordert. Mehr als zwei Sätze lang dominierten uns die Gastgeber, die auch mit 2:0 in Führung gegangen waren. Der Gegner war selbstbewusst. Es funktionierte bei ihm so gut wie alles, von der Annahme bis zum Angriff. Bei uns war das genau umgekehrt. Auch im dritten Satz lagen wir schon 13:19 und 20:24 zurück. Aber wir wehrten vier Matchbälle ab und gewannen noch mit 26:24. Das war der eigentliche Knackpunkt des Spiels. Danach waren wir mit einer stabilen Annahme und erfolgreichen Angriffen wieder voll da und hatten im vierten Durchgang beim 25:14 den Gegner wieder in der Hand. Zwar wackelte der Tiebreak für einen kurzen Augenblick, als mit 5:8 die Seiten gewechselt wurden, aber am Ende war unser 15:12 verdient. Aber es war im Gegensatz zu den vorangegangenen Spielen ein hartes Stück Arbeit.“

Gefragt, worin die Stärken seiner Mannschaft in dieser Saison bestehen, gab Gregor Steinke zur Antwort: „Für die Mannschaft, deren Großteil schon lange zusammenspielt, spricht ihre Erfahrung und Routine, natürlich auch eine gewisse Portion Nervenstärke und vor allem der Umstand, dass sie zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen auf dem Feld trifft.“ Gegenüber der Vorsaison, so ergänzt der Coach, seien nur zwei Spieler neu hinzugekommen, darunter der Zuspieler Kai Wieser aus Königs Wusterhausen, der in gut zwei Wochen gerade mal seinen 16. Geburtstag begeht.

Spricht man Potsdams Coach auf die Saisonziele seines Teams an, so äußert er sich eher vage: „Wir wollen uns im oberen Tabellendrittel platzieren. Dort wird es in dieser Saison ziemlich eng zugehen, denn es gibt keine Überfliegermannschaft wie letzte Saison mit Gardelegen. Ich denke, dass vier, fünf Teams für den Titelkampf infrage kommen. Und zu diesem Kreis möchten wir gehören.“ Wäre am Ende der Saison der Aufstieg in die Dritte Liga Nord womöglich ein Thema? Gregor Steinke schüttelt mit dem Kopf: „Das ist nicht unser vordergründiges Ziel, auf das wir hinsteuern. Man muss ja auch sehen, dass wir erst in der Sommerpause eine Spielrechtsübertragung zwischen dem VC Potsdam-Waldstadt und dem SC Potsdam vorgenommen haben. Wir sind mit dem Männerteam also neu in dem Verein, der mit seiner ersten Frauenmannschaft in der 1. Bundesliga und mit dem zweiten Frauenteam in der Dritten Liga Nord spielt. Aber wenn es schließlich mit dem Aufstieg der Männer in die Dritte Liga konkret wird, könnte das durchaus ein Thema für beide Seiten, für die Mannschaft und den Verein, sein.“

Auf Seiten des Verlierers fiel der Kommentar von VfK-Trainer Sören Damerius knapp aus: "Nach einem starken Start schafften wir es nicht, unsere Leistung über drei Sätze aufrecht zu erhalten und gaben die Sätze leider weg. Das Team will an dieser Schwäche arbeiten und sich weiter entwickeln, so dass so etwas nicht wieder vorkommt." Die nächste Gelegenheit dazu kommt schon am Wochenende in Schöneiche.

Gesiegt, aber harsche Kritik an das Team

des Spitzenreiters aus Cottbus

Der SV Energie Cottbus übernahm mit einem 3:1 (-21, 8, 14, 18)-Heimsieg über den in der Krise steckenden CV Mitteldeutschland II wieder die Tabellenführung. „Vom Papier her eine klare Angelegenheit“, meinte der Cottbuser Trainer Javor Takev, der gegenwärtig etwas kürzer tritt und von Marcus Benthien vertreten wird. „Zudem waren die Mitteldeutschen nur mit nur sechs Spielern plus Libero angereist und damit ohne Wechseloption. Sie erwiesen sich letztlich auch als dankbarer Gegner. Allerdings muss man auch selbstkritisch einräumen: Was wir dem Gegner und den Zuschauern beim 21:25 im ersten Satz angeboten haben, grenzt – wie es etwas überspitzt von Marcus Benthien formuliert wurde - an Frechheit. Wir haben im ersten Satz gegen den harmlosen Gegner so ziemlich alles getan, um mit einem 0:1 in Satzrückstand zu geraten. Das war eine beschämende Leistung, wie die anschließenden Satzergebnisse mit 25:8, 25:14 und 25:18 zeigen. Insgesamt ein unspektakuläres und von vielen Fehlern geprägtes Spiel auf beiden Seiten. Ausgenommen von diesem Urteil ist das Schiedsgericht: unaufgeregt, souverän und fehlerfrei. Respekt!“

Für den nach vier Saisonspielen weiterhin sieglosen CV Mitteldeutschland II dürfte diese dritte Niederlage die Krise im Abstiegskampf verschärft haben, zumal offensichtlich auch personelle Probleme die Auftritte des Tabellenvorletzten überschatten. Auch die Lage für den auf dem letzten Platz liegenden Aufsteiger MTV Mariendorf (beide je 2 Punkte) ist nach dem 1:3 (-18, 23, -18, -17) beim Neuling Dessau Volleys alles andere als rosig. Drittletzter ist unverändert der Ex-Drittligist USC Magdeburg, der beim offensichtlich wiedererstarkten USV Potsdam mit 0:3 (-15, -22, -21) den Kürzeren zog. Am nächsten Spieltag bekommt es Magdeburg zu Hause mit den Dessauern und Mitteldeutschland mit dem USV Potsdam zu tun.

Frauen: In Brandenburg spricht

(noch) keiner von einer Krise

Bei den Frauen zeigt sich das gewohnte Bild: Keiner kann das Spitzenduo mit der SG Rotation Prenzlauer Berg II (17 Punkte) und dem USV Potsdam (16 Punkte) stoppen. Die Prenzelbergerinnen schlugen zu Hause den Neuling TSV Wedding mit 3:0 (18, 20, 14), und die Potsdamerinnen taten es ihnen zu Hause gegen Aufsteiger SG Einheit Zepernick (siehe Foto oben) mit einem 3:0 (13, 20, 11) gleich. Der drittplatzierte USV Halle und der TSV Spandau 1860 (beide je 12 Punkte) bleiben aber hartnäckig in der Verfolgerrolle: die Hallenserinnen mit einem 3:1 (-24, 18, 27, 19)-Erfolg bei SF Brandenburg 94 und die Spandauerinnen mit 3:0 (14, 22, 26) beim VfK Berlin-Südwest. Mit diesen Erfolgen vergrößerte sich der Vorsprung gegenüber der übrigen Konkurrenz schon auf fünf Punkte.

Am Tabellenende sind nach wie vor als Vorletzter der Berliner Volleyballverein Vorwärts und die SF Brandenburg 94 als Tabellenletzter platziert. Der BVV kam beim 2:3 (-19, 21, -22, 20, -8) gegen Gastgeber VSG Altglienicke wenigstens zum ersten Punktgewinn in dieser Saison, während die Brandenburgerinnen mit dem 1:3 (24, -18, -27, -19) zu Hause gegen den USV Halle weiter sieg- und punktlos bleiben.

Brandenburgs Teammanager Bernd Stasik meinte nach dem Spiel gegen Halle: „Mit etwas Glück war ein Punkt drin, vielleicht sogar mehr. Der Spielverlauf zeigte, dass die Mannschaft auf dem richtigen Weg ist.“ Die aktuelle Situation bei den Brandenburgerinnen, die letzte Saison als Neunter fast abgestiegen wären und erst über die Relegation als Sieger den Regionalligaplatz behaupten konnten, beschrieb der Teammanager so: „Auch nach nunmehr fünf Niederlagen zum Saisonauftakt spricht bei der Frauenmannschaft des SFB 94 niemand von einer Krise. Allen Beteiligten war zum Saisonstart klar, dass es sehr schwer werden würde, nach dem kompletten Umbruch im Kader ein Team in den Wettbewerb der Regionalliga zu schicken, das sofort auf dem erforderlichen Niveau spielt. Aus der Vorsaison blieben lediglich vier Spielerinnen übrig. Neue und motivierte junge Spielerinnen kamen dazu. Aber mit derzeit nur zehn Frauen im Team um Trainer Torsten Sykora ist es zunächst wichtig, Stabilität und Struktur zu entwickeln. Die Stärke der Mannschaft liegt in der Moral und Geschlossenheit. Für die Hinrunde kommt es darauf an, die vorhandenen Potenziale zu nutzen, um über Achtungserfolge noch mehr Selbstvertrauen zu erarbeiten. Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt, der durchaus möglich ist, wenn das Team von Ausfällen verschont bleibt. Verstärkung des Teams wäre zudem möglich, scheiterte aber bisher an mangelhafter Unterstützung der Vereinsführung.“

Das Spiel gegen Altglienicke auf

Augenhöhe macht dem BVV Mut

Beim ebenfalls krisengeschüttelten BVV äußerte sich Trainer Jörg Papenheim nach dem 2:3 gegen Altglienicke und dem ersten Punktgewinn nach vier Spielen so: „Wir haben es leider versäumt, den Gegner unter Druck zu halten und schafften es nicht, den dritten Satz zu gewinnen, obwohl wir über weite Strecken in Führung lagen. Im vierten Satz spielten wir mutig und kontrollierten den Gegner. Gute Aufschläge des Gegners und individuelle Fehler sorgten aber für einen 0:6-Fehlstart, den wir beim 8:9 und schließlich mit 25:20 wettmachten. Doch im Tiebreak unterliefen uns wieder zu viele Fehlern, so dass wir nach gutem Spiel des Gegners den Satz mit 8:15 und somit das Spiel abgaben. Das Fazit: Wir haben zwar einen Punkt gewonnen, aber zwei Punkte verloren. Die zu hohe Zahl an Eigenfehlern kosteten die Satzgewinne. Dennoch darf man nicht übersehen, dass wir bisher ausschließlich gegen Mannschaften der oberen Tabellenhälfte gespielt haben. Gegen diese Gegner müssen wir anerkennen, dass wir mannschaftlich noch nicht so weit sind. Die wichtigen Spiele folgen in den nächsten Wochen. Jedenfalls wissen wir, woran wir arbeiten müssen." Das Spiel auf Augenhöhe mit Altglienicke könnte der BVV-Mannschaft Mut gemacht haben. Unterm Strich wird es aber noch ein hartes Stück Arbeit für das BVV-Team sein, um die Abstiegsgefahr zu bannen.

Der Spieltag im Überblick

Männer, 6. Spieltag am 28. Oktober 2017: VfK Berlin-Südwest – SC Potsdam 2:3, SV Energie Cottbus – CV Mitteldeutschland II 3:1. Am 29. Oktober 2017: Dessau Volleys – MTV Mariendorf 3:1, USV Potsdam – USC Magdeburg 3:0.

Frauen, 6. Spieltag am 28. Oktober 2017: VfK Berlin-Südwest – TSV Spandau 1860 0:3, SF Brandenburg 94 – USV Halle 1:3, SG Rotation Prenzlauer Berg II – TSV Wedding 3:0. Am 29. Oktober 2017: VSG Altglienicke – Berliner Volleyballverein Vorwärts 3:2, USV Potsdam – SG Einheit Zepernick 3:0.

Die nächsten Spiele

Männer, 7. Spieltag am 4. November 2017: USC Magdeburg – Dessau Volleys (18 Uhr), CV Mitteldeutschland II – USV Potsdam (15 Uhr). Am 5. November 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – MTV Mariendorf (15 Uhr), TSGL Schöneiche II – VfK Berlin-Südwest (14 Uhr).

Frauen, 7. Spieltag am 4. November 2017: SG Einheit Zepernick – SG Rotation Prenzlauer Berg II (15 Uhr), USV Halle – VfK Berlin-Südwest (18 Uhr), TSV Spandau 1860 – SV Energie Cottbus (15 Uhr). Am 5. November 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – TSV Wedding (12 Uhr), VSG Altglienicke – SF Brandenburg 94 (14 Uhr).

Die nächste Wochenumschau erscheint nach dem 7. Spieltag voraussichtlich am Montag, 6. November 2017. Vereine und Mannschaften können wie gewohnt Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

22.10.2017

Wochenumschau nach dem 5. Spieltag: Viele Turbulenzen - VfK Berlin-Südwest bei den Männern neuer Spitzenreiter

Der 5. Spieltag der Regionalliga Nordost war insofern ungewöhnlich, weil es von den insgesamt zehn Spielen (je fünf bei den Männern und Frauen) sechs Sonnabend- und vier Sonntagspiele gab: das Verhältnis bei den Männern 4:1, bei den Frauen 2:3. In diesem Zusammenhang soll daran erinnert werden, dass der Regionalschiedsrichterausschuss in Auswertung der vergangenen Saison angesichts der Schiedsrichterkalamität die Vereine dringend ersucht hatte, stärker als in der Vergangenheit auf den Sonntagspieltag auszuweichen. Das würde zwangsläufig dazu führen, ein Stück weit aus der Enge der Schiedsrichteransetzungen an den Sonnabenden herauszukommen. Der 5. Spieltag ist also ein positiv herauszuhebendes Beispiel. Was aber brachte dieser turbulente Spieltag aus sportlicher Sicht?

Männer: Cottbus wurde in Magdeburg aus

allen selbstgefälligen Träumen gerissen

Die vor einer Woche auf den zweiten Platz verdrängten Männer des Aufsteigers TSGL Schöneiche II konnten diesmal tatenlos den Turbulenzen des 5. Spieltages zusehen. Dabei sorgte ausgerechnet der bislang sieglose Drittliga-Absteiger USC Magdeburg für eine Überraschung. Der Tabellenletzte verdarb dem vor einer Woche an die Tabellenspitze gerückten SV Energie Cottbus die nicht unbegründete Hoffnung, die Tabellenführung weiter auszubauen. Denn es kam ganz anders: Die Elbestädter schlugen Cottbus mit 3:1 (23, -18, 17, 20) und gaben damit die „rote Laterne“ ab. Während es für die auf Platz zwei abgerutschten Cottbuser die erste Niederlage im fünften Saisonspiel war, könnten die Magdeburger ein erstes Signal gegen die drohende Krise gesetzt haben. Zuletzt schien es, als würden sie wie im freien Fall von der 2. Bundesliga Nord über die Dritte Liga Nord und die Regionalliga Nordost bis in die Landesoberliga von Sachsen-Anhalt durchgereicht werden. Folgt der nächste Befreiungsschlag in einer Woche beim USV Potsdam, der nur um einen Punkt besser ist?

Wie aber stellt sich für den Cottbuser Trainer Javor Takev nach dem 1:3 in Magdeburg die Situation dar? „Betrachtet man unsere Tabellensituation nach fünf Spielen, so muss man realistisch einschätzen, dass wir mit unseren Gegnern bislang viel Glück hatten. Gleich im ersten Spiel standen wir einem noch desorientiert wirkenden Drittligaabsteiger BVV gegenüber. Die Situation beim USV Potsdam ist hinlänglich bekannt, so dass auch diese Begegnung kaum als Herausforderung angesehen werden konnte. Nach dem 3:0 beim Aufsteiger Dessau Volleys glaubten wohl alle - und ehrlich gesagt war auch ich nicht ganz frei davon -, dass gegen den Aufsteiger Mariendorf und nun gegen Magdeburg kaum etwas anbrennen dürfte. Wie irrig diese Annahme war, haben uns die Mariendorfer gezeigt. In dem zweieinhalbstündigen Krimi wurden wir beim 3:2 bis an den Rand einer Niederlage gedrängt. Das 26:24 im Tiebreak konnte nur als glücklich für uns verbucht werden. Nun erwischte es uns voll beim Schlusslicht USC Magdeburg. Anfangs bestätigten sich die Spielberichte über die Magdeburger in den vergangenen Wochen. Magdeburg präsentierte sich mit einer jugendlichen Mannschaft, die technisch und athletisch einen hervorragenden Eindruck vermittelte, zu Beginn des Spiels jedoch mit vielen einfachen Fehlern schnell zurücklag. Es dauerte allerdings nicht lange, bis Magdeburg das Spiel an sich und uns aus allen selbstgefälligen Träumen riss. Beide Außenangreifer des Gegners machten uns das Leben zunehmend schwer und auf das unwiderstehliche Aufschlagspiel fanden wir über das gesamte Spiel kaum eine Antwort. Ein verdienter Sieg der Magdeburger! Nun werden die kommenden Wochen zeigen, wohin unsere Reise geht. Warum Magdeburg wie auch Mariendorf bislang sieglos am Tabellenende zu finden sind, erschließt sich mir nicht.“

Javor Takev: „Unsere personelle

Situation ist durchaus komfortabel“

Javor Takev ging schließlich noch auf sein Team und die Aussichten in dieser Saison detailliert ein: „Wir haben eine erfahrene Mannschaft, die bei entsprechendem Engagement mit allen Mannschaften der Regionalliga mithalten kann. Aber wir müssen uns zunächst selbst im Klaren werden, was wir wollen. Die Tabellensituation nehme ich derzeit nicht ernst. Die Saison ist noch jung. Da kann noch viel passieren, sowohl nach oben als auch nach unten. Unbestritten ist unsere personelle Situation durchaus komfortabel. Den zwei Abgängen stehen fünf Zugänge gegenüber. Kurz vor Saisonbeginn kehrten drei ehemalige Spieler zurück ins Team. Neben David Roy und Andreas Petschick, die nach dem Regionalliga-Rückzug der Spremberger nach einer neuen Aufgabe suchten, meldete sich auch Raphael Brand zurück, der sich vor drei Jahren bei einem Regionalligaspiel schwer verletzte und seither beharrlich an seinem Comeback arbeitete. Dazu kam nach einem langatmigen Transferverfahren der tunesische Student Aziz Ben Youness. Der wieselflinke sympathische Bursche trainierte schon seit Mitte der vergangenen Saison bei uns und erhielt die Spielberechtigung praktisch zum ersten Spieltag. Schließlich ist da noch der zweitligaerfahrene Marcus Benthien, der wegen seiner Verpflichtung als Trainer der Cottbuser Frauenmannschaft allerdings nur sporadisch dabei sein kann. Somit können wir auf einen 15köpfigen Kader zurückgreifen.“

Insgesamt, so der Cottbuser Coach weiter, „ist das eine Ausgangsposition, die so manchen Trainer neidisch werden lassen dürfte, wäre da nicht das fortgeschrittene Alter unserer Spieler. Lediglich zwei Spieler haben noch nicht die 30 überschritten, so dass wir mit einem Altersschnitt von fast 34 für Volleyballverhältnisse schon als leicht angegraut zu bezeichnen wären. Hinzu kommen die familiären und beruflichen Verpflichtungen der vielen Familienväter. Insofern verbietet sich eine euphorische Planung für die Zukunft von allein. Ich persönlich hätte am Ende nichts gegen einen Platz unter den ersten drei.“

VfK Berlin-Südwest und beide

Potsdamer Teams im Aufwind

Von der unerwarteten Cottbuser Niederlage profitierte der bisherige Tabellendritte VfK Berlin-Südwest, der mit einem souveränen 3:1 (21, 13, -21, 13)-Auswärtssieg gegen den CV Mitteldeutschland II seinen vierten Sieg landete und mit 13 Punkten neuer Spitzenreiter ist, gefolgt von Cottbus und Schöneiche II (je 11 Punkte). Für die Mitteldeutschen hat diese zweite Niederlage im dritten Spiel die Folge, dass sie auf den vorletzten Tabellenrang abdrifteten. Und die Aussichten sind ziemlich trübe, denn am nächsten Spieltag folgt die schwere Auswärtshürde gegen den nach Lage der Dinge geläuterten SV Energie Cottbus.

Der Aufwärtstrend hält auch beim SC Potsdam an. Nach zwei Heimsiegen in Folge (3:2 gegen Schöneiche II und 3:0 gegen den Berliner VV) gelang der dritte Sieg in Serie abermals zu Hause mit 3:2 (23, 19, -25, -21, 10) gegen den VC Olympia Berlin II. Dabei drohte der Heimerfolg nach einer 2:0-Satzführung noch in Gefahr zu geraten. Doch nach dem 2:2-Satzgleichstand wurde beim 15:10 im Tiebreak alles klar gemacht. Nun darf man gespannt sein, wie sich die auf dem Rang vier liegenden Potsdamer (8 Punkte) in einer Woche beim Spitzenreiter VfK Berlin-Südwest aus der Affäre ziehen.

Auch Potsdams Ortsnachbar USV Potsdam ist im Aufwind. Nach dem 3:2-Heimerfolg vor einer Woche gegen den Neuling Dessau Volleys folgte mit dem 3:1 (23, 16, -24, 19) beim Aufsteiger MTV Mariendorf der zweite Saisonsieg in Folge. Bitter für die unglücklich spielenden Mariendorfer: Sie sind nunmehr neuer Tabellenletzter – mit zwei Punkten gleichauf mit CV Mitteldeutschland II! Doch vielleicht können die Mariendorfer das Blatt am nächsten Spieltag beim Mitaufsteiger Dessau Volleys wenden. Zweifellos eine schwierige Aufgabe, denn die Dessauer spielten als Aufsteiger bislang eine gute Rolle und etablierten sich mit dem 3:0 (19, 23, 12) im einzigen Sonntagsspiel der Männern beim Ex-Drittligisten Berliner Volleyballverein Vorwärts mit acht Punkten weiterhin im Mittelfeld.

Frauen: Fernduell Prenzlauer Berg

kontra Potsdam hält unvermindert an

Bei den Frauen hält das Fernduell zwischen Spitzenreiter SG Rotation Prenzlauer Berg II und dem einen Punkt zurückliegenden Verfolger USV Potsdam unvermindert an. Beide gewannen ihre Auswärtsspiele ohne Wenn und Aber: die Prenzelbergerinnen gegen das punkt- und sieglose Schlusslicht Berliner Volleyballverein Vorwärts mit 3:1 (9, 20, -19, 16) und Potsdam gegen den Aufsteiger TSV Wedding ebenfalls mit 3:1 (23, 18, -17, 13). Also alles wie gehabt!

Hinter dem Spitzenduo Prenzlauer Berg (14 Punkte) und Potsdam (13 Punkte) festigte der USV Halle (9 Punkte) seine dritte Tabellenposition mit einem 3:1 (20, -17, 20, 19)-Heimsieg über den Mitaufsteiger VSG Altglienicke. Halle ist dabei punktgleich mit dem TSV Spandau 1860, der die abstiegsbedrohten Sportfreunde Brandenburg 94 auf heimischem Parkett mit 3:0 (17, 12, 20) sicher besiegte. Somit liegen Brandenburg und der BVV weiterhin punkt- und sieglos am Tabellenende und dürften nach Lage der Dinge zu den ersten Abstiegsanwärtern zu zählen sein, wenn nicht bald eine Wende herbeigeführt wird.

Halles Trainer Axel Göbel ist

stolz auf sein Aufsteigerteam

Axel Göbel, Trainer des Aufsteigers USV Halle, kommentierte den Sieg über Altglienicke so: „Mein Co-Trainer und ich platzen an diesem Wochenende ein bisschen vor Stolz. Denn nach dem überzeugenden Punktspiel war die Mannschaft tags darauf im VVSA-Pokal unterwegs und hat die nächste Runde erreicht. Wir sind mit der Leistung unserer Frauen zu 100 Prozent zufrieden. Vor dem Hintergrund des ersten Heimspiels als Aufsteiger und der damit verbundenen Nervosität hat die Mannschaft gegen Altglienicke sehr gut gespielt. Wir haben ständig versucht, Lösungen zu finden, waren sehr oft hellwach und haben wieder mal mit unglaublich positiver Energie um den Erfolg gekämpft. Angetrieben von einer vollen Spielhalle starteten wir allerdings unglaublich nervös. Gleich neun Aufschlagfehler leisteten wir uns im ersten Satz. Doch durch gute eigene Angriffe und leichte Fehler des Gegners ging der erste Satz trotz der vielen Aufschlagfehler mit 25:20 an uns. Etwas zufriedener haben wir den zweiten Satz gestaltet. Altglienicke hatte das Personal gewechselt und spielte jetzt deutlich aggressiver. Unsere Annahme wurde ungenauer, und der Angriff hat die Ideen des ersten Satzes vermissen lassen. So mussten wir den Gast mit 17:25 ziehen lassen. In den beiden folgenden Sätzen waren wir wieder konzentrierter. Durch Druck im Aufschlag und ein ordentliches Abwehrspiel wurden viele Spielsituationen geschaffen, die wir zunehmend zu Nutzen verstanden. Alle Angreifer sammelten fleißig Punkte, allen voran die überragende Diagonalspielerin Sarah Schuhmann.“

Und wie sieht der Hallenser Trainer den bisherigen Saisonverlauf für sein Team? „Wir haben drei Spiele in der für uns neuen Regionalliga gespielt und stehen ungeschlagen mit neun Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Viel besser geht es vom Ergebnis her nicht. Sportlich gesehen werden unsere Spielerinnen immer besser. Die Anpassung an das Spieltempo und die Qualität der Gegner läuft gut. Ich hoffe, dass sich die Aufregung vor den Spielen demnächst noch legen wird und die sportliche Euphoriewelle noch lange anhält. Als Saisonziel habe ich Platz vier ausgegeben. Wir haben einen jungen, hungrigen Kader, da muss ein wirkliches Arbeitsziel her. Wir sind als Vizemeister von Sachsen-Anhalt aufgestiegen, um in der Regionalliga zu bleiben. Die Quantität wie auch die Qualität der Spielerinnen ist dafür vorhanden. Zudem profitiert die Mannschaft von unserer guten Jugendabteilung. Zurzeit stehen drei Spielerinnen aus dem 2000er-Jahrgang und zwei aus dem 99er-Jahrgang im Team.

Unsere Stärken sind der Hunger auf Erfolg und die Lust auf gute Spiele. Alle wollen zeigen, dass sie in die Regionalliga gehören, für die wir auch lange genug Anlauf genommen haben. Unsere Schwächen, über die man eigentlich nicht öffentlich spricht, sind die mangelnde Erfahrung, die Aufregung vor den Spielen, weil alle Abläufe vor der Partie völlig neu sind. Und es fehlt noch an der Durchschlagskraft. An diesem Punkt werden wir fleißig arbeiten. Der Rest kommt von Spiel zu Spiel.“

Spandaus Trainer Torsten Tilgner: Hinter

dem Spitzenduo kann jeder jeden schlagen

Die im Vorderfeld platzierten Frauen des TSV Spandau 1860 waren ein wenig verunsichert vor der Heimpartie gegen SF Brandenburg 94. „Für uns war es schwer einzuordnen, wie die Brandenburgerinnen leistungsmäßig einzuschätzen sind“, so Spandaus Trainer Torsten Tilgner. Letztlich gab es einen überlegenen Spandauer Sieg mit 3:0, womit der vierte Tabellenplatz weiter ausgebaut werden konnte. „Die Brandenburgerinnen hatten in den ersten beiden Sätzen große Probleme in der Annahme und konnten dementsprechend nicht ihr Spiel aufziehen und bei eigenem Aufschlag auch nur vereinzelt den notwendigen Druck aufbauen. Wir hatten nur im dritten Satz zwischenzeitlich durch einen Spannungsabfall nach den ersten beiden Sätzen und individuellen Fehlern ein wenig geschwächelt, aber den Satz dann doch noch klar gewonnen. Trotz aller Bemühungen hat es für Brandenburg nicht zum Satzgewinn gereicht. Wir haben uns in dem sehr fairen Spiel als das bessere Team verdient durchgesetzt.“

Mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf meint Spandaus Coach, dessen Team letzte Saison Achter geworden war: „Von unseren bisherigen vier Spielen konnten wir drei klar gewinnen. Nur gegen den starken Aufsteiger aus Halle wurde 0:3 verloren, wobei es einen sehr engen Satzverlauf gegeben hat. Allerdings konnten wir in diesem Spiel nicht unser Leistungsvermögen abrufen. Wohin unsere Reise gehen wird, wird man jedoch erst nach den kommenden Spielen abschätzen können. Denn zwei der drei gegen uns unterlegenen Gegner stehen derzeit am Ende der Tabelle. Aber in der aktuellen Situation zeichnet sich ab, dass mit Prenzlauer Berg II und USV Potsdam zwei Teams an der Spitze stehen, die leistungsmäßig vor den anderen stehen. Dahinter kann praktisch jeder jeden schlagen, auch wenn bisher einzelne Teams noch nicht ihren Rhythmus gefunden haben.“

Was seine Mannschaft anbelangt, so hob Torsten Tilgner hervor: „Sie ist recht ausgeglichen besetzt, wodurch sich das Umsetzen der Spielidee und das Erreichen von Ergebnissen auf mehreren Schultern verteilt. Die Mannschaft wirkt homogener als in der letzten Saison, obwohl die individuelle Qualität dort mindestens gleichwertig war. Nach der letzten Saison haben immerhin sieben Spielerinnen aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen unser Team verlassen müssen, so dass hier viel Arbeit zu leisten war, um das Team neu zusammenzustellen und die nötigen Abstimmungen untereinander vorzunehmen. Dieser Prozess wird sich noch weiter hinziehen, auch wenn die bisherigen Resultate schon ganz ordentlich aussehen.“ Schließlich verweist Spandaus Trainer auf ein Problem: „Das Team könnte über einen größeren Kader verfügen, um immer ausreichend Spielerinnen für die Spieltage zur Verfügung zu haben. Jedoch ist es praktisch äußerst schwierig, überhaupt neue Spielerinnen zu gewinnen, noch dazu in der Randlage der Stadt. Von den sechs neu hinzugekommenen Spielerinnen stehen mittlerweile nur noch vier zur Verfügung. Gegenüber der Vorsaison, in der wir zu 95 Prozent nur mit sechs, sieben Frauen beim Training in der Halle standen und in der es auch viele Ausfälle gab, kann inzwischen der Trainingsbetrieb bisher deutlich besser organisiert und durchgeführt werden. Dies spiegelt sich auch in den bisherigen Ergebnissen wider. Wir wollen uns in dieser Saison etwas besser in der Tabelle positionieren und die notwendigen Punkte erspielen, um nichts mit dem Abstieg oder der Relegation zu tun zu haben. In der letzten Saison wurden leider zu viele Spiele gegen gleichwertige Teams verloren, so dass es am Ende sehr eng wurde.“

Im Duell Aufsteiger SG Einheit Zepernick kontra SV Energie Cottbus (siehe Foto oben) ging es für den bislang gut mithaltenden Neuling darum, sich weiter im Mittelfeld zu positionieren, während Cottbus nicht weiter in die Abstiegszone abrutschen wollte. Zepernick setzte sich schließlich sicher mit 3:0 (20, 18, 19) durch und liegt als Tabellenfünfter (7 Punkte) im gesicherten Mittelfeld, während die Cottbuserinnen ihre Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt als Drittletzter (3 Punkte) nicht weiter verbessern konnten.

Der Spieltag im Überblick

Männer, 5. Spieltag am 21. Oktober 2017: USC Magdeburg – SV Energie Cottbus 3:1, MTV Mariendorf – USV Potsdam 1:3, SC Potsdam – VC Olympia Berlin II 3:2, CV Mitteldeutschland II – VfK Berlin-Südwest 1:3. Am 22. Oktober 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – Dessau Volleys 0:3

Frauen, 5. Spieltag am 21. Oktober 2017: SG Einheit Zepernick – SV Energie Cottbus 3:0, USV Halle – VSG Altglienicke 3:1. Am 22. Oktober 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – SG Rotation Prenzlauer Berg II 1:3, TSV Wedding – USV Potsdam 1:3, TSV Spandau 1860 – SF Brandenburg 94 3:0.

Die nächsten Spiele

Männer, 6. Spieltag am 28. Oktober 2017: VfK Berlin-Südwest – SC Potsdam (16 Uhr), SV Energie Cottbus – CV Mitteldeutschland II (19 Uhr). Am 29. Oktober 2017: Dessau Volleys – MTV Mariendorf (11 Uhr), USV Potsdam – USC Magdeburg (15 Uhr).

Frauen, 6. Spieltag am 28. Oktober 2017: VfK Berlin-Südwest – TSV Spandau 1860 (19 Uhr), SF Brandenburg 94 – USV Halle (18 Uhr), SG Rotation Prenzlauer Berg II –TSV Wedding (15 Uhr). Am 29. Oktober 2017: VSG Altglienicke – Berliner Volleyballverein Vorwärts (14 Uhr), USV Potsdam – SG Einheit Zepernick (12 Uhr).

Die nächste Wochenumschau erscheint nach dem 6. Spieltag voraussichtlich am Montag, 30. Oktober 2017. Vereine und Mannschaften können wie gewohnt Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

Wochenumschau nach dem 4. Spieltag: Prenzlauer Bergs Frauen alleiniger Tabellenführer – Cottbuser Männer verdrängen Schöneiche von der Spitze

Der 4. Spieltag der Regionalliga Nordost war turbulent und höchst dramatisch. Davon zeugen fünf Fünf-Satz-Spiele (drei bei den Männern, zwei bei den Frauen) bei insgesamt acht Begegnungen. Bei den Frauen ragte das Spitzenspiel zwischen den beiden punktgleichen Mannschaften SG Rotation Prenzlauer Berg II und Gastgeber USV Potsdam heraus. Beide trennte lediglich ein Satz: Prenzlauer Berg 9:0, Potsdam 9:1. In der vorigen Saison war das Duell der beiden Titelfavoriten unentschieden ausgegangen. Die Prenzelbergerinnen hatten das Hinspiel in Potsdam mit 3:0 (14, 16, 21) für sich entschieden, und im Rückspiel waren die Potsdamerinnen in Berlin ebenfalls mit 3:0 (14, 22, 17) erfolgreich. Zieht man die kleinen Punkte aus den damaligen beiden Begegnungen heran, so hatte es einen minimalen Vorteil für Prenzlauer Berg von 128:126 Ballpunkten gegeben. Ausgeglichener hätte es also gar nicht zugehen können. Am Ende wurde Prenzlauer Berg Vizemeister und Potsdam Meisterschaftsdritter.

Spitzenspiel über weite Strecken, aber

Kritik am überforderten 1. Schiedsrichter

Angesichts dieser Vorzeichen gab es für die Neuauflage dieses traditionellen Duells keinen nennenswerten Vorteil für den einen oder anderen. Offen war aber die Frage, ob es wie im Vorjahr dem Gästeteam gelingen würde, das Parkett als Sieger zu verlassen. Tatsächlich konnten auch diesmal die Gastgeberinnen ihren Heimvorteil nicht nutzen. Die Potsdamerinnen hatten mit 2:3 (-26, 18, 25, -21, -9) das Nachsehen, obwohl sie nach Sätzen bereits mit 2:1 führten und dicht vor dem Erfolg standen. Aber es kam anders. Denn mit 25:21 im vierten Durchgang und 15:9 im Tiebreak riss Prenzlauer Berg den Sieg noch aus dem Feuer.

Auf Seiten des Siegers kommentierte Manager und Trainer Klaus Helmke das Duell so: "Das Spiel stellte beide Seiten vor große Probleme, weil sich die beiden ersten Zuspielerinnen Vivien Rechlin auf unserer Seite und Martina Gast bei Potsdam verletzten und darunter die Harmonie des gesamten Spiels litt. Die einzelnen Satzergebnisse widerspiegeln den Spielverlauf. Im fünften Satz setzten wir uns beim 15:9 mit der größeren Routine durch."

Helmke fügte schließlich noch hinzu: "Es muss unbedingt noch gesagt werden, dass beide Trainer - sowohl der des Verlierers als auch der des Siegers - nicht verstanden, warum man bei einem derartigen Spitzenspiel einen überforderten 1. Schiedsrichter einsetzte. Er unterdrückte den Spielverlauf und den Spielfluss durch nicht nachvollziehbare Entscheidungen, und zwar auf beiden Seiten! Durch den anwesenden Schiedsrichterbeobachter wurde diese Ansicht beider Trainer geteilt."

Nach dem Verletzungspech dem

Gegner nicht mehr Paroli bieten können

Potsdams Trainer Thomas Schulze schilderte das Geschehen so: „In den ersten beiden Sätzen war es das erwartete Spitzenspiel, wobei wir im ersten Satz eine 3-Punkte-Führung durch eine wacklige Annahme mit 26:28 noch verspielten. Im zweiten Satz verletzte sich die Zuspielerin von Prenzlauer Berg am Fuß und musste bei einer 21:17-Führung für uns rausgenommen werden. Das schwächte den Gegner, so dass unser 1:1-Satzausgleich mit 25:18 unter diesen Umständen eigentlich nur eine Formsache war. Im dritten Satz verflachte das Niveau deutlich und der USV siegte glücklich mit 25:23. Im vierten Satz erwischte uns das Verletzungspech, als die Kapitänin und Zuspielerin Martina Gast unter Krämpfen litt ebenso wie Diagonalspielerin Verena Poppe-Kohlsdorf, so dass beide ausgewechselt werden mussten. Fortan spielte der USV nur mit vier Mittelblockerinnen und ohne Zuspielerin und konnte in der Folge dem Gegner nichts mehr entgegensetzen.“

Prenzlauer Berg ist nunmehr alleiniger Spitzenreiter (11 Punkte) vor Potsdam (10), der wenigsten noch mit einem Punkt belohnt wurde. Am nächsten Spieltag greifen beide Spitzenteams am Sonntag (22. Oktober) mit Auswärtsspielen ins Geschehen ein: Prenzlauer Berg II gegen Schlusslicht Berliner Volleyballverein Vorwärts und Potsdam gegen den Aufsteiger TSV Wedding.

Wedding und Altglienicke

nutzten Gunst der Stunde nicht

Der TSV Wedding verspielte seine komfortable Ausgangsposition als mit dem USV Halle punktgleicher Verfolger durch eine glatte 0:3 (-20, -19, -22)-Auswärtsniederlage gegen den bis dato sieg- und punktlosen Tabellenvorletzten SV Energie Cottbus, der sich damit um einen Platz verbesserte.

Auch dem Aufsteiger VSG Altglienicke hatte sich im einzigen Sonntagspiel die Chance geboten, bei einem Sieg auf den dritten Rang vorzurücken. Doch Altglienicke vermochte die Gunst der Stunde nicht zu nutzen und scheiterte gegen den Tabellennachbarn TSV Spandau 1860 mit 1:3 (-26, 18, 25, -21, -9). Dadurch rückte Spandau auf den vierten Tabellenplatz hinter Prenzlauer Berg II (11 Punkte), Potsdam (10) und dem spielfreien USV Halle vor, gefolgt vom TSV Wedding. Dieses Trio liegt mit 6 Punkten gleichauf.

Der VfK Berlin-Südwest, der letzte Saison Meisterschaftsfünfter war, aber in den bisherigen drei Spielen lediglich auf einen Punkt gekommen war, hatte mit der SG Einheit Zepernick (3 Punkte) einen Neuling zu Gast, der als Tabellensiebenter direkt vor den Südwestlerinnen stand. Auch hier ging es über fünf Sätze, wobei sich die Südwestlerinnen nach einem 0:2-Rückstand beim 3:2 (-22, -27, 11, 18, 15)-Heimsieg zwei wichtige Punkte sicherten. Weiterhin sieg- und punktlos stehen nunmehr nur die SF Brandenburg 94 und der Berliner Volleyballverein Vorwärts da, die diesmal beide spielfrei waren.

BVV-Frauen müssen für

peinliche Fehler büßen

Noch ein Wort zum Spiel TSV Spandau 1860 gegen den BVV vom 2. Spieltag: Ursprünglich war Spandau als 3:0 (15, 23, 13)-Gewinner geführt worden, doch im Nachgang musste diese Partie durch den Frauen-Staffelleiter Dr. Albrecht Pfefferkorn beim Satzstand auf 75:0 für Spandau korrigiert werden. Der Grund: Die BVV-Frauen, die in dieser Saison auf ihren langjährigen Trainer und „Kümmerer“ Eberhard Harten verzichten und alles in Eigenregie übernehmen wollen, waren der irrigen Meinung, dass ein Staffelleitereintrag in den Spielerpässen für die Saison 2017/2018 nicht nötig sei. Dr. Albrecht Pfefferkorn zu den Folgen: „Zwei Tage vor dem ersten Spieltag kamen zwei neu ausgestellte Pässe von der Berliner Passstelle, die ich umgehend freigegeben und zurückgesendet habe. Die Mannschaftsmeldeliste lag mir vor, so dass ich diese nur um die zwei neuen Spielerinnen ergänzt habe – in der Annahme, dass die Spielgenehmigung für die anderen Pässen schon längst erledigt sei. Ein Irrtum, der bei der Vielzahl der Mannschaften und etwa 250 Pässen, die mir vor jeder Saison zugeschickt werden, durchaus unterlaufen kann. Tatsächlich aber waren die Pässe vom BVV gar nicht beim Staffelleiter eingereicht worden, was die Schiedsrichter am besagten Spieltag festgestellt und auch in 12-facher Kopie ins Protokoll eingetragen haben. Zehn von den säumigen Spielerinnen haben dann auch gespielt, zuzüglich die zwei mit dem Staffelleitereintrag. Von diesen beiden Spielerinnen lagen die Pässe aber zum Spiel nicht vor. Das alles zog nach der Bundesspielordnung 17.1.3 (10 Mal) und 17.1.8 (2 Mal) eine Strafe von insgesamt 540 Euro nebst Spielwertung mit 0:3 und 0:75 Sätzen nach sich.“ Man kann nur hoffen, dass sich solche peinlichen Fehler bei den BVV-Frauen nicht wiederholen.

Schöneiches zweite Saisonniederlage

und Befreiungsschlag beim USV Potsdam

Bei den Männern war es dem Aufsteiger TSGL Schöneiche II im Heimspiel gegen den ehemaligen Drittligisten Berliner Volleyballverein Vorwärts nicht geglückt, seine führende Position mit dem vierten Saisonsieg auszubauen. Nach dem 2:3 beim SC Potsdam kassierten die Schöneicher im Sonntagspiel trotz einer 2:0-Satzführung mit 2:3 (26, 24, -22, -24, -10) im fünften Saisonspiel die zweite Niederlage in Folge! Das nutzte der Verfolger SV Energie Cottbus beim spektakulären 3:2 (25, -29, 19, -27, 24) im Heimspiel gegen den Neuling MTV Mariendorf, um die Tabellenspitze von Schöneiche zu übernehmen, wobei beide Teams nach Punkte (11) gleichauf liegen. Wie sehr sich der couragiert auftretende Tabellenvorletzte Mariendorf gegen die Niederlage stemmte, verdeutlichen der 2:2-Satzgleichstand nach einem dramatischen 29:27-Satzgewinn und schließlich der Tiebreak, der mehrfach in die Verlängerung ging und am Ende in Cottbus einen glücklichen Gewinner mit 26:24 (!) sah.

Der Verfolger VfK Berlin-Südwest bleibt nach dem 3:0 (22, 17, 17) zu Hause gegen den Drittliga-Absteiger USC Magdeburg als Drittplatzierter (10 Punkte) weiter auf Tuchfühlung zum Spitzenduo. Magdeburg übernahm durch diese erneute Niederlage die „rote Laterne“ vom USV Potsdam, der im Heimspiel gegen den Aufsteiger Dessau Volleys mit 3:2 (22, -19, 20, -22, 12) den ersten Saisonsieg landete. USV-Trainer Thomas Schulze sprach denn auch vom „ersehnten Befreiungsschlag“. Allerdings wurde ein Punkt verschenkt, so der Coach: "Wir fanden bei eigenem Aufschlag oftmals im Block kaum Mittel gegen die Gäste, was letztendlich zum Tiebreak führte. Dennoch sind wir froh, den ersten Sieg eingefahren zu haben. Maßgeblichen Anteil daran hatte wieder einmal Andreas Scheuerpflug, der im Juli seinen 50. Geburtstag feierte.“

Der Spieltag im Überblick

Männer, 4. Spieltag am 14. Oktober 2017: VfK Berlin-Südwest – USC Magdeburg 3:0, USV Potsdam – Dessau Volleys 3:2, SV Energie Cottbus – MTV Mariendorf 3:2. Am 15. Oktober 2017: TSGL Schöneiche II – Berliner Volleyballverein Vorwärts 2:3.

Frauen, 4. Spieltag am 14. Oktober 2017: VfK Berlin-Südwest – SG Einheit Zepernick 3:2, USV Potsdam – SG Rotation Prenzlauer Berg II 2:3, SV Energie Cottbus – TSV Wedding 3:0 Am 15. Oktober 2017: VSG Altglienicke – TSV Spandau 1860 1:3.

Die nächsten Spiele

Männer, 5. Spieltag am 21. Oktober 2017: USC Magdeburg – SV Energie Cottbus (18 Uhr), MTV Mariendorf – USV Potsdam 16 Uhr), SC Potsdam – VC Olympia Berlin II (19 Uhr), CV Mitteldeutschland II – VfK Berlin-Südwest (15 Uhr). Am 22. Oktober 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – Dessau Volleys (15 Uhr).

Frauen, 5. Spieltag am 21. Oktober 2017: SG Einheit Zepernick – SV Energie Cottbus (15 Uhr), USV Halle – VSG Altglienicke (18.30). Am 22. Oktober 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – SG Rotation Prenzlauer Berg II (12 Uhr), TSV Wedding – USV Potsdam (15 Uhr), TSV Spandau 1860 – SF Brandenburg 94 (12 Uhr).

Die nächste Wochenumschau erscheint nach dem 5. Spieltag voraussichtlich am Montag, 23. Oktober 2017. Vereine und Mannschaften können wie gewohnt Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

01.10.2017

Wochenumschau nach dem 3. Spieltag: Spitzenreiter Schöneiche verteidigt Tabellenführung trotz 2:3-Niederlage in Potsdam

Der 3. Spieltag in der Regionalliga Nordost musste bei den Männern einige Antworten liefern: Hält die ungeschlagene Serie des Aufsteigers TSGL Schöneiche im Auswärtsspiel gegen den SC Potsdam - letzte Saison noch unter VC Potsdam-Waldstadt spielend – unvermindert an? Können die beiden Ex-Drittligisten USC Magdeburg und Berliner Volleyballverein Vorwärts in ihren Heimspielen endlich punkten und damit ihren negativen Trend beim Saisonstart stoppen? Magdeburg hatte das Talenteteam vom VC Olympia Berlin II zu Gast, und Schlusslicht BVV traf auf den ebenfalls sieglosen USV Potsdam.

Die Antworten fielen, wie kann es auch anders sein, unterschiedlich aus: Tatsächlich wurde die Erfolgsserie des Aufsteigers TSGL Schöneiche II nach drei Siegen in Folge gestoppt. Der Gastgeber SC Potsdam feierte beim 3:2 (17, 16, -16, -23, 7) über Schöneiche im dritten Saisonspiel seinen zweiten Sieg. Schöneiche reichte jedoch der eine Punkt, um weiter die Tabellenführung (10 Punkte) zu behaupten. Aber dahinter liegt der SV Energie Cottbus (9 Punkte) ganz dicht auf der Lauer. Die Cottbuser feierten mit dem 3:0 (-19, -17, -23) beim Neuling Dessau Volleys ihren dritten 3:0-Sieg in Folge. Angesichts dieser Tabellenkonstellation ist ein Blick auf den nächsten Spieltag in zwei Wochen interessant: Dann nämlich empfängt Schöneiche den Berliner VV, der beim 3:1 zu Hause über den USV Potsdam erstmals in dieser Saison erfolgreich war und damit vom letzten auf den siebenten Rang vorrückte, und Cottbus trifft zu Hause auf den Aufsteiger Mariendorf, der nach dem 0:3 (-18, -18, -17) gegen den neuen Tabellendritten VfK Berlin-Südwest (7 Punkte) ebenfalls mitten im Abstiegskampf steckt.

Robert Brandt, Mannschaftskapitän bei Schöneiche, räumt mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf ein: „Dass wir da oben stehen, ist doch unerwartet, zumal wir einiges Verletzungspech haben. Unser Saisonziel ist und bleibt unverändert der Klassenerhalt. Wir sind eine eingespielte Mannschaft, die zu 95 Prozent mit der aus der Vorsaison identisch ist. Als vorteilhaft zahlt sich natürlich aus, dass Maik Haberer vom Berliner VV wieder zu uns zurückgekehrt ist. Wir sind individuell sicherlich nicht die stärkste Mannschaft, aber dafür als Team stark.“

Für die erste Saisonniederlage beim 2:3 gegen den SC Potsdam hatte der 27-jährige Mittelblocker, der vor zwei Jahren aus der unterklassigen dritten Schöneicher Mannschaft in die zweite aufgerückt war, eine plausible Erklärung: „Uns fehlten mit dem ersten Zuspieler Johannes Meixner, mit Außenangreifer Bastian Grothe und Libero Felix Schmidt weitere drei starke Spieler, so dass wir gerade mal zu acht antraten. In den ersten beiden Sätzen sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen, wobei wir es den Potsdamern auch recht leicht gemacht haben, so dass sie sozusagen ihren Stiefel runterspielen konnten. Im dritten Durchgang baute Bert Körber, unser Vereinschef, der diesmal unseren verhinderten Trainer René Jerratsch vertrat, die Mannschaft um. Danach kamen wir immer besser in Fahrt, während auf der Gegenseite die Potsdamer die Sache wohl nicht mehr so ernst nahmen. Im Tiebreak waren wir dann wieder von der Rolle und lagen schnell aussichtslos mit 1:8 zurück. Am Ende war Potsdam mit 15:7 klar besser.“ Die erste Niederlage ein Ausrutscher? Man darf gespannt sein, wie sich die Dinge beim Neuling Schöneiche weiter entwickeln.

Einen noch besseren Saisonstart als Schöneiche legte der Tabellenzweite SV Energie Cottbus hin: in drei Spielen drei Siege ohne Satzverlust! Der Cottbuser Trainer Javor Takev sieht den Saisoneinstieg seiner Mannschaft so: „Das ist natürlich optimal und vorteilhaft im Kampf gegen den Abstieg. Vom Ex-Drittligisten Berliner VV als unseren Auftaktgegner, den wir 3:0 bezwungen haben, war ich ziemlich enttäuscht. Und beim 3:0 gegen den umformierten USV Potsdam hat es so richtig Spaß gemacht. Für meine Mannschaft spricht offensichtlich die große Erfahrung. Nur zwei Spieler sind unter 30 Jahre. Viele eingespielte Dinge klappen, wobei wir keinen riskanten Volleyball spielen. Allerdings läuft trotz der Erfolgsquote auch nicht immer alles so perfekt. Gegen Potsdam habe ich im dritten Satz bei eigener 18:13-Führung zwei, drei andere Spieler eingesetzt, prompt waren wir weniger erfolgreich, so dass ich mich gleich wieder korrigierte. Unterm Strich dürfte es ein realistisches Saisonziel für uns sein, am Ende einen Platz im gesicherten Mittelfeld zu belegen. Doch man hat ja schon letzte Saison gesehen, wie eng es da zugeht.“

Zum sicheren 3:0-Auswärtssieg gegen den Neuling Dessau meinte der Cottbuser Coach: „Wir sind mit Respekt nach Dessau gefahren. Diese Mannschaft ist athletisch, spielerisch und technisch auch wirklich sehr gut. Im Spiel gegen uns waren die Dessauer vor Heimpublikum aber enorm nervös, was meiner erfahrenen Mannschaft natürlich zugutekam. In den gesamten drei Sätzen sind wir nur ein einziges Mal in Rückstand geraten. Aber von Dessau wird man noch hören.“

Die Frage, wie es beim erfolglosen Ex-Drittligisten USC Magdeburg weitergeht, fand eine zunächst einmal halbwegs positive Antwort: Das denkbar knappe 2:3 (23, -27, -20, 22, -15) zu Hause gegen die Talente des VC Olympia Berlin II bescherte den Elbestädtern zumindest den ersten Punktgewinn und könnte ein erstes Signal für eine mögliche Wende sein. Aber schon am nächsten Spieltag wartet auf sie die hohe Auswärtshürde VfK Berlin-Südwest, immerhin der Meisterschaftsdritte der letzten Saison und als neuer Tabellendritter Schöneiche und Cottbus mit sieben Zählern dicht auf der Spur.

Erst am Sonntag gab es das direkte Aufeinandertreffen der beiden Schlusslichter Berliner Volleyballverein Vorwärts und USV Potsdam und damit die Antwort auf die Frage: Wer von beiden übernimmt die „Rote Laterne“? Die Antwort: der USV Potsdam. Der BVV setzte sich mit 3:1 (18, -22, 21, 24) durch und verbesserte sich um vier Plätze. Die ans Tabellenende gerückten Potsdamer sind in dem 11er-Feld die einzigen ohne Punktgewinn. Bei aller Siegesfreude beim BVV wird man dort nicht übersehen haben, dass der nächste Gegner auswärts ausgerechnet der Spitzenreiter Schöneiche ist. Nach der Papierform ist der Ex-Drittligist BVV gegen den Neuling nur Außenseiter. Aber entschieden wird auf dem Platz, wie eine Binsenweisheit lautet.

Ein erstaunliches Tabellenbild:

drei Neulinge hinter dem Spitzenduo

Bei den Frauen baute das favorisierte Spitzenduo SG Rotation Prenzlauer Berg II und USV Potsdam seine führende Position aus. Die Prenzelbergerinnen setzten sich zu Hause gegen die junge Mannschaft des SV Energie Cottbus erwartungsgemäß sicher mit 3:0 (16, 16, 23) durch, so dass die Lausitzerinnen punktloser Tabellenvorletzter sind. Die Potsdamerinnen zogen im Sonntagspiel beim ebenso ungefährdeten 3:0 (18, 21, 13) gegen den sieglosen Gastgeber Berliner Volleyballverein Vorwärts nach, der damit die „Rote Laterne“ übernahm. Beide Spitzenteam trennt lediglich ein Satz: Prenzlauer Berg 9:0, Potsdam 9:1. Die erste Nagelprobe dieser Saison steht diesen beiden Mannschaften am 4. Spieltag bevor, wenn es in Potsdam zum Direktduell kommt!

Auf den dritten Tabellenrang war der Aufsteiger USV Halle (6 Punkte) mit seinem umkämpften 3:0 (23, 24, 20)-Auswärtssieg gegen den TSV Spandau 1860 vorgerückt. Diese Platzierung hätte sich einen Tag später ändern können. Denn im zweiten Sonntagspiel hatte der Aufsteiger TSV Wedding die Chance, neuer Tabellendritter zu werden. Doch im Heimspiel gegen den VfK Berlin-Südwest musste nach einer 2:0-Satzführung am Ende beim 3:2 (21, 15, -13, -19, 14) noch ein Punkt abgegeben werden. Zu wenig, um noch weiter vorzustoßen, für die punktlosen Südwestlerinnen wiederum der erste Saisonerfolg.

Das Tabellenbild ist nach diesem Spieltag einigermaßen erstaunlich: Hinter Prenzlauer Berg und Potsdam (je 9 Punkte) liegen mit Halle, Wedding (je 7 Punkte) und Altglienicke (5 Punkte) gleich drei der vier Aufsteiger! Und schon am nächsten Spieltag könnten Wedding auswärts gegen Cottbus und Altglienicke zu Hause gegen den diesmal spielfreien TSV Spandau 1860 ihre Punktausbeute durchaus weiter erhöhen. Aber das ist eben auch nur eine theoretische Rechnung…

Es gehört wenig prophetische Gabe dazu, vorauszusagen, dass den Frauen von SF Brandenburg 94, die mit 0:3 (-15, -22, -22) beim Aufsteiger SG Einheit Zepernick auch im dritten Saisonspiel ohne Punktgewinn blieben und Drittletzter sind, eine mehr als schwierige Spielzeit bevorsteht. Mit Brandenburg, Cottbus und dem BVV geht ein punktloses Trio in die erste Saisonpause, wobei für Brandenburg und den BVV die Pause sogar noch in die Verlängerung bis zum 5. Spieltag geht. Das kann gut sein, um die Mannschaften neu zu motivieren.

Punktspielsaison ruht wegen

des Regionalpokals Nordost

Die 27. Regionalligasaison wird mit 4. Spieltag erst am 14./15. Oktober 2017 fortgesetzt, weil in einer Woche am 7. Oktober 2017 bei den Frauen und am 8. Oktober 2017 bei den Männern der Nordostdeutsche Regionalpokal 2017 ausgespielt wird.

In den Frauen-Halbfinals treffen die beiden Drittligisten VSV Havel Oranienburg (Pokalsieger Brandenburg) und der SV Braunsbedra (Pokalsieger Sachsen-Anhalt) sowie der ab dieser Saison in der 2. Bundesliga Nord spielende Berlin-Brandenburger SC I (Pokalsieger Berlin) und der Cupverteidiger BBSC II (vormals Köpenicker SC Berlin II) aufeinander. Gastgeber ist Oranienburg.

In den Männer-Halbfinals stehen sich im Zweitbundesligisten-Duell der Cupverteidiger CV Mitteldeutschland und der VC Bitterfeld-Wolfen (Pokalsieger Sachsen-Anhalt) sowie der Regionalligist Berliner Volleyballverein Vorwärts (Pokalsieger Berlin) und der Zweitbundesligist SV Lindow-Gransee (Pokalsieger Brandenburg) gegenüber. Gastgeber ist Bitterfeld-Wolfen.

Männer, 3. Spieltag am 30. September 2017: USC Magdeburg – VC Olympia Berlin II 2:3, MTV Mariendorf – VfK Berlin-Südwest 0:3, Dessau Volleys – SV Energie Cottbus 0:3, SC Potsdam – TSGL Schöneiche II 3:2. Am 1. Oktober 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – USV Potsdam 3:1.

Frauen, 3. Spieltag am 30. September 2017: SG Einheit Zepernick – SF Brandenburg 94 3:0, SG Rotation Prenzlauer Berg II – SV Energie Cottbus 3:0, TSV Spandau 1860 – USV Halle 0:3. Am 1. Oktober 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – USV Potsdam 0:3, TSV Wedding – VfK Berlin-Südwest 3:2.

Die nächsten Spiele: Männer, 4. Spieltag am 14. Oktober 2017: VfK Berlin-Südwest – USC Magdeburg (19 Uhr), USV Potsdam –Dessau Volleys (16 Uhr), SV Energie Cottbus – MTV Mariendorf (18.30). Am 15. Oktober 2017: TSGL Schöneiche II – Berliner Volleyballverein Vorwärts (14.00).

Die nächsten Spiele: Frauen, 4. Spieltag am 14. Oktober 2017: VfK Berlin-Südwest – SG Einheit Zepernick (16 Uhr), USV Potsdam – SG Rotation Prenzlauer Berg II (19 Uhr), SV Energie Cottbus – TSV Wedding (15.30). Am 15. Oktober 2017: VSG Altglienicke – TSV Spandau 1860 (14 Uhr).

Die nächste Wochenumschau erscheint nach dem 4. Spieltag voraussichtlich am Dienstag, 17. Oktober 2017. Vereine und Mannschaften können wie gewohnt Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

25.09.2017

Wochenumschau nach dem 2. Spieltag: Aufsteiger Schöneiche neuer Spitzenreiter - Ex-Drittligist Berliner VV weiter sieglos

In der 27. Regionalligasaison sind gerade Mal zwei Spieltage absolviert. Da verbieten sich natürlich irgendwelche Prognosen. Aber diese zwei Spieltage haben zumindest gezeigt, dass sich bei den Männern die Aufsteiger TSGL Schöneiche II und Dessau Volleys nicht so leicht geschlagen geben und fleißig Punkte sammeln. Bemerkenswert vor allem: Schöneiche übernahm mit bereits drei Saisonsiegen die Tabellenspitze!

Die Männer aus Schöneiche, die am ersten Spieltag auf gegnerischem Parkett den Drittliga-Absteiger USC Magdeburg glatt mit 3:0 abgefertigt hatten, blieben auch im ersten Heimspiel der Saison in der Erfolgsspur. Dabei war der Gegner immerhin das Regionalliga-erfahrene Team CV Mitteldeutschland II, das beim Saisonstart knapper 3:2-Gewinner über den SC Potsdam (vormals VC Potsdam-Waldstadt) war. Schöneiche setzte sich nach einer 2:0-Satzführung am Ende mit 3:1 (26, 16, -25, 12) durch. Der etwas glückliche 28:26-Gewinn des ersten Satzes beflügelte den Gastgeber offensichtlich, während bei den Gästen aus Sachsen-Anhalt der Satzverlust Spuren hinterließ, so dass sie prompt im zweiten Durchgang mit 16:25 deklassierend untergingen.

Die Randberliner mussten am Sonntag erneut ans Netz – diesmal gegen den Gastgeber VC Olympia Berlin II, der am Vortag alle Mühe hatte, um dem schon mit 2:0 führenden Neuling MTV Mariendorf, der seinen Saisoneinstand gab, noch mit 3:2 (-17, -27, 20, 21, 9) den Sieg wegzuschnappen. Umso bemerkenswerter ist der Auswärtsauftritt der zweiten Mannschaft des Zweitbundesligisten aus Schöneiche. Denn trotz des 19:25-Verlustes des ersten Satzes ließen die Schöneicher nicht locker und feierten einen umkämpften 3:1 (-19, 22, 24, 20)-Erfolg. Mit dem Blick auf den kommenden 3. Spieltag ist nicht auszuschließen, dass Schöneiche auswärts gegen den SC Potsdam den vierten Coup in dieser jungen Saison landet.

Auch der Aufsteiger Dessau Volleys feierte einen gelungenen Saisoneinstand mit zwei 3:2-Erfolgen. Nach dem doch unerwarteten 5-Satz-Sieg beim Auftakt zu Hause gegen die Talente vom VC Olympia Berlin II wiederholten die Dessauer dieses Kunststück im Auswärtsspiel gegen den VfK Berlin-Südwest, der letzte Saison immerhin Meisterschaftsdritter war und mit zu den Titelanwärtern zählt. Die Dessauer hatten beim 3:2 (24, -14, 23, -17, 13) gegen die Südwestler schon mit 2:1 geführt, drohten aber nach dem 17:25 im vierten Durchgang und dem 2:2-Satzausgleich noch den greifbar nahen Sieg aus der Hand zu geben. Aber im dramatischen Tiebreaksatz behielten sie am Ende knapp mit 15:13 die Oberhand.

Dessaus Trainer Ingo Häntschel relativierte die ersten Erfolge seines Teams. „Natürlich bin ich über die vier Punkte zufrieden, aber das sollte man nicht überbewerten. Es spricht natürlich für die Mannschaft, dass sie zwei Fünf-Satz-Spiele zu einem erfolgreichen Ende geführt hat, zumal sie gegen den VCO schon 0:2 hinten lag. Gegen die Südwestler aus Berlin sind wir – abgesehen vom ersten Satz – in allen Durchgängen dem Gegner immer hinterhergelaufen. Im dritten Satz lagen wir schon 1:5 zurück und wollten unbedingt bis zum zehnten Punkt das Spiel ausgeglichen gestalten, was mit dem 10:10 auch gelang“, so der 44-jährige Coach, der die Dessauer Mannschaft erst seit dieser Saison betreut. Die Mannschaft sei, so der Trainer weiter, gegenüber der Vorsaison fast unverändert. „Neu hinzugekommen sind der Mittelblocker Tom Rennert von der zweiten Mannschaft von Chemie Bitterfeld-Wolfen und Diagonalangreifer Fabian Kempf. Vor allem Tom Rennert hat zuletzt eine unglaubliche Leistung gebracht.“ Die Stärken seines Teams brachte der Trainer auf einen kurzen Nenner: „Die hohe Emotionalität der jungen Spieler.“ Das habe in vielen engen Situationen den Ausschlag für den Erfolg gegeben.

Ganz im Gegensatz zu den Dessauern steht der Drittliga-Absteiger Berliner Volleyballverein Vorwärts da. Die in dieser Regionalligasaison mit einer veränderten und ziemlich unerfahrenen Mannschaft spielenden Berliner legten einen glatten Fehlstart mit zwei 0:3-Niederlagen hin. Nach dem 0:3 vor einer Woche zu Hause gegen den SV Energie Cottbus folgte nun beim SC Potsdam (vormals VC Potsdam-Waldstadt) eine erneute 0:3 (-23, -18, -22)-Schlappe. Gegen Cottbus hatten die Berliner zwei Sätze lang mit jeweils 21:25 gut mitgehalten, doch zu mehr reichte es nicht. Auch gegen die Potsdamer waren sie zwei Sätze lang nicht chancenlos. Der Prozess des Sich-Zusammenfindens der Mannschaft wird also noch eine ganze Weile andauern.

Was aber sprach in diesem Duell zweier Verlierer des Saisonauftakts für die Potsdamer, die mit einem kaum veränderten Team in die Saison gegangen sind, sich aber im Zuspiel mit Kai Georg Wieser vom Bundesligisten Netzhoppers Königs Wusterhausen verstärkt haben? Trainer Gregor Steinke: „Wir haben gegen den BVV im K2 besser gespielt als in der Vorwoche. Aber gesagt werden muss auch: Die vielen Schwächen des BVV waren unser Gewinner. Es war also kein Sieg wegen besonderer Stärken auf unserer Seite.“ Als nächsten Gegner empfangen die Potsdamer am 3. Spieltag den Spitzenreiter Schöneiche. „Da sehe ich uns keineswegs chancenlos“, so Potsdams Coach.

In der Begegnung SV Energie Cottbus gegen den USV Potsdam trafen zwei altbekannte Regionalligisten aufeinander. Dabei war Cottbus letzte Saison Vierter geworden und Potsdam als Siebenter lange Zeit im Abstiegskampf verstrickt. Die Lausitzer behaupteten sich mit 3:0 (23, 18, 22), wobei auch hier zwei Sätze ziemlich umkämpft waren. Nun wartet am nächsten Spieltag auf den Tabellenzweiten die Auswärtshürde mit dem gut gestarteten Neuling Dessau. Für das Potsdamer USV-Team ist die nach den Satzständen knappe Niederlage bitter. Sie stehen zusammen mit dem BVV und Magdeburg sieglos unten in der Tabelle. Aber wie gesagt: Zwei Spieltage haben überhaupt noch keine wirkliche Aussagekraft! Schon am 3. Spieltag (1. Oktober 2017) können die beiden sieglosen Teams des BVV und aus Potsdam punkten, denn beide treffen im Direktduell aufeinander. Für die Magdeburger wird die Situation im Heimspiel gegen den VC Olympia Berlin II schon schwieriger.

Prenzlauer Berg und

Potsdam wie erwartet vorneweg

Bei den Frauen ist es keine Überraschung, dass schon nach zwei Spieltagen der Vizemeister SG Rotation Prenzlauer Berg II und der Meisterschaftsdritte USV Potsdam vorneweg marschieren. Beide hielten sich mit 3:0-Auswärtssiegen schadlos. Die Prenzelbergerinnen beherrschten beim 3:0 (12, 21, 14) den gastgebenden VfK Berlin-Südwest in ebenso souveräner Manier wie schon beim Saisonstart zu Hause mit 3:0 die SF Brandenburg 94. Unwillkürlich fühlt man sich angesichts dieses Saisoneinstiegs trotz umformierter Mannschaft an die Vorsaison erinnert, als die Prenzelbergerinnen das Spieljahr nach 20 Partien mit 17 Siegen mit 3:0 oder 3:1 beendet hatten – auf so viele Siege war nicht einmal der Meister TSV Tempelhof-Mariendorf gekommen, der es auf 16 Siege gebracht hatte.

Auch der USV Potsdam ließ nach dem 3:1-Heimerfolg in der Vorwoche gegen die Südwestlerinnen nunmehr beim in die Saison startenden SV Energie Cottbus mit 3:0 (12, 11, 7) nichts anbrennen. „Auf den ersten Blick war es schon ein wenig deprimierend“, kommentierte Felix Reschke die Niederlage der Cottbuserinnen. „Natürlich darf man nicht übersehen, dass Potsdam zu den Titelanwärtern gehört und aus unserer Mannschaft der vorigen Saison nur noch fünf Spielerinnen dabei sind. Abgesehen von drei Spielerinnen sind alle übrigen unter 18 Jahre. Es wird also noch einige Zeit dauern, bis sich die Mannschaft an die Regionalliga gewöhnt hat.“

Das Spitzenduo dürfte die Führung angesichts der lösbare Aufgaben am nächsten Spieltag weiter ausbauen: Prenzlauer Berg im Heimspiel gegen Cottbus und Potsdam beim Auswärtsspiel gegen den BVV. Beide Gegner stehen sieglos am Tabellenende.

Verblüffender ist beim Blick auf die Tabelle dagegen, dass sich hinter dem führenden Duo zwei Berliner Neulinge positioniert haben: die VSG Altglienicke und der TSV Wedding. Der TSV Wedding, der beim Saisonbeginn unglücklich zu Hause mit 2:3 gegen Altglienicke verloren hatten, erkämpfte beim zweiten Saisonspiel gegen den Gastgeber SF Brandenburg 94 einen 3:1 (18, -22, 18, 23)-Sieg und kann damit auf vier Punkte verweisen. Punktemäßig noch besser steht Altglienicke da. Das VSG-Team feierte nach dem 3:2 vor einer Woche in einem weiteren Aufsteigerduell am Sonntag gegen die SG Einheit Zepernick mit 3:0 (19, 14, 18) einen überzeugenden zweiten Saisonerfolg.

Wie sehen die beiden Aufsteiger ihre momentane Situation? Weddings Coach Erik Lachmann, der die Mannschaft schon seit fünf Jahren trainiert: „Wir sind sehr zufrieden. Wir haben mit einer stabilen Annahme, gutem Aufschlag und starker Abwehr gepunktet. Unser Anspruch reduziert sich nicht auf den Klassenerhalt, sondern wir peilen einen Mittelfeldplatz an. Unser größtes Problem ist die unbefriedigende Hallensituation. Denn wir können unsere eigentliche Spielstätte nicht nutzen. Und zum Training müssen wir in eine kleinere Halle umziehen. Das alles ist für uns als Regionalliga-Neuling erschwerend und gewöhnungsbedürftig.“ Den Frauen vom TSV Wedding ist trotz dieser Umstände zuzutrauen, dass sie am nächsten Spieltag ihre gute Serie im Heimspiel gegen den VfK Berlin-Südwest fortzusetzen.

Beim Newcomer Altglienicke beschreibt Trainer Sebastian Ossig, der mit seinem Team in die dritte Spielzeit gegangen ist, die Situation so: „Dass wir so gut dastehen, ist nicht völlig überraschend. Wir haben gegen zwei Mitaufsteiger gespielt, die schwereren Gegner kommen also erst noch. Aber wir haben nach einer sehr guten Saisonvorbereitung bislang relativ stabil gespielt. Der Druck im Aufschlag war dabei unser bestimmendes Element.“ Die Mannschaft habe sich bis auf zwei Neuzugänge kaum verändert, so der Trainer weiter. Die beiden neuen Spielerinnen im 15-köpfigen Kader sind die Außenangreiferinnen Nadine Schmietendorf und Laura Lietzke aus der Drittliga-Mannschaft der SG Rotation Prenzlauer Berg.

Bliebe schließlich noch die Begegnung vom 2. Spieltag zwischen den beiden Tabellennachbarn der letzten Saison: TSV Spandau 1860 (8.) und Berliner Volleyballverein Vorwärts (7.), die beide ihr erstes Saisonspiel bestritten. Die Spandauerinnen setzten sich mit 3:0 (15, 23, 13) souverän durch, so dass der BVV gleich zum Start ans Tabellenende rückte. Droht damit schon der Abstiegskampf pur für den BVV bei den Frauen und Männern?

Männer, 2. Spieltag am 23. September 2017: VfK Berlin-Südwest – Dessau Volleys 2:3, VC Olympia Berlin II – MTV Mariendorf 3:2, TSGL Schöneiche II – CV Mitteldeutschland II 3:1, SC Potsdam – Berliner Volleyballverein Vorwärts 3:0, SV Energie Cottbus – USV Potsdam 3:0. Am 24. September 2017 vorgezogenes Spiel vom 6. Spieltag: VC Olympia Berlin II – TSGL Schöneiche II 1:3.

Frauen, 2. Spieltag am 23. September 2017: VfK Berlin-Südwest – SG Rotation Prenzlauer Berg II 0:3, SF Brandenburg 94 – TSV Wedding 1:3, TSV Spandau 1860 – Berliner Volleyballverein Vorwärts 3:0, SV Energie Cottbus – USV Potsdam 0:3. Am 24. September 2017: VSG Altglienicke – SG Einheit Zepernick 3:0.

Nächster Spieltag: Männer, 3. Spieltag am 30. September 2017: USC Magdeburg – VC Olympia Berlin II (18 Uhr), MTV Mariendorf – VfK Berlin-Südwest (18 Uhr), Dessau Volleys – SV Energie Cottbus 15 Uhr), SC Potsdam – TSGL Schöneiche II (19 Uhr). Am 1. Oktober 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – USV Potsdam (15 Uhr).

Frauen, 3. Spieltag am 30. September 2017: SG Einheit Zepernick – SF Brandenburg 94 (15 Uhr), SG Rotation Prenzlauer Berg II – SV Energie Cottbus (15 Uhr), TSV Spandau 1860 – USV Halle (18 Uhr). Am 1. Oktober 2017: Berliner Volleyballverein Vorwärts – USV Potsdam 12 Uhr), TSV Wedding – VfK Berlin-Südwest (15 Uhr).

Die nächste Wochenumschau erscheint nach dem 3. Spieltag spätestens am Dienstag, 3. Oktober 2017. Vereine und Mannschaften können wie gewohnt Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

18.09.2017

Wochenumschau nach dem 1. Spieltag: Bei den Männern leisteten sich beide Drittliga-Absteiger einen Fehlstart in die neue Saison

Nun ist die 27. Saison der Regionalliga Nordost endlich losgegangen. Für alle Mannschaften ist gerade der 1. Spieltag von besonderer Bedeutung. Denn keiner möchte mit einem Fehlstart in die neue Saison 2017/2018 gehen. Doch genau das leisteten sich bei den Männern mit dem USC Magdeburg und dem Berliner Volleyballverein Vorwärts ausgerechnet gleich beide Drittliga-Absteiger.

Bei den Magdeburgern hatte Mannschaftsleiter Hendrik Oelze schon im Vorfeld des Saisonauftakts vorgebeugt und auf die völlig neue Situation beim einstigen Zweitbundesligisten verwiesen. „Wir müssen realistisch bleiben und alles tun, dass wir nicht noch weiter absteigen. Denn es geht vornehmlich darum, dass sich die neu zusammengesetzte und recht junge Mannschaft konsolidiert“, hatte er geäußert, was mancher für eine Untertreibung hielt. Doch tatsächlich scheint es so, dass das durch viele Jugendspieler aus der diesjährigen deutschen Meistermannschaft der Unter-18-Jährigen verjüngte Team unter dem 35-jährigen Spielertrainer Marko Schulz noch viel Arbeit vor sich hat, um in der viertklassigen Regionalliga Fuß zu fassen.

Nach der 0:3 (-19, -20, -23)-Heimniederlage gegen den Aufsteiger TSGL Schöneiche II meint denn auch Hendrik Oelze: „Es war schon ein wenig enttäuschend, was wir geboten haben. Das macht deutlich, dass wir von Anbeginn den Kampf um den Klassenerhalt aufnehmen müssen. Im dritten Satz schien es, als würden wir den Satz gewinnen. Aber es kam anders. Insgesamt hat sich die Mannschaft unter Wert verkauft. Aber ich denke, dass wir noch Luft nach oben haben und sich die jungen wie auch die gestandenen Spieler noch richtig zusammenraufen werden.“ Die Trainingseindrücke der letzten Wochen waren offensichtlich weitaus besser als die jetzige Saisoneinstiegsleistung. Die Magdeburger haben nun erst einmal eine Verschnaufpause, denn am 2. Spieltag sind sie spielfrei.

Auch der Ex-Drittligist Berliner Volleyballverein Vorwärts musste im ersten Heimspiel der Saison gegen den Meisterschaftsvierten der letzten Saison, den SV Energie Cottbus, eine 0:3 (-19, -21, -21)-Niederlage einstecken. „Der Auftakt stand unter keinem guten Stern“, erläuterte BVV-Teammanager Jan Sandig. „Uns fehlte der verletzte Kapitän und Annahme-Außenangreifer Leonhard Pitts an allen Ecken und Enden. Ohne ihn mangelt es unserem Angriff deutlich an Durchschlagskraft, und auch in der Annahme und Feldabwehr zeigte unsere neue junge Mannschaft nicht das, wozu sie fähig ist. Man sah den Unterschied zwischen den erfahrenen Cottbuser Spielern und unseren Jungen, die sozusagen ins kalte Wasser geworfen wurden und teilweise auf Positionen spielten, die ungewohnt für sie sind. Die neuformierte Mannschaft muss sich also erst noch finden. Das ist ein Prozess.“

Man darf gespannt sein, wie sich das den Wiederaufstieg anpeilende BVV-Team unter dem neuen Trainer Robert Hinz am 2. Spieltag auswärts gegen den SC Potsdam – letzte Saison noch als VC Potsdam-Waldstadt spielend und immerhin Vizemeister – aus der Affäre zieht. Die Potsdamer kassierten zum Saisonbeginn eine ziemlich knappe 2:3 (-23, 14, 10, -25, -13)-Auswärtsniederlage gegen CV Mitteldeutschland II, nahmen aber immerhin einen Punkt mit nach Hause. Es dürfte also nicht so einfach werden für den BVV, die zweite Saisonschlappe zu verhindern. Aber natürlich sind das alles Papierrechnungen. Entschieden wird bekanntlich auf dem Feld!

Das mit einiger Spannung erwartete traditionelle Derby zwischen dem Fastabsteiger der vorigen Saison USV Potsdam und dem als spielstark eingeschätzten Meisterschaftsdritten VfK Berlin-Südwest endete bereits nach drei Sätzen und ging mit 3:0 (18, 19, 30) an die Südwestler. „Wir haben ausgesprochen schlecht gespielt. So gesehen gab es die erwartete Niederlage“, kommentierte Potsdams Trainer Thomas Schulze, der zusammen mit Richard Dalbock, der noch ohne Trainerlizenz ist, die umformierte USV-Mannschaft betreut. „Die Südwestler waren gut eingestellt und haben eine Mannschaft, die garantiert im oberen Tabellendrittel mitspielen wird. Wir haben mehr als zwei Sätze gebraucht, um einigermaßen ins Spiel zu kommen. Der dritte Satz endete mit einer etwas unglücklichen 30:32-Niederlage. Man hat gesehen, dass die Debütanten in unserem Team noch etwas Zeit brauchen. Wir müssen also Geduld aufbringen.“ Doch vielleicht platzt schon am nächsten Spieltag der Knoten, wenn die Potsdamer beim SV Energie Cottbus antreten müssen, der mit einem komfortablen 3:0-Auswärtssieg gegen den BVV in die Saison gestartet ist.

Die Ankündigung, dass man durchaus Vielversprechendes vom Aufsteiger Dessau Volleys erwarten kann, fand insofern eine erste Bestätigung, als das aus drei Dessauer Vereinen formierte Volleys-Team aus Sachsen-Anhalt den Talenten des VC Olympia Berlin II einen 3:2 (-20, -23, 22, 17, 9)-Heimsieg abtrotzten – und das in bemerkenswerter Weise nach einem 0:2-Satzrückstand. Auf die Dessauer wartet nun am 2. Spieltag mit dem VfK Berlin-Südwest eine schwere Auswärtshürde.

Erwartungsgemäß: die Prenzelbergerinnen

und Potsdamerinnen mit Siegen

Bei den Frauen begann die neue Saison so, wie die alte aufgehört hatte: mit einem fehlerlosen 3:0 (20, 15, 20)-Heimerfolg des Vizemeisters und Titelaspiranten SG Rotation Prenzlauer Berg II gegen den alten Rivalen SF Brandenburg 94. Die Brandenburgerinnen, die letzte Saison als Neunter beinahe abgestiegen wären und sich erst als Sieger der Relegationsrunde den Platz in der Regionalliga zurückeroberten, wurden vor allem im zweiten Durchgang sozusagen an die Wand gespielt.

Der USV Potsdam – letzte Saison Meisterschaftsdritter und neben Prenzlauer Berg einer der Titelfavoriten allerdings ohne Aufstiegsambitionen – empfing zum Saisonstart den VfK Berlin-Südwest (letzte Saison Fünfter). Die vorübergehend von Thomas Schulze trainierten Gastgeberinnen hatten wenig Mühe und schickten die Südwestlerinnen mit 3:1 (11, -18, 12, 21) geschlagen nach Hause. „Im ersten Satz haben wir schon sage und schreibe 13:1 geführt, dann aber das Spiel doch etwas schleifen lassen. Prompt wurde der VfK immer stärker, knöpfte uns den zweiten Satz ab und spielte phasenweise auf Augenhöhe mit uns“, so Thomas Schulze. „Der Gegner profitierte dabei von unseren vielen Eigenfehlern und Schwächen im Aufschlag. Als die Mannschaft wieder die Zügel an sich zog, wurde der sichere Sieg perfekt gemacht. Ich bin überzeugt, dass sich die Mannschaft im weiteren Saisonverlauf noch deutlich steigern wird.“ Während Potsdam am nächsten Wochenende zum diesmal spielfreien SV Energie Cottbus reist, empfängt der VfK Berlin-Südwest die Frauen aus Prenzlauer Berg. Geht das Fernduell Prenzlauer Berg kontra Potsdam ungeschmälert weiter?

Gleich beide Berliner Neulinge trafen zum Saisonauftakt direkt aufeinander: TSV Wedding kontra VSG Altglienicke. Die Volkssport-Gemeinschaft aus Altglienicke hatte in der Relegationsrunde als Zweiter hinter SF Brandenburg 94 durchaus verblüfft. In der Meisterschaftsrunde der Berlinliga hatte Altglienicke dem TSV Wedding als Vizemeister den Vortritt lassen müssen. Nun also eine Neuauflage des Berliner Duells eine Spielklasse höher. „Die Spiele gegen Wedding waren eigentlich immer eng, bis auf das letzte, das wir mit 0:3 verloren hatten. Insofern wussten wir um die Schwere der Aufgabe und waren natürlich auch gewarnt“, meinte André Hentschel, Teambetreuer von Altglienicke. Eng ging es auch diesmal wieder zu, wobei Gastgeber Wedding mit 2:3 (-21, 17, -17, 16, -11) den Kürzeren zog. „Eigentlich hatten wir nach unserer Top-Vorbereitung auf drei Punkte gehofft“, so Hentschel weiter, „aber die Sache war diesmal nicht so einfach, so dass wir auch mit den zwei Punkten zufrieden sind.“

Mit der Begegnung SG Einheit Zepernick gegen USV Halle gab es ein weiteres Aufsteigerduell. Dabei setzten sich die favorisierten Hallenserinnen mit 3:1 (24, 21, -23, 22) durch, wobei die Satzstände die Dramatik des Geschehens widerspiegeln. Es war also alles andere als ein „Spaziergang“ des Vizemeisters aus Sachsen-Anhalt gegen den Meisterschaftsdritten aus der Brandenburgliga. Die Serie der Aufsteigerduelle wird übrigens am nächsten Spieltag mit der Begegnung Altglienicke gegen Zepernick fortgesetzt.

Männer, 1. Spieltag: Berliner Volleyballverein Vorwärts – SV Energie Cottbus 0:3, USC Magdeburg – TSGL Schöneiche II 0:3, Dessau Volleys – VC Olympia Berlin II 3:2, USV Potsdam – VfK Berlin-Südwest 0:3, CV Mitteldeutschland II – SC Potsdam 3:2.

Männer, 2. Spieltag am 23. September 2017: VfK Berlin-Südwest – Dessau Volleys (19 Uhr), VC Olympia Berlin II – MTV Mariendorf (15 Uhr), TSGL Schöneiche II – CV Mitteldeutschland II 19 Uhr), SC Potsdam – Berliner Volleyballverein Vorwärts (19 Uhr), SV Energie Cottbus – USV Potsdam 18.30 Uhr). Am Sonntag, 24. September 2017, vorgezogenes Spiel vom 6. Spieltag: VC Olympia Berlin II - TSGL Schöneiche II (15 Uhr).

Frauen, 1. Spieltag: SG Einheit Zepernick – USV Halle 1:3, TSV Wedding – VSG Altglienicke 2:3, SG Rotation Prenzlauer Berg II – SF Brandenburg 94 3:0, USV Potsdam – VfK Berlin-Südwest 3:1.

Frauen, 2. Spieltag am 23. September 2017: VfK Berlin-Südwest – SG Rotation Prenzlauer Berg II (16 Uhr), SF Brandenburg 94 – TSV Wedding (18 Uhr), TSV Spandau 1860 – Berliner Volleyballverein Vorwärts (19 Uhr), SV Energie Cottbus – USV Potsdam (15.30 Uhr). Am 24. September 2017: VSG Altglienicke – SG Einheit Zepernick (14 Uhr). Spielfrei: USV Halle.

Die nächste Wochenumschau erscheint nach dem 2. Spieltag spätestens am Dienstag, 26. September 2017. Vereine und Mannschaften können wie gewohnt Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

14.09.2017

Wochenumschau vor dem Anpfiff zur 27. Regionalligasaison: Wer beerbt Tempelhof-Mariendorf und Gardelegen?

Vor dem Startschuss zur 27. Regionalligasaison an diesem Wochenende ein kurzer Blick zurück: Vor mehr als vier Monaten war der Schlusspfiff der Saison 2016/2017 ertönt. Denn Ende April waren die letzten Relegationsspiele bei den Frauen und Männern ausgetragen worden. Dabei spielten die Männer um die „goldene Ananas“, weil es schließlich und endlich hier keine freien Plätze für die Regionalligasaison 2017/2018 gab. Bei den Frauen war die Lage mit gleich zwei freien Plätzen gänzlich anders. Die besetzten der eigentliche Regionalliga-Direktabsteiger SF Brandenburg 94 als Sieger der Relegation und der Relegationszweite VSG Altglienicke, der die Saison als Dritter der Berlinliga beendet hatte. Somit nehmen bei den Frauen am 1. Spieltag am 16./17. September folgende elf Mannschaften die Saison auf:

SG Rotation Prenzlauer Berg II (letzte Saison 2.)

USV Potsdam (3.)

VfK Berlin-Südwest (5.)

SV Energie Cottbus (6.)

Berliner VV (7.)

TSV Spandau 1860 (8.)

TSV Wedding (Aufsteiger/Vizemeister Berlinliga)

SG Einheit Zepernick (Aufsteiger/Dritter Brandenburgliga)

USV Halle Volleys (Aufsteiger/Vizemeister Landesoberliga Sachsen-Anhalt)

SF Brandenburg 94 (9./1. in Relegation)

VSG Altglienicke (2. in Relegation)

Kommt es zum Zweikampf

Potsdam kontra Prenzlauer Berg?

Wer aber beerbt den Meister der Vorsaison, den TSV Tempelhof-Mariendorf, der in die Dritte Liga Nord aufgestiegen ist? Von der Papierform her kommen eigentlich nur zwei Teams in Betracht: die SG Rotation Prenzlauer Berg II als vorjähriger Vizemeister und der Meisterschaftsdritte USV Potsdam. „Wir wollen noch einmal durchstarten“, sagt Klaus Helmke, der Trainer und Manager der Prenzelbergerinnen, fügt aber zugleich hinzu: „Wir wollen keine Luftschlösser bauen.“ Helmke verweist auf die „neue Konstellation im Team“. Fünf bewährte Spielerinnen, die über Jahre hinweg das Niveau maßgeblich mitbestimmten, haben das Team verlassen. „Aufgerückt sind für sie sechs Spielerinnen aus unserer Mannschaft, die letzte Saison in der Berlinliga Meister geworden war. Das sind meist 16- oder 17-Jährige, die natürlich noch einige Zeit benötigen, um sich in der Regionalliga behaupten zu können. Sie brauchen Wettkampferfahrung in dieser höheren Spielklasse. Man wird also drei oder vier Spieltage abwarten müssen, bis sich gezeigt hat, ob sich diese Kooperation mit der jüngeren Mannschaft unseres Vereins tatsächlich positiv bewährt.“ Deshalb verweisen beide Trainer, Klaus Helmke und seine Frau Heike, unisono darauf: „Wir sehen uns nicht als Titelfavoriten. Wir wollen mit der neu formierten Mannschaft eine vernünftige sportliche Leistung anbieten und rundum Spaß haben.“

Die Topfavoritenrolle schiebt Prenzlauer Berg dem USV Potsdam – zuletzt Meisterschaftsdritter – zu. Viele Vorzeichen weisen auch darauf hin, dass die Potsdamerinnen ein wichtiges Wort mitsprechen werden und wollen. Dabei steht ihnen ein neuer Trainer zur Seite. Der langjährige Coach Thomas Schulze hatte schon vor dem letzten Saisonende seinen Rückzug angekündigt. Deshalb standen die Potsdamerinnen in der Sommerpause in erster Linie vor der Herausforderung, einen neuen Coach zu finden. Diese Bemühungen waren erfolgreich. Allerdings kann der neue Mann, der ehemalige USV-Männercoach Falko Nowak, das Team erst ab November übernehmen, wenn der 31-jährige Bundeswehrsoldat von seinem Auslandseinsatz in Afghanistan zurückgekehrt ist. Bis dahin wird Thomas Schulze, der übrigens im Sommer die Potsdamer Mittelblockerin Alexandra Schramm heiratete, die Mannschaft vorübergehend trainieren.

Neben der Trainer-Personalie gab es noch etliche weitere personelle Veränderungen: Mit Anne Borrmann, Gina Schilke (beide SF Brandenburg 94), Ivette Pollack und Isabelle Manoury (beide TSV Tempelhof-Mariendorf) kann das Team vier Neuzugänge vermelden. Währenddessen haben neben der ehemaligen Kapitänin Franzi Hörnlein auch Karen Amlang und Julia Löchel die Mannschaft verlassen, während mit Ulrike Engel die dienstälteste Spielerin des Teams (seit 2005) in der kommenden Saison eine Babypause einlegen wird. „Nachdem zwei Leistungsträger das Team verlassen haben, wird die Mannschaft Zeit brauchen, um sich zu finden. Aber sie will oben mitspielen. Den dritten Platz der Vorsaison zu bestätigen, das wäre ein Erfolg“, so der Noch-Coach Thomas Schulze zu den Saisonaussichten. Und er fügt noch eine klare Aussage an: „Der Aufstieg in die Dritte Liga ist aus organisatorischen und finanziellen Gründen ausgeschlossen.“

Man wird also abwarten müssen, wie sich die Dinge entwickeln. Wenn Potsdam den Aufstieg ausschließt und Prenzlauer Bergs zweite Mannschaft nicht aufsteigen kann, weil in der Dritten Liga bereits die erste Mannschaft des Vereins spielt, so könnten womöglich die Frauen des VfK Berlin-Südwest der „lachende Dritte“ sein. Aber wie gesagt: Abwarten!

Von den Neulingen darf man am meisten gespannt sein auf den USV Halle und auf die VSG Altglienicke, die in der Relegationsrunde als Zweiter eine gute Figur abgab. „Vor einem Jahr hatten wir den Aufstieg in die Regionalliga verpasst, diesmal schafften wir als Relegationszweiter den Sprung nach oben. Ich denke, dass wir in der Regionalliga nicht zum Kandidatenkreis der drei direkten Absteiger zählen werden“, meinte zuversichtlich André Hentschel, Teambetreuer bei der Volkssport-Gemeinschaft.

Drittliga-Absteiger Magdeburg

setzt auf Konsolidierung

Bei den Männern hatte es zum Saisonkehraus und sogar noch Wochen danach einige Turbulenzen gegeben. In der vorsorglich vom Regionalspielwart Uwe Näthler angesetzten Relegation hatte sich ungeschlagen der Burger VC 99 (Vizemeister von Sachsen-Anhalt) durchgesetzt, gefolgt von der SG Rotation Prenzlauer Berg (als Regionalliga-Neunter eigentlich Direktabsteiger), der VSG Einheit Rüdersdorf (Dritter der Berlinliga) und dem VC Blau-Weiß Brandenburg (Dritter der Brandenburgliga) – doch alles umsonst. Es gab bis zum alles entscheidenden Zeitpunkt am 2. Mai gar keinen freien Platz. Denn bekanntlich waren aus der Dritten Liga Nord der USC Magdeburg und der Berliner VV abgestiegen, was zu vier Regionalliga-Absteigern führte.

Da der überlegene Regionalmeister SSV 80 Gardelegen sein Drittliga-Aufstiegsrecht wahrnahm, schien es unter dieser Konstellation lange Zeit so, als würde in der neuen Saison mit 12 Männermannschaften (einschließlich VC Olympia Berlin II mit Sonderspielrecht) gespielt werden, wobei anstelle des VC Potsdam-Waldstadt nach einem ordnungsgemäßen Spielrechtsübergang der SC Potsdam in der Regionalliga vertreten ist. Tatsächlich nehmen zum 1. Spieltag am 16./17. September aber nur elf Mannschaften die neue Saison in Angriff. Der Grund: Fünf Wochen (!) vor dem Saisonstart gab der KSC ASAHI Spremberg, zuletzt Meisterschaftsfünfter, seinen Rückzug aus der Regionalliga bekannt. Das ist mehr als dumm gelaufen, zumal die Spremberger schon vor dem letzten Spieltag wussten, dass sie aufgrund von Spielerabgängen keine ausreichend spielfähige Mannschaft für die nächste Saison zusammenbekommen würden. Da die Bundesspielordnung (BSO) vorschreibt, dass generell ein frei gewordener Platz nach dem 31. Mai durch keine andere Mannschaft neu besetzt wird, muss Sprembergs Platz zwangsläufig frei bleiben. Der Rückzug am 16. August war viel zu spät, um den Platz noch anderweitig besetzen zu können. Hätte Spremberg die Regularien eingehalten, hätte der Zwangsabsteiger SV Prieros in der Regionalliga verbleiben können! Folgendes 11er-Feld der Männer startet in die Saison 2017/2018:

USC Magdeburg (Absteiger DL Nord)

Berliner VV (Absteiger DL Nord)

SC Potsdam (vormals VC Potsdam-Waldstadt/2.)

VfK Berlin-Südwest (3.)

SV Energie Cottbus (4.)

CV Mitteldeutschland II (6.)

USV Potsdam (7.)

MTV Mariendorf (Aufsteiger/Zweiter Berlinliga)

TSGL Schöneiche II (Aufsteiger/Meister Brandenburgliga)

Dessau Volleys (Aufsteiger/Meister Landesoberliga Sachsen-Anhalt)

VC Olympia Berlin II (mit Sonderspielrecht)

Angesichts dieser Staffelbesetzung hätte man auf einen ebenso spannenden wie dramatischen Zweikampf an der Spitze spekulieren können: Magdeburg kontra BVV. Aber die Saisonvorzeichen sehen inzwischen anders aus. Der USC Magdeburg war nach seinem Titelgewinn 2014 als Neuling in der Regionalliga Nordost unaufhaltsam nach oben geklettert bis in die 2. Bundesliga Nord, musste dann aber bei dem Abstieg Schritt für Schritt bis zurück in die Regionalliga die bitteren Realitäten anerkennen. Zwar blicken die Magdeburger zuversichtlich in die Zukunft, aber Hendrik Oelze, der in früheren Jahren das Team trainiert hatte und nunmehr als Mannschaftsleiter fungiert, sagt unumwunden: „Wir müssen realistisch bleiben und alles tun, dass wir nicht noch weiter absteigen. Denn es geht vornehmlich darum, dass sich die neu zusammengesetzte und recht junge Mannschaft konsolidiert.“

Bereits seit Ende Juli ist das neue Team um den 35-jährigen Spielertrainer Marko Schulz, der auch als Libero aktiv ist, wieder auf dem Parkett. Neben wöchentlich drei Trainingseinheiten absolvierte das Team auch einige Einheiten „außer der Reihe“, darunter bei einem dreitägigen Trainingslager. Hier wurde neben den zahlreichen Balleinheiten insbesondere am Teamgefühl gearbeitet, denn sowohl im sportlichen als auch im menschlichen Bereich müssen die Elbestädter weiter zusammenrücken. Und natürlich galt es, taktische Vorgaben umzusetzen und positionsspezifische Neuerungen einzuüben. So wird beispielsweise Tom Heidecke, einst Außen-Annahme-Spieler, das Team als Zuspieler unterstützen. Insgesamt ist der USC-Kader für die neue Saison verjüngt. Neben Cedrik Moede, Eric Schlese und Lukas Pockrandt, die bereits Drittligaluft schnupperten, haben weitere Nachwuchsspieler das Team komplettiert. Friedemann Steinwerth, Fabian Lübke, Lukas Murra und Philipp Gürke, die Anfang April mit dem USC Magdeburg einen historischen Erfolg bei der Deutschen Meisterschaft der unter 18-jährigen einfuhren, werden nun auch im Erwachsenenbereich gefördert. „Diese Jugendspieler sollen kontinuierlich in den semiprofessionellen Bereich integriert werden und auf lange Sicht das Fundament der ersten USC-Mannschaft bilden“, so Hendrik Oelze. Trainer Marko Schulz fasste seine Eindrücke von der Saisonvorbereitung so zusammen: „Ich war sehr zufrieden mit der Trainingseinstellung der gesamten Mannschaft. Die Jungs - die Alten wie die Jungen - investierten unheimlich viel, um sich zu verbessern. So muss es aber weitergehen. Wenn sich die Leistungskurve weiter so entwickelt wie in den vergangenen vier Wochen, können wir optimistisch auf die neue Saison blicken.“

Fällt damit die Rolle des „Kronprinzen“ dem Berliner VV zu, dem der Meistertitel und damit die Drittliga-Rückkehr am ehesten zuzutrauen ist? BVV-Teammanager Jan Sandig drückt sich nicht um die Antwort: „Wir wollen um Meistertitel und Aufstieg mitspielen.“ Die Mannschaft selbst hat ein verändertes Gesicht, wie Jan Sandig weiter erklärt: „Der Kern der Mannschaft aus der letzten Saison ist zusammengeblieben. Hinzu gekommen sind Spieler aus der zweiten Mannschaft, die bekanntlich letzte Saison aus der Regionalliga abgestiegen sind. Sie bringen also auch Regionalligaerfahrung mit. Vor allem aber haben wir uns durch den erfahrenen Zuspieler und einstigen Bundesligaspieler Stefan Adler aus Sachsen verstärken können.“ Auch beim Trainer gab es eine Veränderung: Robert Hinz, der letzte Saison selbst noch Spieler im Drittligateam des BVV war und Trainererfahrung aus seiner Zeit beim Köpenicker SC mitbringt, hat nunmehr das Amt übernommen. Mit einem Wort: Ganz gute Voraussetzungen beim Berliner VV für den angepeilten Wiederaufstieg.

Noch ein Wort zu einem Traditionsverein der Regionalliga, dem USV Potsdam, der letzte Saison knapp dem Abstieg entgangen war. Soweit will man es diesmal nicht wieder kommen lassen. Das Team konnte sich mit frischem Blut des Brandenburgischen Landesmeisters der Saison 2014/2015 aus Luckenwalde verstärken und verjüngen. Richard Dalbock, der in den letzten beiden Spielzeiten als Zuspieler in der 2. Bundesliga Nord bei der TSGL Schöneiche aktiv war, wird zukünftig das Training des Regionalligisten leiten. Mit ihm wechselten Robert Müller (VC Blau-Weiß Brandenburg), Marcel Baron (SV Prieros) und Patrick Reimann (MTV 1862 Wittenberg) an die Havel. Auf Letzteren muss das Team jedoch in den nächsten Monaten verletzungsbedingt noch verzichten. Aus Dresden ist mit Felix Taubert ein weiterer Spieler mit Potenzial nach Potsdam gekommen. Die „alten Haudegen“ werden das Team weiter im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen. Das schwere Unterfangen, ohne Generationskonflikte einen langsamen Umbruch bei den Männern des USV Potsdam einzuleiten, scheint also wahr zu werden. Verabschiedet hat sich die Mannschaft derweil von Lukas Wieland und Björn Bullert, die künftig in der Landesliga für den SC Potsdam aufschlagen werden. Nicolas Handrick verließ das Team nach nur einem halben Jahr mit unbekanntem Ziel. „Die Saisonvorbereitung verlief schleppend“, so Thomas Schulze. „Unser Ziel kann eigentlich nur der Klassenerhalt sein. Vieles hängt sicher auch vom Start ab. Am Sonntag kommt mit dem VfK Berlin-Südwest der Dritte der Vorsaison und somit gleich der dickste Brocken nach Potsdam.“ Übrigens: Die schon letzte Saison auf den Aufstieg ambitionierten Südwestler könnten in dieser Saison - wie womöglich die VfK-Frauen - durchaus "lachender Dritter" werden...

1. Spieltag: Männer, 16. September 2017: CV Mitteldeutschland II – SC Potsdam (15 Uhr), USC Magdeburg – TSGL Schöneiche II (18 Uhr). 17. September 2017: Dessau Volleys – VC Olympia Berlin II (11 Uhr), USV Potsdam – VfK Berlin-Südwest (12 Uhr), Berliner VV – SV Energie Cottbus (16 Uhr). Spielfrei ist der MTV Mariendorf.

1. Spieltag: Frauen, 16. September 2017: SG Einheit Zepernick – USV Halle Volleys (15 Uhr). 17. September 2017: TSV Wedding – VSG Altglienicke, SG Rotation Prenzlauer Berg II – SF Brandenburg 94, USV Potsdam – VfK Berlin-Südwest (alle 15 Uhr).

Die nächste Wochenumschau mit Neuigkeiten vom 1. Spieltag erscheint spätestens am Dienstag, 19. September 2017. Vereine und Mannschaften können wie gewohnt Infos an holz.volleyball@web.de schicken.

Jürgen Holz, Regionalpressewart

Nachtrag zum KSC ASAHI Spremberg

In einer E-Mail vom 17. September 2017 an den Regionalspielwart Uwe Näthler legt Andreas Funke vom KSC ASAHI Spremberg Wert auf folgende Feststellung:

"Das wir vor dem letzten Spieltag schon gewusst haben sollen, dass wir keine spielfähige Mannschaft haben werden, ist schlichtweg falsch. Ansonsten hätten wir uns ja die gesamte Planung im Vorfeld sparen können. Es ist richtig, dass wir mit einem Abgang rechnen konnten, nicht aber, dass wir keine spielfähige Mannschaft mehr zusammen bekommen. Auch haben wir alle Regularien eingehalten und unsere Strafe bezahlt."

Jürgen Holz, Regionalpressewart